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Redaktion

KOMMENTAR - THOMAS COOK
Die Fluggesellschaften von Thomas Cook haben auch im schwierigen ersten Halbjahr des Reisekonzerns verhältnismäßig gut abgeschnitten. Trotz intensiven Wettbewerbs wurde ein Ergebnis fast auf Vorjahreshöhe erwirtschaftet. Damit setzt sich die Sparte positiv ab vom Veranstaltergeschäft, das unter Überkapazitäten, Reiseunlust in Skandinavien und der schlechter gewordenen Konsumentenstimmung in Großbritannien zu leiden hatte.

Ausgerechnet von den Fluggesellschaften aber will sich Thomas Cook trennen. Denn der Konzern ist dringend auf finanzielle Mittel angewiesen. Die Verschuldung ist mittlerweile auf über 1,2 Mrd. Pfund angeschwollen. Zur Absicherung der Liquidität musste Thomas Cook eine Finanzierung von 300 Mill. Pfund vereinbaren, um gut über den Winter zu kommen. Die Einnahmen aus dem Airline-Verkauf sollten genutzt werden, um sich im Hotelgeschäft zu verstärken. Nun sieht es eher so aus, als müssten erst einmal Löcher gestopft werden.

Hinter dem Verkauf der Airlines stehen indes noch viele Fragezeichen. Zwar wurden Angebote abgegeben, unter anderem von der Lufthansa. Welchen Preis die Briten am Ende erzielen können, ist aber schwer kalkulierbar, die Analystenschätzungen reichen von 700 Mill. bis über 3,5 Mrd. Euro. Den Preis drücken dürfte die alte Langstreckenflotte der deutschen Condor, in die ein Käufer erst einmal investieren muss. Zudem haben die Wettbewerbsbehörden ein Wörtchen mitzureden. Diese hatten beispielsweise verhindert, dass sich die Lufthansa ein größeres Stück von Air Berlin einverleiben durfte.

Mit Hilfe des operativen Geschäfts die Löcher zu stopfen dürfte Thomas Cook auf absehbare Zeit nicht gelingen. Die jetzt ausgemachten belastenden Faktoren - Brexit, Preiskampf und steigende Kosten - werden die Reisebranche länger begleiten. Thomas Cook geht deshalb auch für die zweite Jahreshälfte von einem Gewinnrückgang aus.

In dieser Gemengelage dürfte das Management des Reisekonzerns vermutlich längst ein anderes Szenario durchgespielt haben. Wieso sollte der chinesische Konzern Fosun, der bereits mit 16 % an Thomas Cook beteiligt ist und angeblich Interesse an den Airlines bekundet hat, nicht im größeren Stil bei Thomas Cook einsteigen? Anders als bei Airlines gelten für Reiseveranstalter keine strengen Eigentumsregeln, so dass dort ein chinesischer Mehrheitseigner möglich wäre. Erfahrung im europäischen Reisegeschäft haben die Chinesen, sie haben sich 2015 bereits die französische Club Med einverleibt.


Börsen-Zeitung, 17.05.2019, Autor Lisa Schmelzer, Nummer 94, Seite 1, 338 Wörter

URL zum Artikel:
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