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Redaktion

China kündigt neue Strafzölle auf US-Importe an - Trump reagiert erbost - US-Aktienkurse unter Druck

ms/ku Frankfurt - Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spitzt sich immer bedrohlicher zu - womit trotz der Aussicht auf eine lockere Geldpolitik in den USA und andernorts das Risiko einer weltweiten Wirtschaftsrezession zunimmt. Peking kündigte am Freitag neue Strafzölle auf US-Importe an, auf die US-Präsident Donald Trump am Freitag erbost und mit der Ankündigung von Vergeltung reagierte. Zwar hielt zugleich US-Notenbankchef Jerome Powell die Tür für weitere Zinssenkungen in den USA offen. Aber selbst Notenbanker räumen ein, dass sie die schädlichen Folgen der Handelskonflikte nicht kompensieren können.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt liefern sich seit Monaten einen beispiellosen Handelskrieg, der die Weltwirtschaft zunehmend belastet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das globale Wachstum wiederholt heruntergeschraubt und warnt bei einer Eskalation vor einer Rezession. Der Handelsstreit und die Folgen sind ein wesentlicher Faktor dafür, dass die führenden Notenbanken weltweit wieder in Richtung einer lockereren Geldpolitik steuern. Die US-Notenbank Fed hatte Ende Juli erstmals seit der Weltfinanzkrise 2008 ihren Leitzins gesenkt.

Am Freitag überraschte Peking mit der Ankündigung, zusätzliche Zölle in Höhe von 5 % bis 10 % auf US-Waren im Volumen von 75 Mrd. Dollar zu erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. China zielt dabei speziell auf Produkte wie Sojabohnen, Erdölimporte oder Autos, die Trump mit Blick auf seine Wähler sehr am Herzen liegen.

Trump wetterte auf Twitter gegen die Volksrepublik. "Wir brauchen China nicht", schrieb er. Er weise die "großartigen US-Unternehmen" an, sich nach Alternativen zu China umzusehen. Dies beinhalte auch die Rückkehr von Unternehmen in die USA. "Das ist eine große Chance für die USA", so Trump. Die USA hätten in den vergangenen Jahren Billionen Dollar an China verloren. Er kündigte an, noch am Freitag auf die Ankündigung aus Peking reagieren zu wollen.

Angesichts der neuerlichen Eskalation im Handelsstreit geriet die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Powell am Freitag beim Notenbankertreffen in Jackson Hole in den USA fast in den Hintergrund. Powell sagte, dass die US-Wirtschaft zwar in gutem Zustand sei. Es gebe aber "signifikante Risiken", wie etwa die Handelskonflikte. Die Fed werde "angemessen handeln". Damit schürte er die Erwartung einer weiteren Zinssenkung im September. Er dämpfte aber Erwartungen einer baldigen radikalen Lockerung der US-Geldpolitik. Trump, der das fordert, reagierte scharf. "Meine einzige Frage ist, wer ist unser größerer Feind, Jay Powell oder Chairman Xi?", twitterte er, wobei er den Namen von Powell zunächst falsch ("Powel") schrieb.

Die Eskalation im Handelsstreit und die Trump-Tiraden erzeugten Schockwellen an den Finanzmärkten. US-Aktien gerieten im frühen Handel stark unter Druck. Die Nasdaq gab um 2,6 % nach. Apple sackten um rund 4,5 % ab. Der Goldpreis zog um 2 % auf 1 528 Dollar an. Brent-Öl büßte 2,4 % auf 58,48 Dollar je Barrel ein. Der Offshore-Yuan fiel auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren.

- Berichte Seite 5

Wertberichtigt Seite 6

Börsen-Zeitung, 24.08.2019, Autor Mark Schrörs/Dieter Kuckelkorn, Frankfurt, Nummer 162, Seite 1, 470 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019162003&titel=Zuspitzung-im-Handelsstreit---Fed-signalisiert-weitere-Zinssenkung
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