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Redaktion

Warum neue Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle Wege durch die Krise sein können, aber auch angepasste Absicherung erfordern

Baden-Württemberg, das Land der Tüftler und Denker, ist das Zuhause vieler weltweit erfolgreicher Mittelständler. Wachstum und eine geringe Arbeitslosigkeit - dadurch zeichnete sich der Wirtschaftsraum lange Zeit aus. In den vergangenen Monaten hat die Coronavirus-Pandemie alles überschattet, und die Wirtschaftsleistung ist deutschlandweit eingebrochen. Die Auswirkungen der Pandemie haben gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hart getroffen. Laut einer KfW-Studie erwarten mehr als die Hälfte dieser Betriebe ein langes Nachwirken der Krise. Sie gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage erst im Frühjahr 2021 normalisiert.

Was gerade aber auch offensichtlich wird, ist die enorme Resilienz und Anpassungsfähigkeit des Mittelstands. Die Ergebnisse des Ifo-Geschäftsklimaindex galten im Sommer 2020 als ein erster Hoffnungsschimmer. Sie zeigen, dass sich geringere Infektionszahlen und allmähliche Lockerungen positiv auf die Stimmung im Mittelstand auswirken. Der Index verzeichnete im Juni den stärksten jemals gemessenen Anstieg. Das absolute Niveau liegt aber immer noch deutlich unter dem Wert vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück. Es wird kein leichter Weg aus der Krise. Was zählt: Es geht in die richtige Richtung.

KMU Herzstück der Wirtschaft

In der Öffentlichkeit erfahren aktuell vor allem Großkonzerne wie die Lufthansa große Aufmerksamkeit. Wenn es um mittelständische Unternehmen geht, werden meist Defizite im Bereich Digitalisierung thematisiert. Was dabei oft vergessen wird: KMU sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) zufolge sind 99,5 % aller Unternehmen in Deutschland kleinere und mittelgroße Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Nettowertschöpfung entfällt auf den Mittelstand. Er treibt Innovationen und Technologien voran und verleiht dem Qualitätssiegel "Made in Germany" weltweite Bedeutung.

Und auch in der Nachwuchsförderung punktet der Mittelstand. Über 80 % aller Lehrlinge in Deutschland werden hier ausgebildet. Auch in der Region Stuttgart beschäftigen über 99 % der Unternehmen weniger als 250 Mitarbeiter. Es gibt viele weitere Beispiele für das enorme Gewicht, das KMU einnehmen. Sie alle zeigen klar: Der Mittelstand bildet das Fundament unserer wirtschaftlichen Stabilität.

Schnelle Anpassung

Die Vorteile, die kleinere Unternehmen gegenüber den größeren haben, können sie jetzt als Chancen nutzen. Zahlreiche mittelständische Unternehmen zeichnen sich durch schnelle Prozesse, ihre starke Kundenbindung und nachhaltiges Wirtschaften aus. In der Krise profitieren viele von ihrer in den vergangenen Jahren gestiegenen Eigenkapitalausstattung (KfW Research). Ihre Stabilität bietet KMU ein gutes Fundament für schnelle Anpassungen. Wie anpassungsfähig sie sind, haben viele bereits bewiesen. Laut einer KfW-Befragung im Juli 2020 hat mehr als ein Viertel der KMU aufgrund der Krise Produkt-, Prozess- oder Geschäftsmodellinnovationen durchgeführt. Der Mittelstand präsentiert sich erfinderisch.

Als Partner des Mittelstands steht die Württembergische Versicherung in engem Kontakt zu ihren Firmenkunden. Sich schnell verändernde Rahmenbedingungen erfordern eine ebenso schnelle wie unkomplizierte Unterstützung. So hat beispielsweise die KaMC Stollenmeier GmbH & Co. KG aus Fichtenau, spezialisiert auf den Import und Export von Textilien, ihr Geschäftsfeld in der Krise um den Import von Atemschutzmasken aus Asien erweitert. Als hoch diebstahlgefährdetes Gut eingestuft, galt es hier, das Transportrisiko und damit die richtige Absicherung neu zu bewerten. Und die Bloksma-Engineering GmbH aus Urbach als Hersteller von Zubehör für die KFZ-Industrie produziert und vertreibt nun beispielsweise auch Schutzwände und Mundschutzmasken, was eine Anpassung der Betriebsbeschreibung in der Betriebshaftpflichtversicherung erforderte.

Die Krise bringt es ans Licht

Die Krise bringt oftmals ans Licht, in welchen Bereichen Veränderungen notwendig sind. Für den Mittelstand ist das eine Chance, um sich für die Zeit nach - oder besser mit der Krise - langfristig und zukunftsfähig aufzustellen. Vor allem beschleunigte die Pandemie die Digitalisierung enorm. Laut dem Statistischen Bundesamt arbeiteten in Deutschland Anfang des Jahres nur 12 % der Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause aus. Bei vier von zehn Jobs wäre dabei Homeoffice grundsätzlich möglich. Mit Beginn der Coronavirus-Pandemie sahen sich viele Mittelständler damit konfrontiert, in Rekordzeit digitale Zusammenarbeit zu ermöglichen. Dazu zählten die Beschaffung von Notebooks für die Mitarbeiter und digitale Kollaborationstools zum Beispiel für Videokonferenzen. Es gab kein Aufschieben mehr bei Prozessen, die auch digital möglich sind. Diese Entwicklung ist sehr positiv und zahlt auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von kleineren und mittleren Unternehmen ein.

Bei all den Erleichterungen, die digitale Tools und Arbeitsmöglichkeiten bieten, geraten oft die neuen Risiken in den Hintergrund. Sehr schnell haben zahlreiche KMU Webseiten, Online-Services und digitale Interaktionswege eingeführt. Sicherheitslücken der Hard- und Software werden dabei oft erst nach und nach bekannt. Für Cyberkriminelle bieten sich daher viele Angriffsflächen. Gerade mittelständische Unternehmen unterschätzen dieses Risiko häufig. Eine Befragung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) in Kooperation mit Forsa unter mittelständischen Unternehmen verdeutlicht die große Tragweite von Cyberangriffen. Knapp zwei von drei Unternehmen gaben an, dass sie ohne funktionierende IT-Systeme ihren Geschäftsbetrieb nicht aufrechterhalten könnten. Die Mehrheit der kleineren und mittleren Unternehmen schätzt das Risiko von Cyberkriminalität für das eigene Unternehmen aber als eher gering beziehungsweise sehr gering ein.

Doch der Irrglaube, dass das eigene Unternehmen zu klein und die Daten zu uninteressant seien, kann schnell zum Verhängnis werden. Im schlimmsten Fall ist die Existenz gefährdet. Die richtige Absicherung gegenüber den finanziellen Folgen einer Cyberattacke ist daher für Betriebe unabdingbar. Über die bloßen Kosten für die Wiederherstellung von Daten oder IT-Systemen hinaus sind in den meisten Fällen weitere Ausgaben notwendig. Die Cyber-Versicherung der Württembergischen Versicherung deckt daher etwa auch Schadenersatzansprüche oder Aufwendungen für die Krisenkommunikation ab.

Individuelle Absicherung

Gerade in Zeiten, die mit einer hohen Unsicherheit verbunden sind, zählen Verlässlichkeit und langfristige Partnerschaften, wenn es um die eigene Absicherung geht. Die Versicherungs- und Vorsorgelösungen der Württembergischen Versicherung sind auf die speziellen Anforderungen kleinerer und mittlerer Unternehmen ausgerichtet. Branchenspezifische Lösungen stehen im Fokus - denn Mittelstand ist nicht gleich Mittelstand. Nur so kann das Lebenswerk von Unternehmerinnen und Unternehmern verantwortungsvoll abgesichert werden.

Die Krise hat deutlich gemacht, dass enge Kundenbeziehungen entscheidend sind, um schnell zu reagieren. Aber auch, dass dieser persönliche Kontakt nicht immer physisch sein muss. Nicht nur in der Beratung, sondern auch in der Schadensfallbearbeitung und in Service- sowie Antragsprozessen sind vielfältige Interaktionswege entscheidend.

Ein weiteres Beispiel, das auch in der Krise von hoher Relevanz für Mittelständler bleibt, ist die betriebliche Altersversorgung. Unsichere Zeiten führen zu einer höheren Sensibilität für Risiken. Für Mitarbeiter sind Vorsorgeleistungen daher ein wichtiger Baustein der Arbeitgeberattraktivität und ein Zeichen des gemeinschaftlichen Zusammenhalts im Unternehmen auch in schwierigen Zeiten. Damit Unternehmerinnen und Unternehmer ihre volle Aufmerksamkeit der Führung ihres Betriebs widmen können, gilt es auch hier, den Aufwand gering zu halten und die Prozesse einfach zu gestalten. Über xbAV kann bei der Württembergischen die betriebliche Altersversorgung von der Beratung bis zur Verwaltung digital stattfinden.

Bei Produkten, Prozessen und Interaktionswegen zählen die Bedürfnisse der mittelständischen Kunden. Denn eine maßgeschneiderte und zuverlässige Absicherung ist das Fundament für die zukünftige Stabilität kleinerer und mittlerer Unternehmen.

Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Versicherungen

Börsen-Zeitung, 17.10.2020, Autor Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Versicherungen, Nummer 200, Seite B 3, 1074 Wörter

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