Redaktion

Marktbericht

Spannung vor Wahl in Großbritannien
Von Wolf Brandes, Frankfurt

Mit Spannung erwarten die Marktakteure den Ausgang der britischen Unterhauswahl am Donnerstag. Die Wahllokale sind bis 22 Uhr Ortszeit geöffnet, und am frühen Freitagmorgen (gegen 2 Uhr) sollte klar sein, wer die Wahl gewonnen hat. Meinungsumfragen hatten zuletzt den Eindruck erweckt, dass die regierenden Tories vorn liegen, doch Labour konnte zuletzt etwas aufholen, und das britische Wahlrecht ist immer für eine Überraschung gut. Das Ergebnis dürfte vor allem das Pfund spürbar bewegen. Die britische Devise hatte sich in den vergangenen Wochen Zug um Zug verteuert.

Am Mittwoch beziehungsweise Donnerstag tagen die zinspolitischen Gremien der  Fed und der EZB. Erwartet wird,  dass der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank  auf dem eingeschlagenen Kurs bleiben und am derzeitigen Zins – der im laufenden Jahr dreimal gesenkt wurde – festhalten wird. US-Präsident Donald Trump hält die Zielzone von 1,5 bis 1,75 % weiterhin für zu hoch, doch das dürfte nach Einschätzung der Beobachter die Fed kaum beeindrucken. 

Am Donnerstag  leitet die neue Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde erstmals die Sitzung des EZB-Rates. Große geldpolitische Entscheidungen sind nach den weitreichenden Lockerungsbeschlüssen bei der September-Sitzung nicht zu erwarten. Allerdings  werden Marktteilnehmer genau registrieren, wie sich Lagarde in der Pressekonferenz im Vergleich zu ihrem Vorgänger Draghi präsentiert. Für die Anleihenmärkte dürfte es damit von Seiten der Geldpolitik kaum eine Überraschung geben.
Unter den zahlreichen Konjunkturdaten der kommenden Tage sind die US-Einzelhandelsumsätze zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts hervorzuheben, die nach Konsensschätzungen um 0,4 % gegenüber Oktober steigen dürften. Bei den US-Verbraucherpreisen­ rechnet die Commerzbank mit einem Anstieg von 0,3 % gegenüber Oktober.

Nachdem die Berichtssaison  zum dritten Quartal weitgehend abgeschlossen ist, gibt es am Mittwoch die Jahresergebnisse von Metro und Tui sowie Zahlen weiterer  Werte aus der zweiten und dritten Reihe. Neben der Bilanz und dem Ausblick wird beim MDax-Wert  Metro   der Verkaufsprozess von Real sowie die Übernahmediskussion im Fokus stehen. Tui, deren Aktie im FTSE 100 enthalten ist, hat die Veröffentlichung der Bilanz wegen der britischen Wahl um einen Tag vorgezogen.

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