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Redaktion

DIW-Chef sorgt sich bei Investmentfondstagen um Notenbank-Glaubwürdigkeit

amb/fir/jsc Frankfurt - Überzogene Kritik droht nach Ansicht von Marcel Fratzscher der Europäischen Zentralbank (EZB) zu schaden. Tadel, wie er vor allem hierzulande an EZB-Präsident Mario Draghi - der heute letztmalig eine EZB Ratssitzung leitet - geübt werde, sei wichtig. Kritik dürfe aber nicht über das Ziel hinausschießen. "Die harsche Kritik an Draghi in Deutschland beschädigt die Glaubwürdigkeit der EZB, und Vertrauen ist das wichtigste Asset einer Notenbank", sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch auf den 8. Investmentfondstagen der Börsen-Zeitung in Frankfurt. Die Situation erinnere an die USA, wo Präsident Donald Trump Fed-Präsident Jerome Powell zum Sündenbock gemacht habe. Dass die Glaubwürdigkeit der Notenbanker Schaden genommen haben könnte, bereite ihm große Sorge. "Ich wünsche mir die Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion", sagte Fratzscher. Die EZB steckt ihm zufolge im Dilemma, Preisstabilität gewährleisten und zugleich alle Risiken berücksichtigen zu müssen. Dabei könnten die Notenbanken längst nicht mehr so eigenständig agieren wie früher, da sie international stark eingebunden und verflochten seien. Ihren Instrumentenkasten hat die EZB nach Fratzschers Ansicht entgegen mancher Spekulationen, sie sei am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen, noch längst nicht ausgeschöpft: "Man darf nie unterschätzen, was die EZB noch tun kann. Helikoptergeld ist ein extremes Instrument, kann aber nicht komplett ausgeschlossen werden." Die Geldpolitik nahm der Ökonom grundsätzlich in Schutz, beanstandete aber, dass die EZB Fehlanreize setze und Solvenzprobleme verschleppe.

Für die Fondsbranche steht derweil die Regulierung im Mittelpunkt. "Zehn Jahre ist die Finanzkrise nun her, und wir erleben einen Regulierungssturm, wie er beispiellos ist", sagte Marcus Mecklenburg, Leiter der Rechtsabteilung des Fondsverbands BVI. Die neue EU-Kommission solle in den kommenden Jahren die Regelwerke überprüfen - mit dem Ziel, "die Regulierung zu harmonisieren, Widersprüche zu beseitigen und Wettbewerbsverzerrungen abzubauen, um zu einer echten, besseren Regulierung zu kommen."

- Schwerpunkt Seite 2

Börsen-Zeitung, 24.10.2019, Autor amb/fir/jsc Frankfurt, Nummer 204, Seite 1, 295 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019204005&titel=Fratzscher-warnt-vor-ueberzogener-Kritik-an-EZB
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