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MARKTPLATZ

Klimafreund Biden

Auf grüne Anlagen bedachte Investoren blicken dem Ausgang der US-Wahlen besonders gespannt entgegen. Denn während die Frage, wer im Weißen Haus sitzt, für den Gesamtmarkt eher von nachrangiger Bedeutung ist, spielen die politischen Machtverhältnisse für einige Branchen durchaus eine große Rolle. Dies zeigt sich an kaum einem Streitpunkt besser als dem Klima- und Umweltschutz...







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Gegensätzliche Pole in der Energiepolitik

Präsident Trump leugnet den Klimawandel und fördert fossile Energieträger - Der Demokrat Joe Biden setzt voll auf den Übergang zu erneuerbaren Energien

US-Präsident Donald Trump leugnet den Klimawandel und würde nach einem Wahlsieg fossile Energieträger weiter fördern. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden hingegen sieht in globaler Erwärmung eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Biden setzt voll auf Investitionen in erneuerbare Energien...





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Feldzug gegen staatliche Eingriffe

Deregulierung zählt zu Eckpfeilern von Trumps Wirtschaftspolitik - Herausforderer Biden hat ganz andere Pläne

 

US-Präsident Donald Trump hat die Deregulierung der Wirtschaft stärker vorangetrieben als jeder seiner Vorgänger. Sein Feldzug gegen staatliche Eingriffe in den Finanzsektor, die Energieindustrie und das Gesundheitswesen stellt einen deutlichen Kontrast dar zu den Plänen des Demokraten Joe Biden...






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Podcast: Extreme Nervosität vor den US-Wahlen

Die Wahl des US-Präsidenten rückt immer näher und die Anleger sind hoch nervös. Die impliziten Volatilitäten an den Märkten, die Ausdruck der Unsicherheit sind, sind so hoch wie seit der Finanzmarktkrise nicht mehr. Wie unklar die Lage ist, zeigt sich auch darin, dass die Umfragen und Wettquoten in den USA für Trumps Herausforderer Joe Biden sprechen, die Märkte aber augenscheinlich auf Trump setzen. Daran hat bisher weder das desaströse TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten noch Trumps Corona-Infektion etwas geändert. Welche Szenarien sind nach der Wahl denkbar und was bedeuten sie für die Märkte? Was passiert, wenn Trump eine mögliche Wahlschlappe nicht akzeptiert? Welche Konsequenzen hätte dies für derzeit schwebende Vorhaben in den USA – etwa ein neues Konjunkturpaket?

 

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich Thomas Altmann, Partner und Head of Portfoliomanagement von QC Partners und Christiane Lang, Redakteurin der Börsen-Zeitung, in der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Hashtag Volatility“.
 



 


Die Wirtschaftskonzepte sind wahlentscheidend
 

Trump plant weitere Steuersenkungen für Unternehmen und Haushalte - Biden will das Einkommensgefälle verringern und grüne Energien fördern


US-Präsident Donald Trump will die Finanz- und Steuerpolitik der vergangenen vier Jahre fortsetzen, während der Demokrat Joe Biden Ärmere entlasten und Investitionen auf erneuerbare Energien konzentrieren will. Inmitten einer Rezession könnten die wirtschaftspolitischen Programme die Wahl entscheiden...


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LEITARTIKEL

Wahl mit kurzen Beinen
 

Vor den herannahenden US-Wahlen überschlagen sich Ökonomen und Analysten mit verschiedenen Szenarien für die Märkte. Solche Planspiele mögen zwar unterhaltsam sein und angesichts der gestiegenen Volatilität im Vorlauf des Urnengangs am 3. November für Anleger auch hilfreich erscheinen. Allerdings hängen die Experten die langfristige Bedeutung der US-Wahlen für die Märkte damit zu hoch. Denn die alte Anlageweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben, gilt auch für die Vereinigten Staaten...

Von Alex Wehnert

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Kampf um eine gespaltene Nation

Der Ausgang des furiosen Duells zwischen Biden und Trump wird Amerikas Zukunft prägen


Sechs Wochen vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen sind die USA als Nation so tief gespalten wie zu keinem Zeitpunkt seit dem Bürgerkrieg vor 155 Jahren. Begleitet werden soziale Unruhen von einer schwächelnden Wirtschaft und einer Gesundheitskrise, deren Ende nicht in Sicht ist. Eigentlich spricht wenig für die Wiederwahl von Präsident Donald Trump...

Die Börsen-Zeitung begleitet die Präsidentenwahl mit einer Artikel-Serie.









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NOTIERT IN WASHINGTON

Der unverwüstliche Präsident

Nach nur 72 Stunden im Krankenhaus ist der mit dem Coronavirus infizierte US-Präsident Donald Trump entgegen dem Rat fast aller Mediziner ins Weiße Haus zurückgekehrt und hat seine Bereitschaft erklärt, praktisch sofort wieder in vollem Umfang in den Wahlkampf einzusteigen. Demokraten sind wie auch eine Mehrheit der Amerikaner entsetzt über jenen Leichtsinn, mit dem der unverwüstlich erscheinende Präsident nicht nur die Pandemie seit über einem halben Jahr schönzureden versucht, sondern nun auch die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter aufs Spiel setzt, von denen mittlerweile fast zwei Dutzend ebenfalls infiziert sind.

Es waren durchaus skurrile Abläufe, die dennoch irgendwie typisch Trump sind. Zunächst hatte er seinen Stabschef Mark Meadows beschimpft, weil dieser berichtet hatte, dass die Vitalzeichen des Präsidenten 24 Stunden lang "besorgniserregend" waren. Prompt wurde sein Leibarzt Sean Conley angewiesen, vor laufenden Kameras zu erklären, wie ausgesprochen gut es dem Präsidenten gehe, und nur nicht die Frage zu beantworten, ob er denn jemals ein Beatmungsgerät benötigt habe, was offenbar der Fall gewesen war.

In einer gezielten Demonstration der Stärke bestand Trump dann darauf, eine Runde um das Walter-Reed-Militärkrankenhaus zu drehen, um Anhängern zuzuwinken, ohne Rücksicht auf die Gefahren für Sicherheitsagenten des Secret Service sowie andere Insassen der gepanzerten Limousine. Am Abend danach entstieg der Präsident dann auf dem Südrasen des Weißen Hauses dem Hubschrauber Marine One, nahm auf dem Balkon prompt die Maske ab, salutierte dem Piloten und feuerte eine Serie von Tweets im Cyberspace ab.

Keiner solle zulassen, dass das Virus sein Leben beherrscht, meint er. Er fühle sich besser als vor 20 Jahren und werde an den für den 15. und 22.10 angesetzten Fernsehduellen mit seinem demokratischen Gegner Joe Biden teilnehmen. Auch dass er gewusst habe, wie es um die Risiken eines verkürzten Krankenhausaufenthalts bestellt ist, "doch ich musste es machen, ich musste führen", versuchte er, sich als unerschrockener, unbezwingbarer Kämpfer zu verkaufen.

Die Entscheidung, vorzeitig das Hospital zu verlassen, hatte der Präsident aus mehreren Gründen forciert. Schließlich versucht er seit Monaten, seinen Gegner Biden als zu "schwach" für das höchste Amt im Lande zu diskreditieren. Nun war es plötzlich der Präsident selbst, der Schwäche und Anfälligkeit ausstrahlte und vom Krankenbett aus zusehen musste, wie Fernsehsender Updates über seinen angeschlagenen Zustand ausstrahlten. Ein Zustand, der sich offenbar erst verbesserte, als Trump mit einem experimentellen "Antikörper-Cocktail" behandelt wurde.

Auch wird Trump nicht entgangen sein, dass er in Umfragen immer mehr an Boden verliert. Wie Wähler zu Protokoll gaben, liegt das vor allem an seinem Umgang mit der Corona-Pandemie. Ein Mittelwert der angesehensten Umfragen ergab am Mittwoch für Joe Biden einen Vorsprung von etwa 9 Prozentpunkten. Natürlich irrten die Meinungsforscher auch vor vier Jahren. Die ebenfalls als unbezwingbar geltende Demokratin Hillary Clinton gewann die Direktstimmenmehrheit mit einem Vorsprung von mehr als 2 Prozentpunkten, unterlag aber hauchdünn in den "Swing States" mit einem hohen Anteil an Wechselwählern und verlor dadurch die Mehrheit der Wahlmänner. Der Unterschied zu 2016 besteht aber darin, dass Biden sowohl in nationalen Umfragen als auch in Staaten mit vielen Wechselwählern die Nase weiter vorn hat als damals die frühere First Lady.

Kein Wunder also, dass Trump, der eine Vorliebe für Einschaltquoten und Umfrageergebnisse hat, sich schnell wieder ins Wahlkampfgetümmel stürzen will. Behalten die Umfragen, deren Methodologie gegenüber 2016 verfeinert wurde, recht, dann dürfte Biden der Sieg schwer zu nehmen sein. Bleibt für den Präsidenten immer noch die Möglichkeit, Wähler einschüchtern zu lassen und wenigstens zu versuchen, die vollständige Stimmauszählung zu blockieren. Ein Vorhaben, das er mit Gerichtsverfahren und Aufforderungen an seine Anhänger, als "Aufpasser" in Wahllokale zu gehen und die Gültigkeit von abgegebenen Stimmen in Frage zu stellen, bereits umzusetzen versucht.
 


Analyse "Im Blickfeld"

 


Verpasste Chance für einen angeschlagenen Präsidenten


Seinen Vorgänger Barack Obama ebenso sowie dessen früheren Stellvertreter Joe Biden, den er in der Wahl am 3. November bezwingen will, geißelt Trump als verschwenderische Sozialisten. Sie hätten die Gesundheitsversorgung effektiv verstaatlicht und der Wirtschaft mit neuen Regularien Fesseln angelegt, die der Konkurrenzfähigkeit der Industrie massiven Schaden zugefügt hätten. Wie erfolgreich ist Trumps Wirtschaftspolitik aber wirklich gewesen, und wird er den Errungenschaften seines demokratischen Vorgängers auch nur annähernd gerecht?

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NOTIERT IN WASHINGTON

Wahlkampfhilfe vom höchsten Gericht

Der Tod der hohen Richterin Ruth Bader Ginsburg, einer Ikone der Liberalen in den USA, zieht wenige Tage nach ihrem Ableben weiter Kreise. Von der Gelegenheit beflügelt, während seiner ersten vier Jahre im Amt gleich drei Richter zum Supreme Court zu ernennen, hat Trump seine Anwälte angewiesen, das Verfassungsgericht einzubinden, um die Briefwahl in Pennsylvania, einem der sogenannten "Swing States" mit einem hohen Anteil an Wechselwählern, zu blockieren.

Dass Ginsburgs Tod den ohnehin schon turbulenten Wahlkampf in Chaos stürzen würde, das war schon am Wochenende klar. Nun legen die Republikaner aber nach und wollen, dass das mit einer Mehrheit von vorläufig 5 zu 3 konservativen Rechtsgelehrten besetzte Verfassungsgericht eine Entscheidung des höchsten Gerichts in Pennsylvania kippt. Dieses hatte vergangene Woche nach einer erbitterten Auseinandersetzung entschieden, die Fristen für das Eintreffen von Briefwahlstimmzetteln zu lockern. In den meisten Staaten werden Stimmen, die mehr als drei Tage nach der Wahl eintreffen, für ungültig erklärt.

Die Entscheidung der Richter in Pennsylvania war nachvollziehbar, insbesondere weil das Weiße Haus seit Monaten versucht, die Briefwahl zu untergraben. Chef der US-Bundespost ist seit Juni der republikanische Spender Louis DeJoy, der 2016 mehr als 1 Mill. Dollar in die Kassen der Trump-Kampagne pumpte. Er ließ auf Wunsch seines neuen Dienstherrn Sortiermaschinen aus Postämtern ebenso wie Briefkästen von Straßenecken entfernen und begründete dies mit Sparzwängen.

In der Tat steckt der United States Postal Service in roten Zahlen und muss sparen. Doch Demokraten argwöhnen, dass es in Wirklichkeit darum geht, die Briefwahl zu torpedieren. Umfragen zufolge neigen nämlich mehr Demokraten als Republikaner dazu, auf postalischem Wege ihr Votum abzugeben. Unter anderem deswegen, weil die meisten von ihnen im Gegensatz zu einem hohen Anteil der Trump- Wähler an Schutzmasken und andere Kontaktbeschränkungen wegen Corona glauben. Seit Monaten werden überall in den USA erhebliche Verzögerungen bei der Zustellung gemeldet. In der ersten Novemberwoche könnten solche Pannen wahlentscheidend sein.

Trump und die Republikaner wollen nun, dass das Gericht in Pennsylvania seine Entscheidung aussetzt und die alten, knappen Fristen wieder gelten. In der Zwischenzeit will man einen Berufungsantrag beim Supreme Court vorbereiten, der die Wahlkommission in dem wichtigen Swing State zwingen könnte, alle nach drei Tagen eintreffenden Wahlzettel wegzuwerfen.

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Mittlerweile hat die Corona-Pandemie in den USA mehr als 200 000 Todesopfer gefordert. Obwohl das Land weniger als 5 % der Weltbevölkerung stellt, lebten mehr als ein Fünftel der Verstorbenen in den Vereinigten Staaten, die zudem für über 21 % aller Erkrankungen verantwortlich sind. Dennoch glaubt Trump nach wie vor, eine Gesundheitskrise, die mittlerweile mehr Tote gefordert hat als sämtliche Kriege, in welche die USA seit der Gründung der Nation verwickelt waren, schönreden zu können.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pittsburgh, selbstverständlich vor einem Publikum, welches die von der Gesundheitsbehörde CDC empfohlenen Kontaktbeschränkungen ignorierte, meinte der Präsident, dass das Virus "praktisch niemanden beeinflusst". Auch mokierte er sich sogar über seinen demokratischen Kontrahenten Joe Biden, weil dieser darauf bestehe, eine Schutzmaske zu tragen.

Er sei überzeugt, dass "das Schlimmste überwunden" sei, gab Trump zum Besten - und das trotz steigender Infektionen in 25 US-Staaten. Auch verdiene sein Umgang mit der Pandemie die Note Eins plus, denn ohne ihn wären nicht 200 000, sondern Millionen von Menschen gestorben. Eine Verharmlosungsstrategie, die aber langsam Verschleißerscheinungen aufweist. Ein klare Mehrheit der Amerikaner hält das Krisenmanagement des Weißen Hauses Umfragen zufolge nämlich für gescheitert und würde sich zudem weigern, einen voreilig freigegebenen Impfstoff zu nehmen.
 



Niedrigere Bewertungen bei Wahlsieg Joe Bidens



Die Analysten des amerikanischen Assetmanagers Nuveen rechnen nicht mit dramatischen Auswirkungen der amerikanischen Präsidentschaftswahl vom 3. November auf die Kapitalmärkte...

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Zwei Präsidenten, zwei durchschnittliche wirtschaftspolitische Bilanzen


Trump und Obama hatten mit unterschiedlichen, aber vergleichbar schweren Krisen zu kämpfen - Kontrastreiche Ansätze zeigten moderate Erfolge

 

Selbst inmitten eines Konjunktureinbruchs, der durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde, schmückt sich US-Präsident Donald Trump mit dem angeblich "größten Job-Boom in der Geschichte". Ungeachtet der Warnungen seitens vieler Experten vor einer möglichen "Double Dip"-Rezession behauptet er, dass die amerikanische Wirtschaft bereits jetzt ein fulminantes Comeback erlebe und nach Überwindung der Pandemie stärker sein werde als je zuvor.

Seinen Vorgänger Barack Obama ebenso sowie dessen früheren Stellvertreter Joe Biden, den er in der Wahl am 3. November bezwingen will, geißelt Trump als verschwenderische Sozialisten. Sie hätten die Gesundheitsversorgung effektiv verstaatlicht und der Wirtschaft mit neuen Regularien Fesseln angelegt, die der Konkurrenzfähigkeit der Industrie massiven Schaden zugefügt hätten. Wie erfolgreich ist Trumps Wirtschaftspolitik aber wirklich gewesen, und wird er den Errungenschaften seines demokratischen Vorgängers auch nur annähernd gerecht?




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NOTIERT IN WASHINGTON

Trump hat größere Sorgen als die Corona-Pandemie


Es gehört zur Tradition bei US-Präsidentschaftswahlen: Alle vier Jahre wird mit dem langen Wochenende zum "Labor Day" nicht nur ein Schlussstrich unter die langen Sommerferien gezogen, sondern zugleich die offizielle Schlussphase des Wahlkampfs eingeläutet. An den Stränden von Cape Cod im Nordosten über Floridas Atlantikküste bis hin nach Kalifornien tummeln sich ein letztes Mal Millionen von Menschen, ehe das Schuljahr beginnt und der Alltag wieder Einzug hält.

Anders als in vergangenen Jahren wird nun aber der Feiertag bei vielen Experten von der Angst begleitet, dass Menschenmassen und die Missachtung von Kontaktbeschränkungen wieder zu einem steilen Anstieg der Corona-Erkrankungen führen könnten. Und das gerade zu einer Zeit, wo die Infektionskurve in vielen Staaten abzuflachen begonnen hatte und diese in "Phase 3" ihrer Wiedereröffnung eingetreten waren, Restaurants, Bürogebäude und andere Einrichtungen also endlich wieder mit 50 Prozent ihrer üblichen Kapazität gefüllt sein dürfen.

Ob die Kurve sich nun wieder dreht und steil nach oben geht, wird sich in den kommenden ein bis zwei Wochen zeigen. Im Gefolge zweier anderer Feiertagswochenenden, nämlich Ende Mai und dann des Nationalfeiertags im Juli, waren die Corona-Fälle wieder nach oben geschossen. Die Gesundheitsexperten bleiben entsprechend nervös. Ein düsteres Bild zeichnete indes die University of Washington. Nachdem diese Woche die Zahl der Todesopfer 190 000 überschritten hatte, prognostiziert eine viel beachtete Studie der Universität einen Anstieg auf über 400 000 Corona-Tote bis Anfang 2021.

Einer, der sich keine Sorgen um neue Erkrankungen macht, ist Donald Trump. Der Präsident dringt seit Monaten auf eine vorzeitige Öffnung der Wirtschaft, versucht konsequent die Pandemie schönzureden, und behauptet nun, dass die Regierung "noch vor einem besonderen Tag, den ihr alle kennt", nämlich dem 3. November, an dem gewählt wird, über einen Impfstoff verfügen wird.

Natürlich büßte Trumps vollmundiges Versprechen an Glaubwürdigkeit ein, nachdem der Pharmakonzern AstraZeneca angekündigt hatte, klinische Erprobungen für einen Covid-19-Impfstoff unterbrechen zu wollen.

Folgenschwerer als die Pandemie könnte für den Präsidenten hingegen ein Artikel in der Zeitschrift "The Atlantic" sein. Darin behauptet der Verfasser unter Berufung auf vier Quellen aus Trumps Umfeld, dass der Präsident sich 2018 bei einem Besuch in Frankreich abschätzig über US-Soldaten geäußert hat. Er soll diese als "suckers and losers", also als "Trottel und Verlierer", bezeichnet haben. Einen Besuch des Aisne-Marne-Friedhofs bei Paris, wo gefallene GIs begraben sind, lehnte Trump jedenfalls ab.

Natürlich wiesen der Präsident und seine Handlanger den Bericht als "fake news" zurück und waren sicher, wie so oft den Skandal problemlos abschütteln zu können. Doch sie ahnten nicht, wie unerbittlich der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden zurückschlagen würde. Biden erinnerte etwa daran, dass sein verstorbener Sohn Beau, der als Generalstaatsanwalt von Delaware trotzdem im Irak diente, "kein Verlierer und kein Trottel war", und weckte damit Sympathien.

Die Strategie zeigte Wirkung, denn zum ersten Mal während Trumps mehr als dreieinhalb Jahren im Amt scheint ein Skandal haften zu bleiben. In den jüngsten Wählerumfragen, die diese Woche veröffentlicht wurden, hat Biden seinen Vorsprung auf etwa 10 Prozentpunkte ausgebaut. Er und die Demokraten haben erkannt und eiskalt ausgenutzt, dass der Präsident damit auch seine eigenen Wähler vergrätzt.

Schließlich stammen viele der Soldaten aus der Mittelklasse sowie ärmeren Familien, die einen wichtigen Teil seiner politischen Basis ausmachen. Alles andere als hilfreich ist auch die Tatsache, dass nun die sonst Trump-loyale Fernsehstation Fox News ebenfalls bestätigt hat, dass der Präsident sich über die toten Soldaten mokiert hat. Kehrt ihm langsam auch sein Lieblingssender den Rücken, dann verheißt das nichts Gutes für den Präsidenten.
 



US-Wahl beeinflusst Sektoren



Die US-Wahlen am 3. November haben eine große Bedeutung auch für die Märkte. Am Aktienmarkt dürften im Falle eines Trump-Sieges Branchen wie Energie und Banken zulegen, während bei einem Einzug von Joe Biden ins Weiße Haus die Autoindustrie und erneuerbare Energien profitieren...




 




 

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US-Demokraten schneiden an der Börse besser ab


Republikaner im historischen Schnitt klar geschlagen - Trump-Protektionismus laut Helaba künftig riskant

 

Amerikanische Präsidenten aus den Reihen der Republikanischen Partei gelten als die bessere Wahl für den Aktienmarkt, da sie üblicherweise über wirtschaftsfreundlichere Wahlprogramme verfügen und diese dann auch umsetzen. Wie die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) jetzt jedoch in einer Studie nachgewiesen haben, kamen in der Vergangenheit Präsidenten aus der Demokratischen Partei während ihrer Amtszeit im Durchschnitt auf die deutlich größeren Kursgewinne des amerikanischen Leitindex S&P 500...


 

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Stark unterschiedliche Visionen

 

Trump setzt auf Alleingänge und Steuersenkungen, Biden auf Multilateralismus und Schuldenabbau


Für den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl wird entscheidend sein, wem Wähler zutrauen, die Corona-Pandemie zu überwinden und die Wirtschaft anzukurbeln. Während Präsident Donald Trump am Status quo festhalten will, plant der Demokrat Joe Biden eine Kehrtwende in der Steuer- und Handelspolitik...







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Dem Gegner klar überlegen


Eigentlich müsste man nach dem demokratischen Nominierungsparteitag das Ergebnis der Präsidentschaftswahl fast vorwegnehmen können. Beim ersten virtuellen Parteikonvent in der Geschichte hat die Oppositionspartei eine gute Figur gemacht. Scharfe, aber berechtigte Angriffe richteten sich gegen den skrupellosen Regierungsstil sowie das Unvermögen des amtierenden Präsidenten Donald Trump, angemessen auf die Ausbreitung des Coronavirus zu reagieren. Gepaart waren diese Attacken auf den Gegner mit Lobgesängen auf den eigenen Spitzenkandidaten Joe Biden, dessen Empathie und nachgewiesene Fähigkeit, politisch zu vermitteln statt die Nation zu spalten, das genaue Gegenteil von Trump darstellen.

Die Kritik an Trump, die Charakterfrage und Bidens überlegene Qualifikationen nach 36 Jahren im Senat und acht Jahren als Vizepräsident in den Mittelpunkt zu stellen, war ein politisch geschickter Schachzug. Vieles spricht deshalb dafür, dass Biden in den Wählerumfragen seinen Vorsprung in den kommenden Tagen weiter ausbauen wird. Umso mehr darf man gespannt sein, was die Republikaner Biden kommende Woche bei ihrem eigenen Medienspektakel entgegensetzen werden.

Zu erwarten ist, dass Trump seinen Rivalen als "Linksradikalen" und Sozialisten beschimpft und "alternative Fakten" als Realität zu verkaufen versucht, ob es um die Lage der Wirtschaft oder um sein Agieren in der Coronakrise geht. So viel derzeit für Biden spricht, insbesondere die Tatsache, dass er in "swing states" mit einem hohen Anteil an Wechselwählern die Nase vorn hat, wissen Demokraten sehr wohl, dass der Sieg längst nicht eingetütet ist. Schließlich hat Trump signalisiert, dass er um jeden Preis im Amt bleiben und zu diesem Zweck Briefwahlen unterminieren will und ein Ergebnis, das nicht in seinem Sinne ausfällt, womöglich nicht anerkennen würde.

Doch angenommen, Biden kann seinen Vorsprung über die Ziellinie retten und steht am 3. November als so souveräner, unanfechtbarer Sieger da, dass selbst Donald Trump kapitulieren müsste: Was käme dann? Bei seiner Inauguration wäre der 46. Präsident 78 Jahre alt. Es gibt mehr als ein Indiz dafür, dass der Demokrat an Energie und Geistesgegenwart eingebüßt hat. Um die Coronakrise zu meistern und die schwächelnde Wirtschaft wieder aus der Talsohle herauszuführen, müsste er sich folglich mit einem erstklassigen Kabinett umgeben, was ihm sicherlich gelingen dürfte.

So gesehen ist anzunehmen, dass Biden einige der Berater an Bord holen wird, die auch während der Obama-Administration Schlüsselpositionen hatten. Auch würde er an einige der wichtigsten Initiativen des früheren Präsidenten anknüpfen. So plant Biden insbesondere, jene Gesundheitsreform, die Trump seit drei Jahren systematisch zu unterlaufen versucht, weiter auszubauen.

Der Demokrat würde aber auch neue Akzente setzen wollen, etwa Unternehmen ebenso wie die wohlhabendsten Amerikaner höher besteuern, über Investitionen in eine "grüne Infrastruktur" mehrere Millionen Arbeitsplätze schaffen und angeschlagene internationale Beziehungen kitten - ob in der Handels-, Sicherheits- oder Umweltpolitik. Auch wird er sich gewiss daranmachen, die US-Bundesstaaten zu unterstützen, die sich als Folge der Gesundheitskrise überschuldet haben, aber gesetzlich gezwungen sind, ihre Haushalte auszugleichen.

Dass Biden jenen Wandel herbeiführen kann, den sein früherer Chef sich vor zwölf Jahren an die Fahnen geheftet hatte, ist unwahrscheinlich. Schließlich ist der Karrierepolitiker ein prototypischer Vertreter jenes "politischen Establishments", in dem Industrielobbyisten mit großzügigen Spenden Gesetzesinhalte maßgeblich beeinflussen. Gleichwohl müsste Biden auch den Forderungen jener progressiven Fraktion aufstrebender, junger Demokraten Rechnung tragen, die der Partei bereits 2018 zu einem Durchmarsch bei den Kongresswahlen verhalfen und ihr in den kommenden Dekaden zweifellos ihren Stempel aufdrücken werden.

Jetzt, da sich Trumps vielleicht einzige Amtsperiode dem Ende zuneigt, kann es aber auch sein, dass Wähler ihre Ansprüche zurückgeschraubt haben. Womöglich wären sie bereits mit einem keineswegs perfekten Präsidenten zufrieden, der sich wie Biden nicht über dem Gesetz wähnt, auf Integration statt Spaltung setzt, das Ziel hat, Amerikas ramponiertes Ansehen auf dem globalen Parkett wiederherzustellen, und somit seinem Gegner in jeder Hinsicht deutlich überlegen ist.

 



Demokraten werfen Trump Wahlmanipulation vor

 

Streit über Umgang mit US-Post eskaliert - Millionen Briefwähler könnten Stimmzettel zu spät erhalten


Der Streit über Briefwähler und die Rolle der Post bei der im November anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA zieht immer weitere Kreise. Die Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, will die Abgeordneten aus der Sommerpause zurückholen, um voraussichtlich Samstag über ein Gesetz abstimmen zu lassen, das weitere Verzögerungen bei der Zustellung von Briefwahlunterlagen verhindern soll. Pelosi wirft Präsident Donald Trump vor, mit einer Kampagne "die Wahl manipulieren zu wollen, indem er die Bundespost sabotiert, um Wählern ihr gesetzlich verankertes Stimmrecht zu entziehen"...







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Joe Bidens "Brücke zur Zukunft"


Zum ersten Mal in der Geschichte könnte eine Frau afroamerikanischer Abstammung "einen Herzschlag von der Präsidentschaft entfernt sein", wie in den USA die Nähe des Vizepräsidenten zum mächtigsten Amt der Welt beschrieben wird. Eine knappe Woche vor Beginn des Nominierungsparteitags der Demokraten, der wegen der Corona-Pandemie erstmals virtuell abgehalten wird, hat der mutmaßliche Spitzenkandidat Joe Biden die kalifornische Senatorin Kamala Harris (55) zu seiner designierten Stellvertreterin berufen...




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Podcast: Die US-Wahl in elf Wochen wirft ihren Schatten voraus

Am 3. November – also in knapp elf Wochen – findet die US-Präsidentschaftswahl statt. Auch das Repräsentantenhaus und ein Drittel des US-Senats werden neu gewählt. Diese Wahlen bewegen die Märkte. Ist dort erkennbar, wer als Favorit gehandelt wird, Amtsinhaber Donald Trump oder Herausforderer Joe Biden? Wie entwickeln sich die Börsen in Wahljahren für gewöhnlich? Worin unterscheiden sich die Wahlprogramme in Bezug auf Wirtschaft und Unternehmen? Welche Erkenntnisse lassen sich aus der 3-Monats-Performance an den Kapitalmärkten kurz vor den Wahlen gewinnen? Ist mit zunehmenden Schwankungen an den Finanzmärkten zu rechnen?

 

Diese und andere Themen stehen im Fokus des Gespräches zwischen Thomas Altmann, Partner und Head of Portfoliomanagement von QC Partners, und Franz Công Bùi, Redakteur der Börsen-Zeitung, in der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Hashtag Volatility“.
 



 











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