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Redaktion

KOMMENTAR - CORONA
Ist das jetzt ein neuerlicher "Lockdown" oder doch nur ein "Lockdown light", auf den sich Bund und Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie gestern geeinigt haben? Bei der Präsentation der Beschlüsse am späten Mittwochnachmittag, kurz nach dem Ende des Handelstages in Frankfurt, war sogar von einem "differenzierten Lockdown" die Rede. Schaut man sich die Reaktion der Börse auf die erwarteten Einschränkungen an, ist von Leichtigkeit im Umgang mit der Pandemie jedenfalls nichts mehr zu spüren. Der Dax verlor mehr als 4 %, der Euro Stoxx 600 rutschte auf das tiefste Niveau seit dem Abflachen der Infektionswelle im Frühjahr und auch der S&P 500 verzeichnete einen kräftigen Rückgang.

Im Fall des US-Leitindex hatte das wohl weniger mit den Beschlüssen von Bund und Ländern zu tun als vielmehr mit den schwindenden Hoffnungen auf ein weiteres Hilfspaket aus dem US-Kongress vor der Wahl in der nächsten Woche. Die Märkte in Europa treiben dagegen die Sorgen vor einer neuerlichen Vollbremsung des öffentlichen Lebens und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen um. Schließlich war kurz nach der Vorstellung der Bund-Länder-Beschlüsse durch Bundeskanzlerin Angela Merkel für gestern Abend auch in Paris eine Pressekonferenz angesetzt. Die meisten Beobachter rechneten damit, dass der französische Präsident Emmanuel Macron eine Ausweitung der geltenden Ausgangsbeschränkungen verkünden würde. Selbst der britische Premierminister Boris Johnson könnte gegen seinen politischen Willen schon in den nächsten Tagen gezwungen sein, das öffentliche Leben in seinem Land drastisch nach unten zu fahren. In Italien gab es zuletzt Krawalle wegen neuerlicher Einschränkungen und in Spanien gilt längst wieder der nationale Notstand.

Der "Lockdown" dürfe nicht zum Unwort werden, war gestern in Kommentaren von Analysten zu lesen. Schließlich böten temporäre Einschränkungen des öffentlichen Lebens die beste Chance, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Vor allem in der Gastronomie und in der Veranstaltungsbranche, aber auch bei Reiseunternehmen, Fitnessstudios oder Kleinkunstbühnen, die für die nächsten vier Wochen in Deutschland dichtmachen müssen, dürfte man mit dieser These trotz versprochener Nothilfen heute auf wenig Gegenliebe stoßen. Sie bleibt dennoch richtig. Denn der zeitlich begrenzte De-facto-Lockdown in einzelnen Branchen bietet die Chance, den Showdown mit einem Virus zu bestehen, das mittlerweile auch in Deutschland außer Kontrolle geraten ist.

Börsen-Zeitung, 29.10.2020, Autor Stefan Paravicini, Nummer 208, Seite 1, 353 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020208002&titel=Showdown
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