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Redaktion

KOMMENTAR - OSRAM
Für langfristig orientierte Aktionäre von Osram gibt es wenige Gründe, die Übernahmeofferte von Bain Capital und Carlyle anzunehmen. Das beste Argument liefern die beiden Finanzinvestoren selbst: Wären sie nicht von einer Erholung des stark konjunkturabhängigen Geschäfts überzeugt, ließen sie von dem Münchner Lichttechnikkonzern die Finger.

Gewiss, niemand weiß, wann die Nachfrage wieder anzieht. Gerade in der Autoindustrie, mit der Osram die Hälfte des Umsatzes macht, sind die Aussichten trübe. Mit einer Konjunkturdelle wird das Ganze nicht überstanden sein. Auf einen Aufschwung, erst recht auf einen so langen wie zuletzt, folgen einige magere Jahre. Viel Geduld ist deshalb gefragt. Die bringen am ehesten private Anleger auf, die immerhin ein Fünftel der Osram-Aktien besitzen.

Der Frühzykliker Osram bekommt die Konjunkturschwäche schon seit dem vergangenen Sommer zu spüren. Das setzte den Aktienkurs unter Druck - verstärkt von dem erstaunlichen Unvermögen des Vorstands, die Geschäftsentwicklung auch nur einigermaßen treffend vorherzusagen. Und das schon seit ein paar Jahren und schon mit dem zweiten Finanzvorstand.

Irgendwann wird sich das Geschäft von Osram aber wieder beleben. Die Voraussetzungen des Unternehmens für die Rückkehr zu Wachstum und höheren Umsatzrenditen sind jedenfalls gut. Osram ist im Autosegment Weltmarktführer und liegt mit LED-Chips hinter dem japanischen Konkurrenten Nichia an zweiter Stelle. Die Skaleneffekte der im Herbst 2017 in Malaysia eröffneten hochmodernen Produktionsstätte für diese Chips kann Osram derzeit kaum ausspielen. Aber auch das wird sich wieder ändern.

Aus Sicht von Bain und Carlyle hat Osram mit der Ausrichtung auf innovative optische Technologien den richtigen Weg eingeschlagen. Das klassische Lampengeschäft wurde nach China verkauft, die bis vor kurzem noch verlustreiche Leuchtensparte Siteco an Finanzinvestoren. Deshalb können Bain und Carlyle an der Strategie festhalten und wollen sogar mit dem im Aktionärskreis umstrittenen Vorstandschef Olaf Berlien weiterarbeiten. Weitere Fehler und Schwächen des Managements würden sie aber nicht akzeptieren.

Die Aussicht auf einen Vorstand an engen Zügeln, auf eine spätere Konjunkturerholung und die starke Marktposition von Osram: All das macht für Aktionäre mit langfristigem Horizont die Übernahmeofferte unattraktiv. Bain und Carlyle müssen um die angestrebte Mindestannahmequote von 75 % bangen.


Börsen-Zeitung, 05.07.2019, Autor Joachim Herr, Nummer 126, Seite 1, 333 Wörter

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