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Redaktion

US-Behörden räumen 90 Tage Übergangszeit für Geschäfte mit Chinesen ein

hei Frankfurt - Die USA haben ihren Ende vergangener Woche verkündeten Bann gegen den chinesischen Technologiekonzern Huawei vorübergehend gelockert. Für eine Übergangsphase von 90 Tagen ist US-Unternehmen damit die Aufrechterhaltung ihrer Geschäftsbeziehungen zu dem weltgrößten Netzwerkausrüster und global zweitgrößten Smartphone-Hersteller erlaubt. Ziel dieser Galgenfrist ist es zum einen, die Versorgung bereits ausgelieferter Huawei-Smartphones mit Google-Software zu ermöglichen. Zum anderen soll sie den Betrieb von Mobilfunknetzwerken mit Huawei-Technik aufrechterhalten.

Während die vier landesweit operierenden US-Mobilfunknetzbetreiber ohnehin keine Huawei-Technik verwenden, ist sie bei vielen kleinen lokalen Anbietern verbaut, die auf diesen kostengünstigen Lieferanten gesetzt hatten. Ihr Netzbetrieb könnte bei einem unmittelbar wirksamen Bann zusammenbrechen. Handelsminister Wilbur Ross erklärte, die "temporäre Lizenz" solle Privatkunden und lokalen Netzbetreibern Zeit geben, Alternativen zu prüfen. Außerdem erhalte das Ministerium selbst die Möglichkeit, "langfristig angemessene Maßnahmen" für amerikanische und ausländische Telekommunikationsbetreiber festzulegen, die gegenwärtig Equipment von Huawei für kritische Infrastrukturen nutzten.

In einer ersten Reaktion auf die Entwarnung legten die Aktien von Huawei-Zulieferern wie Qualcomm und Broadcom nach den Kursverlusten des Vortages bis zum Mittag an der Wall Street wieder zu. Apple-Papiere gewannen 2,3 %. Auch die Titel der Google-Mutter Alphabet stiegen, und zwar um 1,2 %. Indes gehen Experten davon aus, dass Huawei nur eine kurze Atempause gewährt wird, um unmittelbar spürbare negative Auswirkungen auf US-Verbraucher zu vermeiden, die politisch unerwünscht sind.

Mittelfristig könne Huawei vor allem im Smartphone-Geschäft, das mittlerweile für rund die Hälfte des Konzernumsatzes von 100 Mrd. Dollar steht, ein größerer Einbruch bevorstehen, fürchten Experten. Die Nutzungssperre für die Google-System-Software Android, die auf mehr als 80 % aller Smartphones weltweit und bisher auch auf allen Modellen von Huawei installiert ist, kann nach Einschätzung von Gartner-Analystin Annette Zimmermann nicht ohne weiteres durch eine Eigenentwicklung von Huawei ersetzt werden.

Die Chinesen hatten angekündigt, die Eigenentwicklung beschleunigen zu wollen. Laut Zimmermann dürfte ein solcher Ersatz vor allem bei den Kunden in Europa, die auf die Nutzung des Google Play Stores Wert legen, kaum Akzeptanz finden. Europa ist mit einem Anteil von 15 % der zweitwichtigste Markt für das Smartphone-Geschäft von Huawei. Bei Experten setzt sich auch die Ansicht durch, dass China Schritte gegen Apple unternehmen werde, falls der Bann gegen Huawei nicht entschärft werden kann.

- Bericht Seite 13

Börsen-Zeitung, 22.05.2019, Autor Heidi Rohde, Frankfurt, Nummer 97, Seite 1, 359 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019097002&titel=Galgenfrist-fuer-Huawei
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