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Redaktion

Konzernchef Spohr: Zeitfenster von 18 Monaten - Verkauf von "Tafelsilber"

lis Frankfurt - Der Lufthansa läuft die Zeit davon. Angesichts der nach wie vor geringen Nachfrage verbrennt das Unternehmen monatlich 500 Mill. Euro. "Wir haben noch ein Zeitfenster von 18 Monaten, um wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen", rechnete Konzernchef Carsten Spohr bei einer Veranstaltung für die Mitarbeiter vor. Weil sich die Hoffnungen aus dem Juli und August auf ein Anziehen des Verkehres im weiteren Jahresverlauf nicht erfüllt haben, muss Lufthansa nun bei der Flotte und beim Personal tiefere Einschnitte vornehmen. Derzeit liegen die Passagierzahlen mehr als 80 % unter dem Vorjahreswert, die für Oktober eingegangenen Buchungen weisen bislang auf einen Wert von mehr als 90 % unter Vorjahr hin.

Noch sei nichts entschieden, betonte Spohr, der aber davon ausgeht, dass die bisher geplante Streichung von 22 000 Vollzeitstellen nicht reichen wird. Mindestens jeder Fünfte der 140 000 Mitarbeiter müsse wohl gehen, befürchtet der Lufthansa-Chef. Statt der zunächst geplanten 100 Flugzeuge könnten wohl mindestens 130 Flieger aus der Flotte genommen werden. Vieles hänge von der Entwicklung des wichtigen Langstreckengeschäfts ab, das derzeit kaum stattfindet.

Die Passagierzahlen werden laut Lufthansa wohl erst "Mitte dieses Jahrzehnts" Vorkrisenniveau erreichen. Pessimistischer ist Spohr für die Erlösentwicklung - "ob die Umsätze der Jahre 2017 bis 2019 jemals wieder erreicht werden, ist fraglich". Grund dafür sei ein veränderter Passagiermix, weg von Geschäfts- hin zu Privatreisenden.

Spohr will möglichst schnell das vom Staat zur Verfügung gestellte Geld zurückzahlen, "denn nach hinten raus wird es sonst sehr teuer". Geplant ist zunächst eine Umschuldung. Beim Schuldenabbau helfen soll auch der Verkauf von Unternehmensteilen wie etwa der Cateringtochter LSG Europa, für die Spohr eine Veräußerung noch im September in Aussicht stellte. Ins Schaufenster gestellt werden könnten aber auch Finanzdienstleister wie Air Plus oder eine Minderheit an Lufthansa Technik. "Wir werden Tafelsilber verkaufen müssen", kündigte der Lufthansa-Chef an. Anfang nächster Woche berät der Aufsichtsrat über den verschärften Restrukturierungsplan des Vorstandes sowie dessen Strategie für die nächste Dekade.

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Bericht Seite 7

Börsen-Zeitung, 17.09.2020, Autor Lisa Schmelzer, Frankfurt, Nummer 179, Seite 1, 320 Wörter

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