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Redaktion

KOMMENTAR - AUFSICHTSRAT
Daimler muss sich nach einem neuen Nachfolger für den Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff umsehen. Ex-Konzernchef Dieter Zetsche, der Bischoff nach der Hauptversammlung 2021 beerben sollte, will den Job nun doch nicht übernehmen, wie er in einem Interview erklärte. Er habe sich gefragt, ob er dem Unternehmen wirklich einen Dienst und sich selbst einen Gefallen tue. Seine Antwort: Nein.

An mangelndem Stolz über das in den knapp 14 Jahren an der Konzernspitze Erreichte lag es nicht. Zu Recht weist Zetsche darauf hin, dass die erzielten Milliardengewinne und die Erfolge in China erst die finanzielle Basis für die teure Transformation, die Daimler gerade durchläuft, geschaffen haben. Das angestaubte Image, das Mercedes vor Zetsches Zeit hatte, hat die Marke mit dem Stern erfolgreich abgestreift und die Position im Premiumsegment gestärkt.

Unabhängig davon war der Verzicht der richtige Schritt. Zetsche hat den Konzern über eineinhalb Jahrzehnte geprägt, und noch heute hallt sein Wirken nach. So basiert die Elektrifizierungsstrategie auf Entscheidungen, die vor Jahren im Grundsatz getroffen wurden - durch Zetsche und seinen Nachfolger und damaligen Entwicklungschef Ola Källenius. Dieser erhält für die notwendigen Anpassungen der Strategie nun mehr Freiheit. Dem 67-jährigen Zetsche hätte man zwar zutrauen können, dass er Daimler vor sein unternehmerisches Erbe stellt. Der grundsätzliche Interessenkonflikt hätte aber immer wie ein Damoklesschwert über dem Konzern gehangen.

Erschwerend kommt ein zweiter Umstand hinzu. Zetsche hat bereits einen Aufsichtsratsvorsitz - beim Touristikkonzern Tui, der mit staatlicher Unterstützung wie derzeit die gesamte Reisebranche ums Überleben kämpft. Da auch bei Daimler mit der kostspieligen Elektrifizierung, der Aufarbeitung des Dieselabgasskandals und dem Nachfrageabsturz im globalen Automarkt schwierige Zeiten anstehen, sind zwei derartige Posten eine Aufgabe zu viel.

Zetsche hat auf die Aufsichtsratsfrage eine persönliche Antwort gegeben, die VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, der zuvor VW-CFO war, für sich vor Jahren anders beantwortet hat. Die Entscheidung des langjährigen Daimler-Chefs taugt dabei mehr als Blaupause für die sich sicher noch oft stellende Grundsatzfrage: Ist die Cooling-off-Periode mit zwei Jahren zu kurz gewählt? Eine pauschale Antwort kann es zwar nicht geben. In bestimmten Fällen trifft das indes sicher zu, ganz bestimmt bei Daimler.


Börsen-Zeitung, 29.09.2020, Autor Sebastian Schmid, Nummer 187, Seite 1, 339 Wörter

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