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Redaktion

Fondsgesellschaft wirft Marriott Veruntreuung von Geldern vor

nok New York - Zwischen der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Fondsgesellschaft Deka Immobilien und der Hotelkette Marriott International ist ein Millionenstreit um ein ehemaliges Hotel in Manhattan entbrannt. Es geht um das ehemalige Marriott East Side, ein 655-Zimmer-Hotel, das die Deka 2015 für 270 Mill. Dollar für ihren Fonds ImmobilienGlobal gekauft hatte. Der Betreiber Marriott hatte das Hotel im März infolge der Corona-Pandemie zugemacht und es im August ganz aufgegeben. Es ist jetzt mit Bretterverschlägen zugenagelt.

Die Deka Immobilien, die 85 % der Anteile an dem Objekt hält, hatte zusammen mit ihrem New Yorker Joint-Venture-Partner Ashkenazy Acquisition Ende der vergangenen Woche bei einem New Yorker Gericht eine Klage gegen Marriott eingereicht. Der Vorwurf: Veruntreuung von Geldern und Vertragsbruch. Insgesamt forderte die Deka mehr als 50 Mill. Dollar von Marriott. Am Montag, nach einer Anfrage der Börsen-Zeitung bei den Klägeranwälten, zogen Deka und Ashkenazy die Klage überraschend wieder zurück. Eine Begründung für die ungewöhnliche und abrupte Kehrtwende gab es nicht. "Zu laufenden Klageverfahren äußern wir uns nicht", hieß es bei Deka Immobilien. Der offene Immobilienfonds Deka-ImmobilienGlobal sei mit einem aktuellen Immobilienvermögen von rund 5,7 Mrd. Euro weltweit diversifiziert und habe 40 Immobilien in seinem Portfolio. "Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir trotz Einbußen durch die Corona-Pandemie mit einer stabilen Wertentwicklung auf Vorjahresniveau von rund 1,5 %."

Gleichwohl sind die in der Klageschrift aufgeführten Vorwürfe pikant. Die Deka kritisiert darin, dass das Hotel schon vor der Coronakrise schlecht geführt worden sei. Es habe Schimmelbefall gegeben, und ständig seien Gäste in Aufzügen stecken geblieben. Der Verkehrswert lag zuletzt mehr als 100 Mill. Dollar unter dem Kaufpreis.

Weiter anhängig ist eine Klage der Deka gegen den Geschäftspartner Ashkenazy, der 2019 die Deka-Anteile an dem Hotel für 174 Mill. Dollar übernehmen wollte, dann aber einen Rückzieher machte. Ashkenazy weigert sich, Deka die auf einem Treuhänderkonto deponierte Anzahlung von 2 Mill. Dollar freizugeben. Die Deka fordert vor Gericht die Anzahlung sowie die Erstattung der Anwaltskosten für den Rechtsstreit.

Das East-Side-Hotel ist eine von zwei New Yorker Objekten des Fonds, dessen Anteile in den Depots Tausender deutscher Privatanleger liegen. Das zweite Objekt, 2014 für 170 Mill. Dollar erworbene Einzelhandelsflächen an der Einkaufsmeile Fifth Avenue, steht seit mehreren Jahren leer. Der Verkehrswert wurde zuletzt auf 120 Mill. Dollar geschätzt.

- Bericht Seite 3

Börsen-Zeitung, 17.10.2020, Autor Norbert Kuls, New York, Nummer 200, Seite 1, 370 Wörter

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Unternehmensbereich: Marriott International Inc.
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