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DAS CFO-INTERVIEW
Produktion von Impfstofffläschchen läuft auf Hochtouren - Konzern will noch mehr investieren

ak Düsseldorf - Gerresheimer will als Reaktion auf die Pandemie noch stärker investieren. Der Vorstand des Herstellers komplexer Pharmaverpackungen rechnet auch für die Nach-Corona-Zeit mit einem Schub für das Geschäft.

Gerresheimer ist einer von nur drei Herstellern weltweit, die Impfstofffläschchen aus Borosilikatglas produzieren. Sie werden für die Corona-Impfstoffe benötigt und lassen die Werke des MDax-Konzerns auf Hochtouren laufen. "Uns liegen bisher feste Aufträge für 600 bis 700 Millionen Fläschchen vor", sagte Finanzvorstand Bernd Metzner im Interview der Börsen-Zeitung.

Die direkten Erlöseffekte halten sich angesichts des geringen Preises für die Fläschchen von wenigen Cent allerdings in Grenzen. "Wir gehen von etwa 15 Mill. Euro zusätzlichem Umsatz pro Jahr aus", erläuterte Metzner.

Der erhoffte größere Effekt ist ein indirekter: Covid-19 mache Menschen insgesamt sensibler für die Themen Gesundheit, Vorsorge und Impfungen, so Metzner. Für die großen Pharmazeuten sei das wie ein Türöffner. "Und davon profitieren dann auch wir."

Längerfristig sieht Gerresheimer vor allem Chancen im Geschäft mit vorfüllbaren Spritzen. "Wir werden uns hier verstärken", kündigte Metzner an. Denn ein Großteil der biotechnologisch erzeugten Arzneimittel, die im Vergleich zu chemisch produzierten immer wichtiger werden, wird gespritzt. Der CFO spricht von einem bisher noch "recht überschaubaren Marktanteil" und sagt: "Hier müssen wir den Trend mehr und entschiedener wahrnehmen."

Ein weiterer vielversprechender Zukunftsmarkt ist die vernetzte Medizintechnik. Gerresheimer hatte 2018 die schweizerische Sensile Medical übernommen, die eine intelligente Mikropumpe entwickelt hat. Trotz zweier fehlgeschlagener Projekte bezeichnet Metzner den Kauf, der noch vom früheren Management getätigt wurde, als strategisch genau den richtigen Schritt. Das aktuell wichtigste Projekt - eine Mikropumpe für SQ Innovation zur Behandlung von Herzinsuffizienz - liege im Zeitplan und soll 2022 erstmals signifikante Umsätze bringen. Finanzwirtschaftlich hat Gerresheimer Sensile Medical noch nicht im mittelfristigen Ausblick drin. "Wenn die Projekte so erfolgreich werden, wie wir uns das vorstellen, sind wir mit unseren Kennzahlen auf einem anderen Niveau", sagte Metzner. Einige Beobachter würden den Wert der Aktivitäten auf bis zu 1 Mrd. Euro schätzen.

Mit der ganz aktuellen Entwicklung der Geschäfte ist Metzner auch jenseits der Impfstofffläschchen sehr zufrieden: "Freuen Sie sich auf die Zahlen zu unserem vierten Quartal, die wir im Februar präsentieren." Etwas zu üppig fällt bei Gerresheimer derzeit nur die Verschuldung aus. Sie liegt zwischen dem 3- und 3,5-fachen des Ebitda. Angesichts des niedrigen Risikoprofils zeigt sich der CFO entspannt, will aber mit Blick auf mögliche Zukäufe den Schuldengrad mittelfristig etwas reduzieren.

- Interview Seite 8

Börsen-Zeitung, 28.11.2020, Autor Antje Kullrich, Düsseldorf, Nummer 230, Seite 1, 388 Wörter

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