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Die Verleihung des FinTechGermany Award 2020



Die Punkrocker der Finanzindustrie

Von Jan Schrader, Frankfurt

Fintechs geben sich jung und wild - und sind doch bereits etabliert, wie die Verleihung "Fintech Germany Award" zeigt.

Über Fintechs sind viele Definitionen im Umlauf, doch keine sitzt so gut wie die Beschreibung, die das Online-Portal "Payment & Banking" dem Berater Maik Klotz in den Mund legt. "Fintech ist der Punkrock der Finanzindustrie." Was sonst?

Wer sich am Donnerstagabend in Frankfurt auf dem "Fintech Germany Award" umsah, der begegnete dort Rebellen, die das Geschäft der Banken und Versicherer anders aufziehen wollen als die Etablierten. Über ein fehlendes Angebot für bestimmte Zielgruppen ärgerten sich gleich mehrere der Visionäre, wie aus den Bewerbungsunterlagen zur Preisverleihung hervorgeht. Dazu zählen die Köpfe hinter Myos, die mit Hilfe einer gezielten Datenauswertung eine flexible Finanzierung für Online-Händler ermöglichen wollen, die Gründer von Qonto und Penta, die sich in früheren Jahren als junge Unternehmer über mangelnde Bankdienstleistungen für frisch gegründete und kleinere Firmen geärgert haben, oder das Team von Getsafe, dessen Führungskräfte sich einst aus eigener Erfahrung über die komplizierte Abwicklung und den Wechsel von Versicherungen verwundert die Augen rieben, ehe sie selbst ein Angebot für Hausrat, Fahrräder, Zahnzusatz, Haftpflicht, Reisen und Rechtsschutz auf den Weg gebracht haben.

Die Finanz-Avantgarde füllt eine Lücke: Die Gründer von Hawk AI etwa verfolgen die Idee, Finanztransaktionen computergestützt und in Echtzeit zu überwachen, um so das Problem der Geldwäsche anzugehen. Die Chance kryptografisch erzeugter Einheiten für diverse Vermögenswerte haben die Gründer von Cashlink, die Emissionen digitaler Wertpapiere ermöglicht, und von Tangany, die die Verwahrung der Kryptowerte bereitstellt, bereits früh erkannt. Raisin-Chef und Mitgründer Tamaz Georgadze hat sich in seiner Zeit bei der Beratungsfirma McKinsey über die unterschiedlichen Zinsangebote in Europa gewundert und später das Portal "Weltsparen" auf den Weg gebracht, das Sparer zu Zinsangeboten im Ausland lotst.

Populäres Genre

So wie auch der Punkrock seiner aufrührerischen Attitüde zum Trotz längst ein etabliertes Genre in der Musikwelt ist, so zeigen auch die Fintechs keine Berührungsangst gegenüber der Branche: Sie bieten ihre Dienste für oder auch über Banken an oder sammeln in der Branche Geld ein. Hinter dem "Fintech Germany Award" stehen wiederum bekannte Adressen der Frankfurter Szene, nämlich die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, das Beratungs- und Researchnetzwerk Techfluence und die WM Gruppe, der Verlag der Börsen-Zeitung. Erfolgreiche Rebellen sind früher oder später selbst ein Teil der Branche.

Die Gewinner des FintechGermany Award 2020

Jedes der ausgezeichneten Fintechs hat in einer der acht Kategorien gewonnen. Der Kryptoverwahrer Tangany siegte als "Seed"-Unternehmen, das in einer frühen Phase Kapital eingesammelt hat. Die auf Online-Händler ausgerichtete Myos setzte sich als "Early"-Adresse nach vorn, während sich die Bankdienstleistungsplattform Penta als fortgeschrittenes Start-up in der "Later"- Kategorie durchsetzte und der stark gewachsene Zinsplattformbetreiber Raisin in der "Growth"-Kategorie. Qonto, der französische Online-Anbieter von Bankdienstleistungen, siegte als ausländischer Dienst in der Rubrik "Foreign".

Thematisch aufgestellt

Die übrigen drei Kategorien sind thematisch aufgestellt: Der Online-Versicherer Getsafe wird als "Insurtech" geehrt, die Firma Cashlink erhält die "Blockchain"-Auszeichnung, während das Anti-Geldwäsche-Unternehmen Hawk AI die Kategorie "AI" besetzt, also für den Einsatz künstlicher Intelligenz ausgezeichnet wird.

Allzu etabliert darf aber auch eine Fintech-Preisverleihung nicht wirken. Kein Hotel oder Bankturm, sondern eine Halle für Handwerks- und Industriemaschinen, die Tatkraft New Hardware Studios im Osten Frankfurts, haben gestern als Bühne für die Verleihung gedient. In der Einladung werden die Gäste geduzt, der Kleidungsstil war nicht festgelegt. "Ihr könnt, aber müsst nicht Euren Anzug oder sonstige formelle Kleidung zu Hause lassen." Ein bisschen Punk muss sein.

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FINANZMARKTKALENDER - NÄCHSTE WOCHE

Ausgezeichnete Start-ups

Verleihung des Fintech Germany Award findet als Hybrid-Veranstaltung real und virtuell statt

Von Franz Công Bùi, Frankfurt

Ein großes Stelldichein der Fintech-Szene mit Investoren und Vertretern der Bankenbranche wird es am Donnerstag geben, wenn ab 18.30 Uhr der Fintech Germany Award 2020 verliehen wird. Allerdings findet die Veranstaltung nicht wie ursprünglich geplant im Frankfurter Tech Quartier, sondern nun als Hybrid-Event statt: zum einen unter Beachtung der coronabedingt erforderlichen Hygienemaßnahmen als Präsenzveranstaltung in den "Tatcraft New Hardware Studios" im Osten der Main-Metropole, zum anderen virtuell per Videostream.

FTGA-Logo
























Der Gründerpreis für Fintech-Unternehmen, dessen Verleihung ursprünglich für Mitte Mai geplant war, aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, wird von Frankfurt Main Finance, Techfluence UK sowie der WM Gruppe, die auch die Börsen-Zeitung herausgibt, verliehen. Moderiert wird der Abend von Bianca Lopes aus Rio de Janeiro, CEO von Talle, einer global operierenden strategischen Mediengruppe, die Banken und Fintechs bei Transformations- und Innovationsprozessen unterstützt, sowie von Nektarios Liolios aus London, einem international agierenden Fintech-Experten und Unternehmer.

Über 220 Bewerbungen

Insgesamt hatten sich über 220 Start-ups für den Gründerpreis beworben. Zur prominent besetzten 19-köpfigen Jury, die von Michael Mellinghoff, Techfluence, und Franz Công Bùi, Börsen-Zeitung, gemeinsam geleitet wurde, zählten Alex von Frankenberg, Geschäftsführer High-Tech Gründerfonds, Matthias Hübner, Partner Financial Services bei Oliver Wyman, Georgios Kargakis, Leiter des agilen Entwicklungszentrums der Allianz Deutschland AG, Nektarios Liolios, Franz von Metzler, Geschäftsführer beim Bankhaus Metzler, Christian Nagel, Co-Founder und Partner von Earlybird, Simon Nörtersheuser, Gründer der Policen Direkt Gruppe, Maria Pennanen, Mitgründerin des Accelerator Frankfurt, Mehrdad Piroozram, Partner bei der Insurtech.vc Management GmbH, Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender der Morgan Stanley Bank AG und Präsident von Frankfurt Main Finance, Florian Reul, Head of Fintech Germany bei Linklaters LLP, Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center, Sebastian Schäfer, Managing Director vom Tech Quartier, Christopher Schmitz, Partner Financial Services bei EY, Alfred Schorno, Business Angel und Fintech-Investor, Nina-Luisa Siedler, Partnerin bei DWF Germany Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, und Alexandra Weck, Ambassador der Fintech Ladies.

Einige Fintechs hatten sich bereits im März bei einer öffentlichen Jury-Sitzung auf dem Finanzplatztag der Börsen-Zeitung vorgestellt und mussten dort einigen Jury-Mitgliedern und dem Publikum Rede und Antwort stehen. In der Folge wurde eine Shortlist mit insgesamt 43 Unternehmen erarbeitet, darunter bekannte Namen wie N26, Creditshelf, Finanzguru, Klarna, Moneyfarm, Raisin oder Trade Republic.

Aus der Shortlist wurden dann die acht Gewinner in den Kategorien "Seed Stage", "Early Stage", "Later Stage", "Growth Stage", "Foreign Entrant into the German Market" sowie in den Sonderkategorien "Insurtech", "Blockchain" und "Künstliche Intelligenz" ermittelt.

Zu den Preisträgern in den vergangenen Jahren zählten u. a. Start-ups wie Catana Capital, Centralway Numbrs, Clark, Liqid, CRX Markets oder auch Scalable Capital. Weitere Informationen finden sich unter http://fintechgermanyaward.de/.


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GRÜNDERPREIS: Shortlist veröffentlicht


Die feierliche Verleihung des diesjährigen Fintech Germany Award (FTGA) im Frankfurter Tech Quartier wurde zwar wegen der Corona-Pandemie auf den 17. September verschoben, doch die Vorbereitungen auf die Vergabe des Gründerpreises werden weiter vorangetrieben.

Aus den rund 220 Bewerbungen von Finanz-Start-ups, die bis zum Stichtag 31. März eingegangen waren, hat sich auf Basis der Bewertungen der 19-köpfigen Jury und mit Hilfe eines ausgeklügelten Punktesystems eine Shortlist mit 43 Fintechs herauskristallisiert, die in den jeweiligen Kategorien, für die sie in Frage kommen, auf den vorderen Plätzen gelandet sind:
 

Actineo  Finoa [Archiv] Penta [Archiv]
Arabesque S-Ray GmbH [Archiv] FinTecSystems GmbH [Archiv] Qonto [Archiv]
Billie Fintiba Raisin [Archiv]
Bitbond [Archiv] Firamis  RideCapital
Cashlink [Archiv] Fraugster  Risk42 
ControlExpert [Archiv] GetSafe GmbH [Archiv] riskine
Coya [Archiv] Hawk AI [Archiv] Spherity 
creditshelf AG [Archiv] Idee GmbH SumUp [Archiv]
CrossLend [Archiv] Klarna [Archiv] Tangany GmbH 
Crypto Tax Landopay Taxfix App
eBot7 Mambu [Archiv] Thinksurance 
Elinvar [Archiv] Moneyfarm [Archiv] Trade Republic [Archiv]
Finanzguru Myos troy
Fincite GmbH [Archiv] N26 [Archiv]  
Finexity AG Nect  


Aus dieser vorläufigen Rangliste werden dann in einer Jury-Sitzung die Gewinner in den acht Kategorien "Seed Stage", "Early Stage", "Later Stage", "Growth Stage", "Foreign Entrant into the German Market" sowie "AI", "Blockchain" und "Insurtech" ermittelt.

Weitere Informationen zum FTGA, der zu den führenden Auszeichnungen für Fintech-Unternehmen in Deutschland zählt und von Frankfurt Main Finance e. V., Techfluence UK und WM Gruppe, die auch die Börsen-Zeitung herausgibt, verliehen wird, finden sich unter http://fintechgermanyaward.de/.

FTGA-Shortlist