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Redaktion

KOMMENTAR - FONDSINDUSTRIE
Was verspricht in der Fondsindustrie überdurchschnittlich hohes Wachstum? Ganz klar, die beiden Themen nachhaltige Investments und börsennotierte Indexfonds, kurz ETFs. Denn zum einen möchten immer mehr Investoren ihr Geld umweltbewusst anlegen. So haben auch alle bedeutenden Vermögensverwalter, wie mit BlackRock auch der größte von ihnen, die Nachhaltigkeit für sich entdeckt. Und Unternehmen, welche die (Um-)Welt zerstören, verlieren an den Kapitalmärkten oder gehen ganz unter. Zudem zeigen mehrere Studien, dass sich eine nachhaltige Ausrichtung von Investments lohnt.

Zum anderen wächst das Interesse der Anleger an den transparenten und preisgünstigen ETFs stetig. Rund 6 Bill. Dollar werden inzwischen bereits im passiven Mantel verwaltet. Denn es gibt keine Gewissheit, dass traditionelle Produkte besser sind als passive. Die meisten aktiv gesteuerten Fonds schaffen es eben sogar nicht, ihre Benchmarks langfristig zu schlagen. Im Vergleich deutlich günstiger sind die ETFs ohnehin in jedem Fall.

Nur was bedeutet diese Gemengelage für renommierte traditionelle Assetmanager, die in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren? Die Antwort ist auch einleuchtend: Wenn sie sich nicht bewegen, werden sie vielleicht bald nichts mehr oder sehr viel weniger bewegen. Marktanteile drohen dann markant zurückzugehen.

Es gilt also, die beiden Wachstumsfelder zu besetzen und dabei zugleich die eigenen Stärken einzubringen und auszubauen. Nichts anderes macht Fidelity, eine Gesellschaft, die weiland mit Peter Lynch einen der besten aktiven Fondsmanager der Welt hervorgebracht hat, indem sie jetzt aktiv gemanagte nachhaltige ETFs begibt (siehe Seite 17). Ebenfalls diesen Weg beschritten hat bereits Franklin Templeton. Und auch BlackRock setzt mit Produkten wie zum Beispiel nachhaltigen Faktor-ETFs auf disziplinierte aktive Strategien im passiven Gewand.

Aktive ETFs sind deutlich preisgünstiger als herkömmliche aktive Fonds und entsprechen somit dem Wunsch der Anleger nach niedrigen Gebühren. Sie bieten zudem die Chance, sich im Massengeschäft Indexfonds, in dem jeder Basispunkt an Gebühren zählt, abzuheben. Darüber hinaus ist es möglich, große Researchteams sowohl für traditionelle Fonds als auch für ETFs einzusetzen und gerade bei heiß diskutierten Nachhaltigkeitsratings mit eigenem Urteil zu punkten. Daher dürften aktive ETFs, insbesondere mit ESG, kräftig wachsen. Auch wenn natürlich nicht jede Fondslösung langfristig outperformen wird.


Börsen-Zeitung, 04.06.2020, Autor Werner Rüppel, Nummer 105, Seite 1, 334 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020105008&titel=ETFs-werden-aktiv
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