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Redaktion

KOMMENTAR - BREXIT
Zeig mir einen guten Verlierer, und ich zeige dir einen Verlierer. So sprach der Football-Coach Vince Lombardi. Deshalb muss man es auch nicht schäbig finden, dass die Gegner des britischen EU-Austritts versuchen, die Coronavirus-Pandemie dazu zu nutzen, eine Verlängerung der Übergangsfrist zu erreichen, in der fast alles beim Alten bleibt.

Naomi Smith, die Chefin von Best for Britain, greift auf Bilder des Krieges zurück. Man könne nicht an zwei Fronten kämpfen. Großbritannien könne nicht zwei wirtschaftliche Schocks gleichzeitig überstehen. Eine Verlängerung der Übergangsfrist sei das einzig Verantwortungsvolle, sagt der Luxemburger Europaabgeordnete Christophe Hansen. Auch er spricht von einem "Double Whammy", dem sich Großbritannien aussetze. Er hoffe, dass sich der gesunde Menschenverstand gegen die Ideologie durchsetze.

Eine aktuelle Yougov-Umfrage zeigt, dass eine klare Mehrheit der Briten eine Verlängerung der Ende Dezember auslaufenden Frist begrüßen würde. Man darf allerdings unterstellen, dass ihnen nicht bewusst ist, was das bedeuten würde. Hätte man ihnen gesagt, dass Großbritannien dann weiter ins Budget der Staatengemeinschaft einzahlen und EU-Bürgern Freizügigkeit gewähren müsste, wäre das Ergebnis vermutlich anders ausgefallen. Die Regierung muss sich um solche Umfrageergebnisse nicht kümmern. Premierminister Boris Johnson verfügt seit der Wahl im Dezember über eine Mehrheit von 80 Mandaten im Unterhaus. Und bislang gibt es in der Tory-Fraktion keine wahrnehmbaren Bemühungen, den Vollzug des Brexit weiter hinauszuzögern. In London hat man kein Interesse, ernsthaft über den Entwurf der EU-Kommission für das Abkommen über die künftigen Beziehungen zu verhandeln. Das Coronavirus sorgt dafür, dass man nicht einmal so tun wird, als ließe sich darauf aufbauen. Großbritannien will ein simples Freihandelsabkommen. Sollte sich das bis zum Jahresende nicht bewerkstelligen lassen, wird man zur Not auch auf Grundlage der Regeln der WTO Handel treiben. Die Wechselkurse dürften Handelshemmnisse weitgehend ausgleichen.

Eine Pandemie bringt weder Menschen noch Nationen näher zusammen. Die Angst, sich anzustecken, treibt sie auseinander. Man kann nicht behaupten, dass der mangelnde Zusammenhalt der EU in dieser Situation die Mitgliedschaft attraktiver gemacht hätte. Doch die Brexit-Gegner werden nicht aufgeben. Wie schon der Baseball-Coach Yogi Berra sagte: Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.


Börsen-Zeitung, 01.04.2020, Autor Andreas Hippin, Nummer 64, Seite 1, 336 Wörter

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