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Redaktion

KOMMENTAR - AIRBUS
Airbus hat ihre Hausaufgaben gemacht. Während der Dauerrivale Boeing tief in einer Vertrauenskrise steckt aufgrund des Desasters mit dem Mittelstreckenflugzeug 737 Max, stehen für den europäischen Luftfahrtkonzern - trotz des Milliardenverlusts - die Zeichen operativ auf Grün. Der neue Konzernchef Guillaume Faury hat die Baustellen beherzt angepackt, die er von seinem Amtsvorgänger Tom Enders übernommen hatte. Nach dem verkündeten Produktionsstopp für das Großraummodell A380 im Februar 2019 wegen mangelnder Nachfrage schloss der Konzern das unrühmliche Kapitel Korruption im Kerngeschäft ein Jahr später mit einem Vergleich ab.

Rückstellungen für die anstehenden Geldbußen der Strafermittler von insgesamt 3,6 Mrd. Euro und Mehrkosten von 1,2 Mrd. Euro im Militärtransportfliegerprogramm A400M brockten dem Konzern zwar den größten Verlust seit seinem Börsengang ein. Das Unternehmen verdaut diese Belastung aber gut.

Für Faury und seine Mannschaft ist das beendete Verfahren ein Befreiungsschlag, gewinnen sie damit doch den notwendigen Handlungsspielraum zurück, um Airbus in der zivilen Kernsparte weiter voranzubringen. Ohne die Selbstanzeige, mit der die Konzernführung vor vier Jahren die Ermittlungen angestoßen hatte, wären die Strafen für das Unternehmen aus Toulouse womöglich noch viel umfangreicher ausgefallen. Der CEO ging bei der Bewältigung der Altlasten nach dem Motto vor, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Jetzt kann sich Faury endlich voll auf das Thema konzentrieren, mit dem Airbus Mehrwert liefert: den Produktionshochlauf der Verkaufsschlager A320neo und A350. Im Brot-und-Butter-Geschäft mit modernen Mittel- und Langstreckenmaschinen hat der Konzern die Chance, künftig ansehnliche Renditen zu erwirtschaften. Dazu muss er aber die Produktionsraten dieser Baureihen zügig steigern.

Dieses Vorhaben ist kein Selbstläufer. Das Unternehmen sitzt auf einem Berg von Bestellungen. Der Zeit- und Erwartungsdruck von Seiten der Airlines ist groß. Mit Kapazitätsumschichtungen kann Airbus Engpässe ausgleichen: Personal für die auslaufende A380-Serie wird freigesetzt für jene Fertigungslinien, mit denen der Konzern richtig gut Geld verdient.

Bewältigt Faury diese Hürden, stünde Airbus künftig einer Folge von Gewinnzuwächsen nichts mehr im Wege. Seine Prognose impliziert aber eine abnehmende Dynamik. Die Aktionäre müssen sich noch in Geduld üben, bis Airbus voll durchstartet.


Börsen-Zeitung, 14.02.2020, Autor Stefan Kroneck, Nummer 31, Seite 1, 328 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020031003&titel=Huerden-fuer-Faury
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