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Redaktion

Marktbericht

Akteure hoffen auf sich fortsetzende Annäherung im Handelsstreit – US-Quartalssaison im Fokus
Von Dieter Kuckelkorn, Frankfurt
Verkehrte Welt? In Europa haben sich die Probleme in der gerade beendeten Handelswoche noch einmal verschärft, weil der von der britischen Regierung mit Brüssel ausgehandelte Plan über einen geordneten Austritt des Landes aus der Europäischen Union vor dem britischen Parlament gescheitert ist. Gleichwohl zeigt sich der Aktienmarkt vor dem Wochenende in einer positiven Stimmung. Dem Dax ist es nicht nur ge­lungen, die Marke von 11 000 Punkten zurückzuerobern. Zeitweilig kletterte er sogar über 11 100 Punkte. Auf Wochensicht hat sich damit ein respektabler Anstieg von rund 3 % ergeben. Gegenüber dem Tief vom Dezember hat sich der Dax sogar wieder um rund 6 % erholt.
Dazu trägt maßgeblich bei, dass die Marktteilnehmer nicht davon ausgehen, dass es nun in jedem Fall zu einem ungeordneten Brexit kommen wird. Es wird vielerorts die An­sicht vertreten, dass es jetzt verstärkte Anstrengungen geben wird, durch Kompromissbereitschaft auf allen Seiten zu einem Plan B zu gelangen, der einen geordneten Austritt Großbritanniens doch noch ermöglicht. Einige Beobachter schließen sogar nicht aus, das Großbritannien in der EU bleiben könnte. Ob dies alles realistisch ist, muss sich zeigen. Die Entwicklungen haben jedoch zu einer spürbaren Aufhellung des Sentiments am Aktienmarkt beigetragen. Wie die Analysten der DZ Bank an­merken, finden nun positive Nachrichten wie ein Verhandlungsergebnis im Handelskonflikt, Wachstumsimpulse seitens der chinesischen Re­gierung oder eine langsamere Gangart der US-Notenbank bei den Leitzinserhöhungen wieder mehr Aufmerksamkeit.
Was den amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt betrifft, scheint in der Tat Bewegung in die bislang starren Fronten gekommen zu sein. Der chinesische Vizeministerpräsident Liu He soll am 30. und 31. Januar in die Vereinigten Staaten reisen, um dort an die kürzlich beendete Gesprächsrunde anzuknüpfen, die zwar noch kein belastbares Ergebnis brachte, aber allgemein positiv bewertet wurde. Sollte es zu einer weiteren Annäherung der beiden Kontrahenten kommen, könnte dies auch den europäischen Aktienmarkt deutlich beflügeln und dort insbesondere die Automobilwerte stützen, weil diese Konzerne unter einer Verschärfung des Konflikts  besonders leiden würden. Das „Wall Street Journal“ meldete jedenfalls, die US-Regierung denke be­reits über eine Reduzierung der Zölle auf chinesische Produkte nach. Auswirkungen auch auf den europäischen Markt dürfte ferner die in Fahrt kommende US-Quartalssaison haben. Die Erwartungen sind allerdings hoch. So rechnen beispielsweise die Analysten der DZ Bank damit, dass die Unternehmen im S&P 500 das fünfte Quartal in Folge ein zweistelliges Gewinnwachstum – nämlich aktuell von 11,4 % – erreicht haben. Im Mittelpunkt stehen werden allerdings die von den Unternehmen gegebenen Prognosen, wobei bislang rund zwei Drittel der Firmen ihre Erwartungen gesenkt haben, was auch die Analysten veranlasste, ihre Ansprüche zu redu­zieren.
Für die neue Börsenwoche stehen einige wichtige Makrodaten auf dem Programm. So werden am Donnerstag die Einkaufsmanagerindizes für die verarbeitende Industrie und das Dienstleistungsgewerbe der Eurozone und derer Mitgliedsländer sowie der USA veröffentlicht. Am Freitag folgt dann der vielbeachtete Ifo-Index, der gemäß der Konsensschätzung leicht von 101 Punkten im Vormonat auf aktuell 100,5 Punkte ge­sunken sein dürfte.
 

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