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Weidmann: Auswirkungen der globalen Unsicherheit schon spürbar

wf Washington - Die aktuellen Risiken für das globale Wachstum können sich durch die richtigen politischen Entscheidungen noch in Chancen wandeln. Dies machten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor der Presse in Washington deutlich. Anlass für die Einschätzung ist die Einigung im Brexit-Streit. "Der Konsens ist ein großer Fortschritt", sagte Scholz mit Blick auf die Einigung zwischen der britischen Regierung und der EU. Die Diskussion in der G20, den führenden Wirtschaftsnationen, gehe in Richtung Chancen, sagte Weidmann. Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20 tagten in Washington am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Gleichwohl überwiegt bislang die Sorge über die Auswirkungen der Unsicherheit durch den internationalen Handelsstreit und geopolitische Risiken. Letztere haben sich durch den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien verstärkt. Der IWF hatte seine Wachstumsprognosen gerade spürbar gekürzt. Auch die Bundesregierung nahm ihre Erwartungen zurück. "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass es nicht ständig weitere Eskalationen im Handelsstreit gibt", sagte Scholz zu den Europa drohenden Autozöllen. Die Frist läuft im November ab. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch bei den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Autozöllen gegen die EU wie im Brexit noch eine Einigung auf der Zielgeraden möglich ist. Weidmann zufolge sind die Auswirkungen der globalen Unsicherheit schon konkret spürbar. Die bereits wirksamen und angekündigten Sonderzölle zwischen den USA und China könnten das Wachstum der beiden größten Volkswirtschaften der Welt mittelfristig um jeweils 0,75 % drücken. Der Welthandel büßt dadurch 1,5 % ein. Hinzu kommen die indirekten Vertrauenseffekte. Bei Verständigungen wie im Brexit könnte die Konjunktur - auch in Deutschland - sich besser entwickeln als jetzt gedacht, sagte Weidmann.

Die neue IWF-Chefin Kristalina Georgieva rief zu verstärkter internationaler Kooperation zur Krisenbekämpfung und Konjunkturbelebung sowie zur Modernisierung des überholten Welthandelssystems auf.

- Bericht Seite 5

Börsen-Zeitung, 19.10.2019, Autor wf Washington , Nummer 201, Seite 1, 289 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019201006&titel=Scholz-mahnt-Deeskalation-im-Handelsstreit-an
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