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Redaktion

Strategieplan sieht Abbau von knapp 10 000 Stellen vor - Aufsichtsrat berät am Mittwoch

lee/bn Frankfurt - Der Commerzbank steht inmitten eines Führungsvakuums die Ankündigung eines Kahlschlags bevor. Nach Informationen der Börsen-Zeitung plant der Vorstand, bis Ende 2023 mehr als die Hälfte der bundesweit knapp 1 000 Filialen zu schließen. Außerdem ist der Abbau von knapp 10 000 der zuletzt 39 800 Stellen im Konzern vorgesehen. Darin enthalten sind die im vorigen Herbst publik gemachten Kürzungen. Damals hatte das Institut angekündigt, 200 Filialen zu schließen und 4 300 Stellen abzubauen, was durch die Schaffung von rund 2 000 Stellen an anderer Stelle teilweise kompensiert werden sollte.

Das Programm namens "Turnaround" steht am Mittwoch nach Personalfragen auf der Agenda der Aufsichtsräte, anschließend soll eine Aussprache stattfinden. Wie zu erfahren ist, verweist das Konzept des Vorstands an mehreren Stellen auf ein Gutachten, das der Bund als größter Aktionär der Commerzbank 2019 bei der Beratungsgesellschaft BCG in Auftrag gegeben hatte. Bislang hält der Bund dieses jedoch unter Verschluss. Die Kosten der tiefgreifenden Restrukturierung werden dem Vernehmen nach auf rund 1,3 Mrd. Euro beziffert, was in etwa dem Doppelten des bisher veranschlagten Aufwands entspricht. Dabei ist die Gründung einer staatlich bezuschussten Transfergesellschaft für 2 000 bis 3 000 Beschäftigte der Bank geplant, um die sozialen Folgen des Sparprogramms in der Coronakrise abzufedern.

Eine Sprecherin der Commerzbank wollte die Informationen am Montag nicht kommentieren. Im Umfeld des mit gut 5 % an der Commerzbank beteiligten Finanzinvestors Cerberus zeigte man sich derweil verwundert, dass der Aufsichtsrat sich nun mit einem Strategieplan eines Vorstands beschäftigen soll, dessen Vorsitzender Martin Zielke vor dem Wochenende seinen Rückzug bis Jahresende angekündigt hat. Durch die Festlegung einer Strategie sänken die Chancen, einen geeigneten externen Nachfolger für Zielke zu finden, der dann die Pläne umsetzen müsste. Dringender sei es, die Nachfolge für Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann zu regeln, der angekündigt hat, sein Amt zum 3. August niederzulegen. Während als interner Kandidat für die Nachfolge Schmittmanns nach Informationen der Börsen-Zeitung der Schweizer Tobias Guldimann, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, zur Diskussion steht, hat der Bund dem Vernehmen nach Jörg Asmussen, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), ins Spiel gebracht. Der 53-Jährige kennt das Institut aus seiner Zeit als Staatssekretär, in die der Einstieg des Bundes bei der Commerzbank fiel.

In der Frage der Besetzung des Vorstandsvorsitzes haben dem Vernehmen nach interne Kandidaten und dabei Finanzvorständin Bettina Orlopp gute Karten. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB), dem mit Zielkes Rückzug der Präsident abhandenkommt, will möglichst schon bis zur Wochenmitte einen Nachfolger präsentieren, dabei rückt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in den Fokus.

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Börsen-Zeitung, 07.07.2020, Autor lee/bn Frankfurt, Nummer 127, Seite 1, 412 Wörter

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