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Redaktion

KOMMENTAR - CORONAVIRUS
Der Zeichner der "Sunday Times" hat es geschafft, die diffusen Ängste der Europäer rund um das neue Coronavirus in einer Karikatur zusammenzufassen. "Mein Glückskeks hat geniest", sagt darauf ein Gast in einem China-Restaurant.

In der Volksrepublik ist die Angst viel konkreter. Nachdem das Regime vorschnell für seine vermeintliche Transparenz gelobt wurde, stellt sich immer mehr heraus, dass es - wie schon bei der Sars-Epidemie 2002 - versuchte, das Ausmaß des Problems zu verschleiern.

Wenn auch nur ein Teil der Videos und sonstigen Informationen, die durch den Bambusvorhang dringen, authentisch ist, ist die Lage in Wuhan verheerend. Ein im Internet zu findendes Video enthält den Appell einer Krankenschwester, Masken und andere Hilfsgüter zu schicken. Es fehle an allem, egal was die Regierung behaupte. Anderenorts ist davon die Rede, dass es sich bei den Masken, die an Krankenhäuser geliefert wurden, um Ausschussware handele, die keinen Schutz biete. Die Opferzahlen seien Makulatur, da Patienten schon am Eingang der völlig überfüllten Krankenhäuser abgewiesen würden. Bilder von leer gefegten Supermarktregalen kursieren. Dass sie überhaupt nach draußen dringen, zeugt vom Autoritätsverlust des Regimes.

Noch ist es eine leise Katastrophe, denn die verängstigten Menschen bleiben zu Hause, um nicht angesteckt zu werden, statt ihrer Wut auf den Straßen Luft zu machen. Bei den Lazaretten, die nun in Rekordzeit aus dem Boden gestampft werden, dürfte es sich um nichts weiter handeln als um Verwahranstalten für Infizierte. Heilung gibt es bislang nicht. Dörfer und Gemeinden jenseits der von der Staatsmacht abgeriegelten Gebiete errichten derweil eigene Straßensperren, in der Hoffnung, infizierte Eindringlinge dadurch fernzuhalten. In Hongkong wurde ein Wohnblock niedergebrannt, der als Quarantänestation dienen sollte. Alle gegen alle, scheint das neue Motto zu sein. Aufhalten lässt sich das Virus so aber nicht.

Der wirtschaftliche Schaden, der bislang durch das Coronavirus entstanden ist, ist kaum zu beziffern. Er verblasst allerdings gegen den Vertrauensverlust, den das Pekinger Regime durch die Epidemie erleidet. Vertrauen ist alles. Verlieren die Menschen in so einer Situation den Glauben daran, dass die Regierung in ihrem Interesse handelt, gerät sie schnell ins Wanken. Dann will auch keiner mehr seine Waren gegen Notenbankgeld eintauschen. In China geht es um weit mehr als nur um eine neue Lungenkrankheit.


Börsen-Zeitung, 28.01.2020, Autor Andreas Hippin, Nummer 18, Seite 1, 356 Wörter

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