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Redaktion

Marktbericht

Zinssitzung der Zentralbank im Fokus – Kriegsgefahr am Persischen Golf als Risikofaktor
Von Dieter Kuckelkorn, Frankfurt

Aus Sicht der Akteure am Aktienmarkt steht die Europäische Zentralbank (EZB) im Mittelpunkt des Interesses. Am Donnerstag, so wird erwartet, könnten die Notenbanker  anlässlich der Sitzung des EZB-Rats den Einlagensatz um 10 oder sogar 20 Basispunkte senken. Auch weitere Maßnahmen wie die Einführung einer Zinsstaffelung für Banken bis hin zu einer Reaktivierung des Kaufprogramms sind denkbar. Ulf Krauss, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), weist darauf hin, dass zuletzt in diesem Zusammenhang sogar der Ankauf ungesicherter Bankanleihen ins Gespräch gebracht worden sei. Krauss vermutet aber, dass der EZB-Rat erst im September den Einlagensatz moderat senken wird. „Der EZB-Rat hätte dann eine bessere Argumentationsbasis, diese nicht ganz unkritische Entscheidung zu ‚verkaufen‘, und es gäbe mehr Vorbereitungszeit“, ist er überzeugt. Nach Ansicht des Helaba-Strategen Markus Reinwand sind neben den Zinsen die Unternehmensgewinne die wichtigste Komponente der Aktiengleichung. Die Anleger seien derzeit hin- und hergerissen zwischen Wachstumszweifeln inklusive der  damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne sowie Zinssenkungen auf der anderen Seite. Hierzulande sei die Bewertungssituation zwar insgesamt noch unkritisch. Allerdings hätten die jüngsten Gewinnwarnungen prominenter Dax-Mitglieder für Verunsicherung gesorgt.
Nach Einschätzung von Michael Bissinger, Analyst bei der DZ Bank, überwiegen kurzfristig die Risiken am Aktienmarkt. Allerdings zählten die Dividendenrenditen von 4,1 % beim Euro Stoxx 50 und 3,8 % beim Dax zu den höchsten unter den etablierten Indizes und böten somit eine attraktive Stillhalteprämie.
Es gibt noch eine weitere Variable, die Einfluss nehmen könnte: Aktuell haben die Spannungen am Persischen Golf zwischen dem Iran und den USA noch einmal deutlich zugenommen. Eine kriegerische Auseinandersetzung liegt jederzeit im Bereich des Möglichen, auch wenn US-Präsident Donald Trump sie mit Blick auf seine Wiederwahl am liebsten verhindern würde. Aktuell wird der Ölpreis durch die Konjunktursorgen und die schwache Nachfrage gedeckelt. Eine Konfrontation am Golf könnte aber sehr schnell den Ölpreis drastisch  nach oben treiben, was  für kräftige Verluste am Aktienmarkt sorgen würde.

URL zum Artikel: http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=326&typ=1

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