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Deutsche Finanzagentur holt "strategische Empfehlungen" ein

bn Frankfurt - Die Bundesregierung eruiert die strategischen Perspektiven der Commerzbank: Die Deutsche Finanzagentur, seit Integration der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) Anfang 2018 auch für die Beteiligungen des Bundes im Finanzsektor zuständig, holt dazu externen Rat ein.

Auf dem "Deutschen Vergabeportal" hat der bundeseigene Finanzdienstleister ein Mandat zur "Beratung bzg. Commerzbankbeteiligung" ausgeschrieben. "Ziel ist die ergebnisoffene Prüfung und Beurteilung der Beteiligung und die Ableitung von strategischen Empfehlungen für das Beteiligungsmanagement", heißt es in der Beschreibung.

Konkret fordert die Finanzagentur nicht nur eine Expertise mit Blick auf die für Herbst angekündigte Veröffentlichung einer neuen Strategie der Bank ein. Zugleich geht es auch um "Handlungsoptionen", wie der Wert der Bank und damit der Beteiligung zu steigern wäre. "In diesem Zusammenhang sollen sowohl die Möglichkeiten des organischen als auch des anorganischen Wachstums (z. B. Joint Ventures, Zukäufe der CBK, Kooperationen, Realisierung von Wertpotenzialen durch Verkäufe von Teilen) beleuchtet werden", heißt es. Die Commerzbank äußert sich dazu auf Anfrage nicht, bei der Finanzagentur wird betont, es handele sich um eine "ergebnisoffene Prüfung".

Mit der Initiative des größten Commerzbank-Aktionärs dürften die Spekulationen um die Zukunft der Bank abermals Fahrt aufnehmen. Seit Jahren wird über den Umgang des Bundes mit seiner Beteiligung gerätselt, spätestens seit dem Scheitern der Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Bank steht die Commerzbank im Fokus europaweiter Konsolidierungsfantasien. Als interessiert an einem Kauf der Bank werden immer wieder BNP Paribas, Unicredit sowie ING genannt.

Der Staat hatte das Haus in der Finanzkrise mit stillen Einlagen und einer direkten Beteiligung über 18,2 Mrd. Euro über Wasser gehalten. Inzwischen ist sein Anteil von 25 % und einer Aktie auf 15,6 % geschrumpft. Diese 15,6 % haben den Steuerzahler 5,1 Mrd. Euro gekostet. An der Börse ist diese Beteiligung derzeit nur rund 1 Mrd. Euro wert.

- Bericht Seite 3

Börsen-Zeitung, 09.08.2019, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 151, Seite 1, 289 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019151005&titel=Bund-stellt-Commerzbank-auf-den-Pruefstand
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