Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 12.404,00+0,28% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.813,75-0,67% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.427,00+0,32% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 26.710,00+0,05% Gold: 1.199,66-0,62% EUR/USD: 1,17470,00%
Redaktion

Marktbericht

Zwanzig Jahre Konfrontation erwartet – Helaba konstatiert Sorglosigkeit der Marktteilnehmer
Von Dieter Kuckelkorn
Trotz der Eskalation in dem von US-Präsident Donald Trump losgetretenen Handelskrieg hat sich der europäische Aktienmarkt in der gerade beendeten Handelswoche gar nicht schlecht entwickelt. Dax und Euro Stoxx 50 verzeichneten in den fünf Handelstagen einen Anstieg von jeweils rund 2 %. Noch gelassener wird der Streit in den USA gesehen. Der Benchmark-Index S & P 500 markierte mit 2 941 Punkten ein Allzeithoch.
„Die weitere Eskalationsstufe im Zollstreit haben die Aktienmärkte sehr gut verkraftet“, merken die Aktienstrategen der DZ Bank dazu an. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern haben die neuen Strafzölle auf Importe aus China im Volumen von 200 Mrd.  Dollar deswegen kaum Eindruck am Markt hinterlassen, weil man dort mit Schlimmerem gerechnet hatte.  Zudem gehen viele Beobachter davon aus, dass sich die politische Stimmung nach den Kongresswahlen Anfang November wieder entspannen könnte.
Diese eher freundliche Perspektive könnte sich allerdings als eine Fehleinschätzung herausstellen. Der amerikanisch-chinesische Handelsstreit könnte länger andauern und schwerwiegender ausfallen, als viele Marktteilnehmer glauben. So hat jetzt Jack Ma, Gründer des chinesischen Internet-Konzerns Alibaba, gewarnt, dass die Konfrontation der beiden Großmächte noch 20 Jahre anhalten könnte, womit sie weit über die Amtszeit von Trump hinausreichen würde. Ma erwartet, dass Unternehmen in China, den USA und Europa in Schwierigkeiten geraten werden, wenn  der Handelskrieg fortgesetzt wird.  Bemerkungen von Trump deuten auf weitere  Konfrontationsstufen hin. Der Präsident stellte nämlich in Aussicht, dass es weitere Strafzölle auf Importe aus China im Volumen von mehr als 267 Mrd. Dollar geben werde, falls Peking Gegenmaßnahmen ergreift. Damit würden chinesische Exporte in die USA im Volumen von insgesamt 517 Mrd. Dollar betroffen sein – das wäre praktisch die Gesamtheit der chinesischen Ausfuhren nach Amerika. Peking hat aber bereits angekündigt, Güter aus den USA im Volumen von 60 Mrd. Dollar mit Strafzöllen zu belegen, so dass für weiteren Zündstoff gesorgt ist. Dementsprechend merkt auch Claudia Windt, Analystin bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) an, das Vertrauen der Marktteilnehmer auf eine gütliche Lösung im transpazifischen Handelskonflikt sei von einer gewissen Sorglosigkeit gekennzeichnet.
Sorgen sollte aber nicht nur die Konfrontation zwischen den USA und China bereiten. Michael Bissinger, Analyst der DZ Bank, macht darauf aufmerksam, dass europäische Unternehmen zunehmend unter der anziehenden Zahl der Krisenherde litten und dass auch für die Aktienmärkte die Häufung an Krisen zunehmend negativer werde. Zu erwarten ist, dass spätestens mit dem nächsten Schlagabtausch die Aktienmärkte sensibler auf das Thema reagieren werden.
 

URL zum Artikel: http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=326&typ=1

BZ Artikel twittern



























21

0.118770 s