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Redaktion

KOMMENTAR - SPRINGER/KKR
Holt Mathias Döpfner den US-Finanzinvestor KKR an Bord von Axel Springer, weil er sich gegen die individualisierte Offenlegung der Vergütung sträubt? Ein Bündnis mit Private Equity lohnt sich allemal, wie die Sonderzahlung von 12 Mill. Euro von General Atlantic an die Berliner Führungsriege zeigt. Schon das Investment von Hellman & Friedman war lukrativ für Döpfner und die Seinen. Selbstverständlich sind solche Zuwendungen nie Grund für die Hereinnahme von Finanzinvestoren.

KKR hat bei Springer beim "Acting in Concert" mit Verlegerwitwe Friede Springer und Döpfner bessere Chancen, als es die Fonds bei der versuchten Übernahme der ebenfalls mit Onlinerubrikenanzeigen tätigen Scout24 hatten. Die Prämie von 40 % überzeugt und dürfte die Mindestannahmeschwelle von 20 % locker erreichen lassen. Bei Scout24 ging es um 100 % Streubesitz. Und: Garniert wird der Springer-Deal mit einer Gewinnwarnung. Bei Scout24 wurden dagegen rosige Aussichten gemalt. Schlechte Nachrichten führen aber Streubesitzaktionäre eher dazu, die Hand aufzuhalten, als positive Perspektiven.

Noch lassen KKR und Döpfner die Katze nicht aus dem Sack, ob Springer von der Börse soll. Aber dass der regulierte Markt auch hier eher ein Hindernis für die strategische Weiterentwicklung ist, wird deutlich. In der Gesellschafterstruktur ist Springer eingemauert, die 76-jährige Friede Springer will die Kontrolle behalten und sich nicht verwässern lassen, so dass eine Kapitalzufuhr von der Börse nicht in Frage kommt. Doch der Konzern soll wachsen, auch auf Kosten des Ergebnisses.

Und Going Private liegt im Trend. Die Zahl börsennotierter Gesellschaften ist in Deutschland von 761 noch 2007 auf zuletzt 465 gesunken. Gleichzeitig erleben im anhaltenden Niedrigzinsumfeld private Kapital-Pools einen enormen Aufschwung mit Billionensummen, die auf Investments warten. Dahinter stehen Pensions- und Staatsfonds, Family Offices, Versicherungen und anderes institutionelles Geld mit einem längeren Horizont.

Notierte Gesellschaften sehen sich den Risiken von aktivistischen Attacken ausgesetzt, Führungskräfte laufen permanent Gefahr, mit Gesetzen und Regularien in Konflikt zu geraten. Das und die Schwierigkeit, Kapitalerhöhungen durchzuziehen, macht die Börse vielfach zum Hindernis. Weltweit haben die Public-to-Private-Transaktionen 2018 ein Elfjahreshoch gehabt. Hinderlich sind hierzulande lediglich die eigentlich für Kleinaktionäre gedachten Schutzvorschriften, die Hedgefonds ein Eldorado ermöglichen.


Börsen-Zeitung, 13.06.2019, Autor Walther Becker, Nummer 111, Seite 1, 333 Wörter

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