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Redaktion

Teilnehmer haben beides: effizientes und selbstbestimmtes Lernen beziehungsweise den direkten Dialog mit Dozenten in Lerngruppen

Blended Learning beschreibt die wirkungsvolle Verknüpfung aus Online- und Präsenzunterricht. Präsenzunterricht bezeichnet den klassischen Unterricht in der Klasse oder an einem eindeutigen Lernort unter gleichzeitiger Anwesenheit von Lehrenden und Lernenden. Während man unter selbstbestimmtem Onlinelernen alle Formen von Lernen versteht, bei denen elektronische oder digitale Medien für die Darstellung von Lernmaterialien zum Einsatz kommen beziehungsweise die zwischenmenschliche Kommunikation unterstützen.

Nicht wirklich neu

E-Learning findet zum Beispiel über Lernfilme, Webinare, oder Online-Foren statt. Blended Learning ist kein wirklich neues didaktisches Format, aber es setzt sich immer mehr durch, insbesondere in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Bei der DVFA nehmen die Blended- oder reinen Online-Learning-Varianten der Ausbildungsprogramme mittlerweile einen hohen Stellenwert ein, und sind bei Teilnehmern (mit über 60 %) außerordentlich beliebt. Worauf ist das zurückzuführen?

Zum einen sind die Zeitbudgets von Mitarbeitern in der Finanzdienstleistungsindustrie knapper als noch vor einigen Jahren. Zum anderen kostet Präsenzunterricht nun einmal Reisebudgets und Zeit - Zeit, die man nicht am Arbeitsplatz, oder für Projekte verbringen kann, und die man nicht für den Kunden verfügbar hat. Zudem treten Bewegungen zum Beispiel in den Wertpapiermärkten mitunter so schnell auf, dass selbst die Anwesenheit am Arbeitsplatz kein Garant dafür ist, effektiv und ohne Reibungsverluste reagieren zu können. Ist der Mitarbeiter dann noch über Tage "im Training", kann es passieren, dass jener den Marktentwicklungen nur noch hinterherlaufen kann.

Keine ernsthafte Führungskraft, kein Arbeitgeber, dem an seinem Humankapital gelegen ist, wird den Wert von kontinuierlicher Weiterbildung in Frage stellen. Aber in einem extrem kompetitiven Markt, noch dazu in einer angespannten Ressourcensituation kommt es zwangsläufig zu einer Konzessionsentscheidung, in der die berufliche Weiterbildung außerhalb des Tagesgeschäftes stattfindet, ja stattfinden muss.

Weiterhin hat sich in den vergangenen Jahren bei den jüngeren Generationen ein anderes Lernverhalten etabliert, als es noch in den 70er- oder 80er-Jahren zu beobachten war. Bei den jüngeren Kohorten der sogenannten Generation Y, also Menschen, die im Zeitfenster der frühen 80er- bis späten 90er-Jahre geboren wurden, in jedem Fall aber in der sogenannten Generation Z (geboren von ca. 1997 bis 2012), zeigt sich eine Abkehr vom geschriebenen Wort (Lehrbücher, Artikel) hin zu Filmen, Online-Medien und anderen Telemedien. Kulturpessimisten deuten diese Abkehr mitunter als den Untergang der westlichen Bildungszivilisation. Das ist unseres Erachtens übertrieben, wurde doch schon der Untergang des Abendlandes mit dem modernen Buchdruck, dem Fernsehen, oder dem Rock ,n` Roll, um nur einige Trends zu nennen, beschworen.

Die Hinwendung zu digitalen Medien und Filmmaterialien zeigt sich allerdings auch sehr deutlich in der Art und Weise, wie gelernt wird. Dort ist zum Beispiel YouTube eines der primären Medien, häufig in Form von kurzen Filmen, die man im Englischen als "how-to videos" bezeichnet. Dabei existieren auf YouTube teilweise didaktisch und visuell sehr ansprechende Filme - nicht nur zum Beispiel über den Dreisatz oder die Polynom-Division, sondern auch über beispielsweise DCF-Modelle, Indexkomposition, oder Asset Pricing. Und wer meint, es könne sich dabei ja nur um oberflächliches Material von minderer Qualität handeln, der täuscht sich gewaltig. Nicht nur finden sich etliche namhafte Akademiker und Praktiker unter den Autoren von Lernvideos auf YouTube; auch steht häufig die Qualität der Darbietung und des Inhalts professionellen Lernangeboten kaum nach.

Die Vorteile für Zeitbudgets sowie die Akzeptanz von Online-Medien, gerade bei jüngeren Berufsangehörigen und Studenten, könnte man als "Steilvorlage" für reine digitale Lernformate (die es bei den DVFA-Programmen auch gibt) verstehen. Warum dann noch Blended Learning? Die Antwort liegt auf der Hand: Die DVFA Finanzakademie ist Tochter eines Berufsverbandes. Wer wüsste besser als ein Berufsverband um den Nutzen eines Netzwerkes, in dem sich Professionals zusam-menschließen?

In Berufsverbänden, anders als in Lobby- oder Industrieverbänden, organisieren sich Berufsangehörige, um Standards und Methoden der Berufsausübung festzulegen, um notwendige und hinreichende Wissensbestände zu beschreiben und Berufsbilder zu definieren. Häufig besteht der wichtigste Schritt, um selbst Mitglied eines beruflichen und Karriere-Netzwerks sein zu können, in der Teilnahme an einer DVFA-Ausbildung. In den 30 Jahren des Bestehens der DVFA Finanzakademie haben noch in jedem Jahrgang, sei es beim CEFA oder beim CIIA®, Teilnehmer berufliche und private Freundschaften geknüpft, die häufig ein ganzes Berufsleben lang hielten.

Oftmals eine Typfrage

Dazu kommt, dass das Lernen in der Gruppe, der Dialog mit den Referenten, die gegenseitige Unterstützung, das "gemeinsam durch die Prüfungen gehen", durchaus zielführend ist. Das ist es, was den Reiz eines Verbandes ausmacht, und das ist es auch, was den Präsenzunterricht vom digitalen Lernen unterscheidet. Dabei ist keine Variante - Präsenzunterricht, Blended Learning, komplettes Online-Learning - der anderen Variante in allen Punkten überlegen, noch eignet sich jede Variante für jeden Teilnehmer. Ob man bessere Lernergebnisse in der Klasse oder allein und selbstbestimmt erzielt, ist häufig eine Typfrage.

Die DVFA Finanzakademie wirbt allerdings für Blended Learning als die Variante, die man möglicherweise als besten Kompromiss aus Offline- und Online-Lernwelten bezeichnen kann, kombiniert sie doch die Vorteile dieser beiden Varianten. Sie bietet Teilnehmern einen hohen Freiheitsgrad bei der Gestaltung ihres Lernpfads, in dem sie den Erwerb von Grundlagen per Lernfilmen bietet, die man über ein Learning-Management-System aufs Tablet herunterladen kann, und damit unabhängig von der Verfügbarkeit von Datennetzen und auch in "Funklöchern" praktisch überall nutzen kann.

Ist das Grundlagenwissen erworben, dann werden in den Präsenzveranstaltungen, die vom Aufbau eher Crashkursen gleichen, durch Praxisbeispiele Grundlagen vertieft, spezifische Defizite und Fragen nachgearbeitet, und auf die Prüfungen individuell vorbereitet. Dabei nehmen Präsenzinhalte vom Zeitumfang ungefähr 25 bis 30 % des gesamten Lernaufwandes ein.

Mit der Blended-Variante haben Teilnehmer beides: effizientes und selbstbestimmtes Lernen beziehungsweise in Lerngruppen, den direkten Kontakt zu den Dozenten und Prüfungsvorbereitung - und das alles in einem modernen Set-up, das zusätzlich Zeit spart.

Ralf Frank, Geschäftsführer der DVFA GmbH und Manuela Beck, Productmanagerin eLearning der DVFA GmbH

Börsen-Zeitung, 25.05.2019, Autor Ralf Frank, Geschäftsführer der DVFA GmbH und Manuela Beck, Productmanagerin eLearning der DVFA GmbH, Nummer 100, Seite B 5, 912 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019100806&titel=Blended-Learning---das-Beste-aus-zwei-Welten
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