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Redaktion

Nach Squeeze-out wird IT in Service Center der Gruppe verlagert - Bankchefin ist stolz auf hohe Bewertung

ab Düsseldorf - Am 19. November sollen die Aktionäre der HSBC Trinkaus & Burkhardt in einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für das Herausdrängen der Minderheitsaktionäre geben. Im Rahmen eines Bewertungsgutachtens, das auch einen massiven Stellenabbau vorsieht, förderte KPMG als Barabfindung 67,93 Euro je Aktie zutage, ein Kursniveau, das die Aktie zuletzt im Sommer 2018 gesehen hatte. "Wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von gut 1,1 bewertet sind", sagt Vorstandssprecherin Carola von Schmettow im Interview der Börsen-Zeitung. Zum Vergleich: Die Bewertung der europäischen Banken liegt im Schnitt bei lediglich 0,46 und die britische Mutter HSBC bringt es sogar nur auf 0,44.

Die hohe Bewertung basiert nicht zuletzt auf der Planungsrechnung der Bank für den Zeitraum 2020 bis 2025. Darin enthalten ist auch eine überarbeitete Version des 2019 eingeleiteten Effizienzprogramms und diese hat es in sich, werden in Deutschland bis 2022 doch 633 Vollzeitstellen - entsprechend 22 % der Ende 2019 vorhandenen Arbeitsplätze - gestrichen. "Man muss berücksichtigen, dass die Bank in den vergangenen Jahren gegen den Trend Personal aufgebaut hat", relativiert von Schmettow die nackten Zahlen und verweist auch darauf, dass "die Coronakrise die Situation ganz klar verschärft" hat. Viel wichtiger sei allerdings, dass die Bank als 100-Prozent-Tochter der britischen HSBC künftig die Möglichkeiten zur IT-Verlagerung ganz anders nutzen könne. "Das Gros der Jobs, die in Deutschland wegfallen, wandert in Service Center der Gruppe ins Ausland ab. Saldiert werden wir bis Ende 2022 für den deutschen Markt nur 8 % weniger Mitarbeiter haben", macht von Schmettow die Rechnung auf.

Bestandteil der Mittelfristplanung ist auch der Abbau von Risikoaktiva, deren Aufbau die Bank seit 2013 mit ihrer Mittelstandsoffensive forciert hat. Hatten sich die Risikoaktiva Ende 2019 auf knapp 16 Mrd. Euro belaufen, sollen sie nach den neuen Vorgaben bis Ende 2022 um 14 % verringert werden. Das weitere Wachstum werde dadurch jedoch kaum gebremst, glaubt von Schmettow. Dennoch wird sich die Bank auch von Kunden trennen, wenn diese die Angebotspalette nicht ausreichend in Anspruch nehmen. "Wenn ein Kunde nicht wertschätzt, was wir ihm bieten, dann ist womöglich der Punkt erreicht, an dem wir in Analogie zu Netflix überlegen müssen, das kostenlose Probe-Abo zu beenden", umschreibt von Schmettow das Vorgehen. Als teilweisen Rückzug aus dem deutschen Markt - ein Vorwurf, den deutsche Wettbewerber den Auslandsbanken erst im Frühjahr machten - will die Bankchefin das jedoch nicht verstanden wissen: "Ich würde das eher als Aufräumarbeiten bezeichnen, mit denen wir etwaige Versäumnisse der Vergangenheit beseitigen."

Die Planung, welche die Gutachter in nahezu allen Facetten als ambitioniert bezeichnen, will von Schmettow keineswegs als Zugeständnis an London verstanden wissen. "Ich glaube, dass man gerade in Krisenzeiten fokussiert an Themen herangehen muss und nicht halbherzig, Wischiwaschi", bringt von Schmettow den eigenen Anspruch zum Ausdruck.

- Interview Seite 3

Börsen-Zeitung, 24.10.2020, Autor Annette Becker, Düsseldorf, Nummer 205, Seite 1, 452 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020205006&titel=Deutsche-HSBC-plant-massiven-Stellenabbau
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