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Redaktion

KOMMENTAR - KONJUNKTUR
Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Zumindest vorerst. Denn an den grundlegenden Problemen hat sich nichts geändert. Dass die deutsche Wirtschaft mit einem Mini-plus von saisonbereinigt 0,1 % im dritten Quartal an der technischen Rezession vorbeigeschrammt ist, ist nur als Verschnaufpause zu werten - schließlich haben sich die Hauptrisikofaktoren für die weitere konjunkturelle Entwicklung für einen Ultramarathon angemeldet. Länge? Bislang ungewiss.

So ist zu beklagen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft seit mehreren Jahren deutlich rückläufig ist. Appelle der deutschen Wirtschaft an die Bundesregierung, hier unterstützend tätig zu werden, verhallen teils ungehört, teils springen die ergriffenen Maßnahmen zu kurz. Bei den Unternehmenssteuern etwa ist eine Senkung dringend angezeigt, liegt doch Deutschland bei der Steuerbelastung für Unternehmen auf einem traurigen Spitzenplatz im Ranking der großen Industrienationen. Die gestern beschlossene Soli-Abschaffung für rund 90 % der Zahler klingt gut, doch werden Unternehmer, Selbständige und gut verdienende Facharbeiter weiter belastet. Infrastrukturprojekte werden im internationalen Vergleich nur schleppend umgesetzt - oftmals liegt zwar genug Geld bereit, doch es hapert an den Planungskapazitäten oder die Projekte stecken in jahrelangen Gerichtsverfahren fest. Beim Thema Bürokratieabbau liegen genügend Vorschläge auf dem Tisch, aber ebenso wie bei den Anreizen zur Investitionstätigkeit ist noch nichts wirklich Bahnbrechendes geschehen.

Überhaupt, die Investitionen: Das Gift der anhaltenden politischen Unsicherheit ist nach wie vor im Wirtschaftskreislauf. Der US-chinesische Handelskonflikt harrt immer noch des ersten Zwischenabkommens. US-Präsident Donald Trump hat mit Blick auf die Frage der Zölle auf EU-Autoimporte noch nicht einmal die Entscheidung zur Entscheidungsverschiebung getroffen, und der nächste Zwischenschritt zum Brexit-Ausgang erfolgt erst Mitte Dezember. Insgesamt also ein eher investitionsfeindliches Umfeld. Deutschlands wichtigste Industrie, der Automobilbau, leidet unter strukturellen Problemen, Ansteckungseffekte auf die Zulieferer, den Maschinenbau und die Chemiebranche inklusive.

Zudem ist Vorsicht geboten, da es sich um eine vorläufige Schätzung handelt. Schon eine kleine Revision kann daher aus dem Plus von 0,1 % eine Stagnation oder gar ein Minus werden lassen. Und dann ist sie nach gängiger Definition von zwei Minusquartalen in Folge doch da - die technische Rezession.


Börsen-Zeitung, 15.11.2019, Autor Alexandra Baude, Nummer 220, Seite 1, 328 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019220003&titel=Verschnaufpause
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