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Redaktion

Marktbericht

Unternehmensgewinne spielen am Aktienmarkt derzeit kaum eine Rolle
Von Dieter Kuckelkorn, Frankfurt – Der Dax hat seine Verluste im Rahmen der Coronakrise bereits weitgehend überwunden. Aktuell weist er gegenüber dem Stand vom Jahresanfang lediglich noch einen Verlust von knapp 5 % auf. Ähnlich sieht die Situation in den USA aus. Der Benchmark-Index S&P 500 kommt gegenüber Anfang Januar nur noch auf ein Minus von knapp 3 %.
Auch wenn nun weltweit eine zweite Pandemiewelle droht – sofern die erste überhaupt überwunden wurde –, dürften sich die negativen Folgen für die Märkte in Grenzen halten. Allerdings merken die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) an, dass sich für den Dax auf Basis von Rückrechnungen bis ins Jahr 1965 kein signifikanter statistischer Zusammenhang zwischen der Performance des Aktienmarktes im ersten Halbjahr und im zweiten Halbjahr erkennen lässt. Und ferner stelle sich die Frage, was am Aktienmarkt bereits eingepreist sei und wo Überraschungspotenziale liegen. Das dritte Quartal stehe daher unter der Überschrift eines „Realitätschecks“. Angesichts der hohen Bewertungen seien Aktien verwundbar. Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, merkt zudem an, dass im Fall einer zweiten Pandemiewelle mit entsprechenden Lockdown-Maßnahmen die erneute Rezession tief und wohl auch relativ zäh wäre, da die Verunsicherung stark ansteigen würde und die Spielräume in der Fiskal- und Geldpolitik zu einem großen Teil bereits ausgeschöpft worden seien.
Auf der anderen Seite haben sich die Pandemiefolgen bereits deutlich  in der Gewinnentwicklung der Aktienmärkte niedergeschlagen. So sind, wie die DZ Bank errechnet hat, in Europa die Unternehmensgewinne im ersten Quartal um 37 % eingebrochen. Für 2020 werde ein Gewinnrückgang im Stoxx 600 von 30 % erwartet. Langfristig treibe die steigende Ertragskraft der Unternehmen die Kurse. 
Allerdings werde es in der aktuellen Situation noch dauern, bis die Ertragskraft der Unternehmen wieder die dominierende Rolle für die Aktienkurse einnehme. Denn derzeit werde die Liquiditätsversorgung der Notenbanken bewirken, dass Aktien nachgefragt blieben. „Mit Blick auf 2021 sollte noch weiteres Kurspotenzial bestehen, zumal es im Zeitablauf wahrscheinlicher wird, dass die Corona-Pandemie erfolgreich be­kämpft werden kann“, betont Christian Kahler, Analyst bei der DZ Bank. Insgesamt scheine der geld- und fiskalpolitische Impuls stark genug, um den Aktienmärkten Auftrieb zu geben. Daher hat die DZ Bank ihre Prognose für den Dax zur Jahresmitte 2021 auf 13 500 Punkte  gesetzt. Sollte dies zutreffen, würde der Dax trotz einer möglicherweise weiterlaufenden Coronakrise fast bis auf Rekordniveau steigen.

URL zum Artikel: http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=326&typ=1

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