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Redaktion

KOMMENTAR - LVMH
Das "Frühstück bei Tiffany", bei dem 1961 Audrey Hepburn in dem Hollywoodfilm in der New Yorker Filiale an der 5th Avenue die Juwelen nur mit den Augen verschlingen konnte, wird zum "Continental Breakfast", so die Analysten von Creditsights. LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, der mit über 200 Mrd. Euro nach Marktkapitalisierung schwerste Konzern in der Eurozone, legt sich mit Tiffany für knapp 15 Mrd. Euro eine US-Ikone zu.

Damit kommen Schmuck, Armbanduhren, Edelsteine und Accessoires der Amerikaner unter ein Dach mit Luxusmarken wie Moët & Chandon, Hennessy, Louis Vuitton, Christian Dior oder Kenzo und in der Abteilung Schmuck und Juwelen mit Bulgari, TAG Heuer, Zenith oder Hublot. So stärkt sich LVMH nicht nur in den USA, wo die Franzosen bislang unterrepräsentiert sind. Sondern sie sorgen auch für einen ausgewogeneren Mix der Luxuspalette - Schmuck ist hier bislang das mit Abstand schwächste Glied. Und sie greifen den Rivalen Richemont an, der im internationalen Schmuckgeschäft mit Marken wie Cartier, Van Cleef & Arpels, A. Lange & Söhne oder Jaeger-LeCoultre als Nummer 1 gilt.

Hinter LVMH steht mit Bernard Arnault der reichste Europäer und nach Amazon-Gründer Jeff Bezos der vermögendste Mensch auf dem Globus. Der 70-Jährige ist Großaktionär des Konzerns, dessen Aktienkurs sich in den vergangenen acht Jahren mehr als vervierfacht hat und heute ein Drittel mehr auf die Waage bringt als der deutsche Spitzenreiter SAP.

Um den Deal in trockene Tücher zu bringen, muss Arnault zwar etwas tiefer in die Vuitton-Tasche greifen als zunächst beabsichtigt. Doch die Fremdfinanzierung stemmt der Konzern, der es zuletzt auf einen freien Cash-flow von 2,4 Mrd. Euro bei einem Umsatz von knapp 47 Mrd. Euro brachte, mit links. Am Bondmarkt und bei Banken ist der Konzern gerne gesehen.

Freilich muss Arnault nun die 182 Jahre alte Tiffany, die Verlobungsringe ab 165 Dollar das Stück im Angebot hat, aber auch Diamanten für 165 000 Dollar feilbietet, als Teil von LVMH erst wieder auf Vordermann bringen. Das Label mit mehr als 300 Läden weltweit hat sich zuletzt schwergetan, jüngere Konsumenten anzusprechen. Auch der Handelskrieg zwischen Washington und Peking geht nicht spurlos an dem Geschäft vorüber, ebenso wenig wie die Auseinandersetzungen in Hongkong, einer der größten Luxus-Drehscheiben. LVMH muss das neue Geschäft in der eigenen Organisation "leveragen" und Tiffany wieder aufpolieren. Den Kulturschock müssen die Amerikaner verkraften.


Börsen-Zeitung, 26.11.2019, Autor Walther Becker, Nummer 227, Seite 1, 377 Wörter

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