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DZ-Bank-Vorstand Ullrich fordert Reaktion auf Big Tech

kb Frankfurt - Die deutsche Kreditwirtschaft arbeitet über alle Säulen hinweg gemeinsam an einer nationalen Lösung im Zahlungsverkehr. Unter dem Namen #DK (digitale Kreditwirtschaft) sind die Privatbanken, Sparkassen, Landesbanken sowie die Genossenschaftsinstitute dabei, bisherige Payment-Angebote wie Girocard, Paydirekt und Kwitt in einem neuen Verfahren zu bündeln und dieses eng ans Girokonto zu knüpfen, wie Thomas Ullrich, für Transaction Banking zuständiger Vorstand der DZ Bank, im Interview der Börsen-Zeitung sagt. Die nationale Bündelung könne aber nur ein erster Schritt sein, "danach muss es zügig Richtung Europa gehen". Die Echtzeitzahlungen (Instant Payment), die bereits sehr gut angenommen würden, seien die Langfristperspektive.

Da auch in Europa der Markt für mobiles und digitales Bezahlen noch recht zersplittert ist, hätten französische Banken eine Initiative zu einem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr gestartet mit dem Ziel, Instant Payment als neuen Standard zu etablieren. Noch gebe es bei den Echtzeitzahlungen in Europa einen sehr unterschiedlichen Umsetzungs- und Einführungsgrad auf Länderebene, sagt Ullrich: "Hier besteht Handlungsbedarf." Deshalb sei das Thema bei Banken in Europa auf höchster Führungsebene verankert bei Gesprächen mit der Europäischen Zentralbank (EZB), den Nationalbanken und Aufsehern. EU-Kommission und EZB seien treibende Kräfte: "Hier setzt sich immer stärker die Ansicht durch, dass wir im europäischen Zahlungsverkehr der US-amerikanischen Dominanz etwas entgegensetzen müssen." Der Druck durch amerikanische Technologiekonzerne nehme zu.

In der von Facebook angekündigten digitalen Währung Libra sieht Ullrich durchaus Chancen, aber auch große Herausforderungen, zumal "keine Erfahrungswerte bezüglich der Regulierung digitaler Währungen vorliegen". Es stelle sich die Frage: "Was passiert, wenn Facebook eines Tages nicht mehr existiert?"

Der Start der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 am 14. September könnte als hartes Datum wegfallen. Viele Händler seien noch nicht in der Lage, die neuen Technologien anzuwenden. Erst wenige Karten seien fürs E-Commerce freigeschaltet.

- Interview Seite 4

Börsen-Zeitung, 06.08.2019, Autor Karin Böhmert, Frankfurt, Nummer 148, Seite 1, 283 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019148004&titel=Banken-buendeln-Payment-Angebote
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