Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 12.294,00-0,67% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.830,50-0,54% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.533,00-0,32% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 26.872,00-0,10% Gold: 1.520,42+0,40% EUR/USD: 1,0977-0,37%
Redaktion

Düsseldorf ist nach Frankfurt der zweitgrößte Bankenstandort Deutschlands
Eckhard Forst

Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK

Von der Sparkasse bis zur Genossenschaftsbank, von der Großbank bis zur Auslandsbank - die Düsseldorfer Finanzwelt ist gut aufgestellt und wirkt zugleich über die Stadt und die Region hinaus. Sie ist ein wichtiger Motor für die Entwicklung ganz Nordrhein-Westfalens. Denn hier sind über 800 000 Unternehmen beheimatet, auf deren Konto ein Fünftel der deutschen Wirtschaftsleistung geht. Sie prosperieren, auch weil sie Zugang zu einem dichten Netzwerk an Finanzdienstleistern haben, die ihnen bei ihren Zukunftsinvestitionen Rückendeckung durch solide Unternehmensfinanzierungen bieten.

Vor allem der Mittelstand, der sich durch hohe Flexibilität und Innovationskraft auszeichnet, braucht verlässliche Finanzpartner. Für die rund 750 000 kleinen und mittelgroßen Unternehmen in NRW gilt es in Zeiten des Wandels, ihre Chancen in Trends wie der Globalisierung, der Energiewende, dem Klimaschutz und der Digitalisierung zu erkennen und mit Wachstum, innovativen Produkten und Dienstleistungen darauf zu reagieren, um am Markt erfolgreich zu bestehen.

Genau hier setzt auch das Förderengagement der NRW.BANK an, die von der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Stadt Münster heraus operiert. Im Auftrag des Landes unterstützt die Förderbank für Nordrhein-Westfalen Mittelstand und Gründer bei ihren Wachstums- und Innovationsvorhaben. Das Förderangebot reicht von zinsgünstigen Förderkrediten über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Förderberatungsangeboten.

Ziel ist es, das Chancenpotenzial der NRW-Wirtschaft zu heben, ihre mittelständische Struktur zu sichern und zu verbessern, die Finanzierung von Existenzgründungen und deren finanzielle Festigung zu unterstützen sowie Risikokapital für Start-ups und Hochschulausgründungen zur Verfügung zu stellen. Von der Gründung über Zukunftsthemen wie Auslandsexpansion, Digitalisierung, Innovation und Wachstum bis zur Nachfolge - in allen Unternehmensphasen ergeben sich vielfältige förder- und finanzierungsbezogene Bedarfe und Fragen.

Bei der Vergabe ihrer Förderprogramme und Finanzierungslösungen agiert die Förderbank wettbewerbsneutral über das sogenannte Hausbankenverfahren. Die Unternehmer und Gründer beantragen die Förderung bei ihrer jeweiligen kontoführenden Hausbank, die dann den Förderantrag weiterleitet. Die Vorteile für kleine und mittlere Unternehmen sind vielfältig: Sie können sich die historisch niedrigen Zinsen langfristig sichern, von günstigen Tilgungs- und Haftungsvarianten profitieren und ihre Eigenkapitalbasis stärken.

Die aktuell größte Herausforderung für den Mittelstand ist der digitale Wandel. Viele Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nutzen ihn als Chance, ihre bestehenden Geschäftsmodelle nicht nur weiterzuentwickeln, sondern auch neue zu erfinden. Sie investieren in neue digitale Technologien, um Beschaffung, Produktion und Vertrieb besser miteinander zu vernetzen, arbeiten an E-Commerce-Geschäftsmodellen, Smart Services oder Automatisierungstechniken. Sie entwickeln neue Internetanwendungen, stocken ihre Hardware auf, verbessern ihre IT-Sicherheit und kümmern sich um Weiterbildungsmaßnahmen, um ihre Mitarbeiter digital fit zu machen.

Aus gutem Grund: Laut einer Studie der Rheinischen Fachhochschule Köln aus dem Jahr 2018 bringt der digitale Wandel dem Mittelstand mehr Umsatz und Gewinn. Demnach vermelden Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad im Durchschnitt einen Gewinnzuwachs von knapp 20 %.

Auch für die Förderbanken ist es aktuell eine der großen Herausforderungen, die digitale Transformation der Wirtschaft aktiv mitzugestalten. Sie sind gefragt, den Weg in eine digitale Zukunft mit vielfältigen Förderprogrammen zu ebnen. Schließlich müssen die erforderlichen Investitionen finanziert werden. Da gerade bei Digitalisierungsvorhaben ein hoher Anteil an sogenannten weichen Kosten anfällt, wie zum Beispiel für Beratungsleistungen, Forschung und Entwicklung oder Personalkosten, sind die Amortisationszeiten und Sicherheiten für die Finanzierung schwer kalkulierbar.

Damit die Digitalisierung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft nicht an der Finanzierung scheitert, hat die NRW.BANK ihr Förderangebot ausgeweitet und unterstützt gezielt kleine und mittelgroße Unternehmen aus NRW dabei, digitale Strategien für sich zu erarbeiten, neue digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, aber auch ihre Produktion und Verfahren zu digitalisieren.

Zu den ersten Unternehmen, die den Digitalisierungskredit für sich nutzen konnten, gehört die Tischlerei Hüser-Michels aus dem Paderborner Land. Mit 14 Mitarbeitern ist der Familienbetrieb auf den individuellen Innenausbau und maßgefertigte Objekteinrichtungen spezialisiert. Dank der Investition in neueste Technologie gelang es, die Arbeitsprozesse erheblich zu vereinfachen. Nach ihrer Digitalisierungsoffensive ist die Tischlerei mit einer 200-jährigen Tradition jetzt für die Zukunft gut aufgestellt.

Förderbanken vergeben Kredite zu besonders günstigen Konditionen. In Zeiten von Null- oder Negativzinsen sind diese vor allem wegen ihrer besonders langen Laufzeiten gefragt. Doch nicht immer ist Fremdkapital die Lösung, beispielsweise wenn Sicherheiten fehlen. Hier ist Eigenkapital vonnöten. Vor allem für junge Start-ups, Unternehmen in der Wachstumsphase und bei Nachfolgeregelungen ist der Zugang zu Beteiligungskapital entscheidend.

Venture-Capital-Engagement lohnt sich: Nordrhein-Westfalen zählte zuletzt 64 000 Gründungen im Jahr 2017 und gehört mittlerweile laut "Startup-Monitor" des Bundesverbands Deutsche Startups neben Berlin zu den führenden Gründerstandorten in Deutschland.

Die Arbeit von Förderbanken geht aber über die rein monetäre Unterstützung der Unternehmen hinaus. Auch Wissen schafft Werte. Für Nordrhein-Westfalen hat die NRW.BANK gerade in den vergangenen zwei Jahren ihr Förderberatungsangebot quantitativ wie inhaltlich ausgeweitet. Die Förderberater der NRW.BANK helfen Unternehmen und Existenzgründern anbieterunabhängig aus der breiten Vielfalt an öffentlichen Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der EU die für ihr Zukunftsvorhaben passenden Angebote zu finden.

Häufig geht es in der Förderberatung zudem darum, die Fördernehmer auf Gespräche mit Finanzierungspartnern vorzubereiten, ihnen relevante Kontakt- und Beratungsstellen zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie sie ihr Geschäftskonzept und ihre Finanzierungsstruktur weiter optimieren können. So erhalten Forscher und Wissenschaftler, die sich mit einem interessanten Forschungsprojekt selbständig machen möchten, zum Beispiel beim NRW.BANK.Venture Center Beratung zu ihren Förderoptionen. Anschließend werden sie auf dem Weg zur Ausgründung umfassend begleitet.

So vielfältig wie die Bedürfnisse der Existenzgründer und etablierten Unternehmer sind, so vielfältig sind die Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung. Die NRW.BANK ist dabei starker und zuverlässiger Partner. Damit in Nordrhein-Westfalen die Innovationen angestoßen werden können, die das Land für seine Zukunft braucht.

Börsen-Zeitung, 12.06.2019, Autor Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK, Nummer 110, Seite B 10, 874 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019110803&titel=Kraftzentrum-fuer-einen-starken-Mittelstand
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook

Unternehmensbereich: NRW.BANK
Übersicht Kurse / Charts Redaktionelle BerichteResearch
Ad-hoc FinanzanzeigenAktionärsstrukturDirectors’ Dealings
Termine Wertpapiersuche Audio / Video


Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Montag, 23.09.2019

Keine aktuellen Termine vorhanden





























22

0.487765 s