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Redaktion

Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung

Corporate Finance Award 2017 – Aktuell

Themenschwerpunkt: CORPORATE FINANCE SUMMIT














































Mut und Wandel prägen M&A-Markt

Außenwirtschaftsrecht spielt durch Protektionismus und Sanktionen größere Rolle bei Transaktionen


Welche Gründe hat der M&A-Boom? Wird er sich fortsetzen? Und warum werden spezialisierte Unternehmen am Markt derzeit höher bewertet als Mischkonzerne? Über diese und weitere Fragen diskutierten die Finanzvorstände von United Internet und Delivery Hero mit Professor Christoph Schalast.

igo Frankfurt - Der globale Markt für Mergers & Acquisitions ist mit einem Rekord von mehr als 1,1 Bill. Dollar in das Jahr gestartet. Für Christoph Schalast, Jurist und Professor für M&A, Wirtschaftsrecht und Europarecht an der Frankfurt School of Finance, steht fest, dass sich der Markt nach den Übernahmen durch Finanzinvestoren und Private-Equity-Fonds in den Jahren 2004 bis 2007 nun "in einer siebten Welle" befindet. Das hänge mit der hohen Liquidität im Markt, vor allem aber mit dem "Mut der Unternehmen zu grenzüberschreitenden Transaktionen" zusammen. Anders als Frank Krause, Finanzvorstand von United Internet, sieht Schalast in der Digitalisierung keinen zusätzlichen Treiber. Diese führe zu einem dynamischen Umfeld, weil sich Geschäftsmodelle durch die zunehmende Digitalisierung schneller als bisher änderten, entgegnete Krause. Die Übernahmen sprächen dafür, dass schneller und mutiger darauf reagiert werde.

Unterschiedliche Meinungen gab es zu der vom Moderator und Chefredakteur der Börsen-Zeitung Claus Döring gestellten Frage, ob es sich bei der höheren Bewertung fokussierter Firmen im Vergleich zu Mischkonzernen um einen kurz- oder langfristigen Trend handele. Für Schalast ist durch die Historie schwankender Präferenzen am Markt Ersteres der Fall. Einen Zusammenhang sieht er mit der verschärften Beurteilung von Transaktionen durch Kartellämter. Krause entgegnete, dass Übernahmen von den Behörden zunehmend auf europäischer Ebene und damit in einem europäischen statt nationalen Kontext bewertet würden. Dadurch würden auch einst undenkbare Fusionen möglich. Als Beispiel nannte Krause die wohl anstehende Übernahme von Unitymedia durch Vodafone. Kabel Deutschland war 2004 mit dem Kauf der Unitymedia-Netze am Bundeskartellamt gescheitert.

Für ein Unternehmen wie Delivery Hero sei Fokussierung nicht nur ein Trend, sagte deren CFO, Emmanuel Thomassin. "Wir kommen aus einer jungen Industrie, die in den vergangenen drei Jahren extrem konsolidiert wurde." Delivery Hero habe dabei mit 15 Übernahmen und Beteiligungen seit 2014 eine treibende Rolle gespielt, um sich Marktanteile zu sichern. Die M&A-Aktivität sei daher zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells und soll das Unternehmen in jedem Markt zur Nummer 1 machen. "Entweder, wir gewinnen einen Markt organisch - oder wir kaufen ihn. Wenn wir dabei nicht gewinnen, dann verkaufen wir den Markt wieder", so Thomassin.

Einig waren sich die Panelisten, dass das Außenwirtschaftsrecht angesichts protektionistischer Tendenzen und Sanktionen wieder wichtiger bei M&A wird. "Während Protektionismus nur bestimmte Industrien betrifft, sind Sanktionen wie etwa gegen Russland für den gesamten Markt ein Dämpfer", so Schalast. Krause bestätigte diesen Eindruck, den er selbst auch in der Türkei habe.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Isabel Gomez, Frankfurt, Nummer 79, Seite 10, 429 Wörter

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"Auf den Exit kommt es an"

Panel: Private Equity sorgt mit rekordhohen Mitteln für Liquidität am Markt der Unternehmenskontrolle


Das Geschäft von Finanzinvestoren blüht auch in Deutschland, die Finanzierung ist bisher günstig, und es gibt operatives Verbesserungspotenzial. Das ist bei einer Podiumsdiskussion zu Private Equity beim Corporate Finance Summit der Börsen-Zeitung und der Beratungsgesellschaft PwC deutlich geworden.

wb Frankfurt - "Der nächste Downturn wird kommen", weiß Alexander Dibelius. Der Managing Direktor und Deutschlandchef des Finanzinvestors CVC rät daher, heute vorsichtig zu sein und neue Beteiligungen "doppelt und dreifach zu prüfen". Das hat der vormalige Leiter des Deutschlandgeschäfts von Goldman Sachs auf einem Panel zu Private Equity beim Corporate Finance Summit der Börsen-Zeitung und der Beratungsgesellschaft PwC in Frankfurt gesagt. Wie Moderator Volker Strack, PwC Europe Deals Leader, betonte, wurden zwei Transaktionen von Private Equity mit einem diesjährigen Award ausgezeichnet: Bain Capital und Cinven für die öffentliche Übernahme des Pharmakonzerns Stada und CVC für den 5,8 Mrd. Euro schweren Verkauf des Energiedienstleisters Ista aus Essen nach Hongkong.

Rekordstände an "Trockenpulver", die schon vor den in diesem Jahr eingesammelten neuen Fonds auf gut 1 Bill. Dollar an zugesagtem, aber nicht investiertem Kapital geschätzt wurden, hohe Bewertungen und die Folgen für die Renditen der institutionellen Investoren in den Fonds beschäftigen den Markt. Private Equity habe aber heute einen Reifegrad erreicht, der weit über Financial Engineering hinausgehe, betont Steven Roberts, Partner und Private Equity Industry Leader in Deutschland von PwC. Die Finanzinvestoren seien heute ganz überwiegend "Partner der Unternehmen". Es gebe ganz klare Vorstellungen über die Wege, Wert zu generieren, und "interessante Equity Stories".

Längere Haltedauern

Hohe Preise und hohe Bewertungs-Multiples lassen für Holger Schnoes, Managing Director von Advent International in Frankfurt, den Fokus noch stärker auf Wachstum legen. Natürlich gehe es auch darum, die Kosten zu senken, doch über die Instrumente dafür verfügten längst auch die Unternehmen, die sich diese Maßnahmen dann auch vorab bezahlen ließen. Klar sei in dieser Marktlage: "Die Haltedauern werden länger, um die Unternehmen wachsen lassen zu können." Advent mit langer Erfahrung im Buy-out-Geschäft fühle sich damit komfortabel.

Weisen wird sich der Erfolg beim Ausstieg der Investoren auf Zeit: "Auf den Exit kommt es an", unterstreicht Dibelius von CVC, die 2017 mit Ista den größten Verkauf einer Private-Equity-Beteiligung in Deutschland bisher erreicht hat. Um heute aber den gleichen Return zu erreichen, müssten deutlich höhere operative Ergebnisse (Ebitda) erwirtschaftet werden, sagt Schnoes von Advent, zumal davon ausgegangen werden müsse, dass die Exit-Multiples in Zukunft sinken werden.

Als typischer Mittelstandsinvestor verfügt die Deutsche Beteiligungs- AG über andere Möglichkeiten, an neue Deals zu kommen, als die großen paneuropäischen Fonds. So gelinge es der DBAG immer wieder im deutschen Markt, auch in "bilateralen Situationen" zum Zug zu kommen, berichtet Rolf Scheffels, Vorstand der börsennotierten Private-Equity-Gesellschaft. Es sei dem Geschäft förderlich, dass die DBAG viel mit Familienunternehmen und in Nachfolgesituationen unterwegs sei und auch Minderheiten eingehe. Auch Scheffels räumt ein, dass in seinem Segment hohe Bewertungen und hohe Verschuldungs-Multiples an der Tagesordnung seien, da viel Kapital im Markt ist. "Insofern muss man beim Einstieg deutliche Vorstellungen haben, wie ein Unternehmen besser zu positionieren ist." Abstriche bei den Renditeerwartungen mache die DBAG dabei nicht. Die Bekanntheit und Akzeptanz von Private Equity sei im Mittelstand in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, freuen sich Scheffels und Roberts von PwC. "Mittelständler wissen meist, was sie nicht wollen", berichtet der DBAG-Mann: keine Chinesen und keinen Wettbewerber als Käufer, und sie wollten sich auch nach der Trennung vom Betrieb weiter in ihrem Umfeld sehen lassen können. Da biete sich Private Equity mit der Möglichkeit für den Senior, beteiligt zu bleiben, geradezu an.

Private Equity habe in den vorigen 20 Jahren "relativ gut" funktioniert, sagt Dibelius und sieht keinen Grund, warum sich dies ändern sollte: "Ownership auf Zeit", "Leverage auf den Cash-flow", Management-Beteiligung und Werte schaffen. Gerade in Konzernabspaltungen komme Finanzinvestoren eine volkswirtschaftliche Bedeutung zu: Sie seien "Liquiditätsprovider im Markt für Corporate Control".

Kurz: Private Equity schaffe Liquidität - etwa, wenn es aus kartellrechtlichen Gründen darum gehe, dass Konzerne ihre Portfolios bereinigen müssten.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Walther Becker, Frankfurt, Nummer 79, Seite 11, 641 Wörter

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Akquisitionen dienen der Transformation

Digitales, grüne Bonds und Private Equity als Treiber


scd Frankfurt - "Wenn man Trends aus dem Jahr 2017 auch auf das Jahr 2018 ableiten will, dann sehen wir zunehmend, dass Fusionen und Akquisitionen auch zunehmend als Transformationsinstrument genutzt werden", befindet Martin Scholich, Partner und Mitglied der Geschäftsführung von PwC Germany. Gerade die digitale Transformation könne durch das Einkaufen externen Know-hows beschleunigt werden. "Und ich denke, wir werden dieses Jahr in dieser Hinsicht kaum eine Entschleunigung sehen."

Scholich hat im vergangenen Jahr insbesondere die breite Auswahl hervorragender Transaktionen beeindruckt, die die Vergabe von erstmals sieben Corporate Finance Awards allerdings nicht unbedingt leichter gemacht habe. "Wir hatten so viel tolle Nominierte, dass wir jeden Preis hätten zweimal verleihen können", urteilt er. Die Transaktionen seien zum Teil hochkomplex gewesen. Zudem habe der Börsengang von Delivery Hero gezeigt: "Auch wir können Einhörner." Zwei Trends dürften neben der Digitalisierung auch 2018 bedeutend bleiben. Der Trend zur Nachhaltigkeit halte grüne Anleihen wie die mit dem Debt Award ausgezeichnete von Mann+Hummel auf dem Vormarsch. Und "last but not least": Private Equity. "Die Investitionsmittel sind auf Rekordniveau, und ich bin sicher, dass wir auch hier 2018 einige Deals sehen werden."

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Sebastian Schmid, Frankfurt, Nummer 79, Seite 11, 184 Wörter

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CORPORATE FINANCE SUMMIT – DER PREIS

Finanzierung und Strategie

cd - Die Börsen-Zeitung hat zum achten Mal die Corporate Finance Awards verliehen. Ausgezeichnet wurden unternehmensstrategisch wie auch finanzierungstechnisch herausragende Transaktionen des Jahres 2017. Bei der Auswahl bewertete die Jury unter anderem die Größe, die Komplexität und die Originalität der Transaktion, außerdem den hinter der Transaktion stehenden strategischen und unternehmerischen Ansatz.
Erstmals wurde der Preis in sieben verschiedenen Kategorien verliehen, um den Besonderheiten der Unternehmen und der einzelnen Fälle noch besser Rechnung zu tragen. Die Gewinner: Daimler (Digital), Siemens (Large Caps) für die Alstom-Fusion, Bain Capital & Cinven (Mid/Small Caps) für den Stada-Erwerb, United Internet (M & A) für die Drillisch-Übernahme, Delivery Hero (IPO), Mann + Hummel (Debt) für den grünen Schuldschein und CVC (Private Equity) für den Ista-Exit. Die von der Jury aus einer Vielzahl von Transaktionen des Jahres 2017 ausgewählten Sieger wurden in der Börsen-Zeitung in einer Serie vorgestellt. Die feierliche Preisübergabe erfolgte im Rahmen des Corporate Finance Summits in Frankfurt in der Sky-Lobby des "Tower 185" des Veranstaltungspartners PwC.

Weitere Informationen zum Corporate Finance Award, die Artikelserie und Videos der Preisträger finden Sie im Internet unter www.boersen-zeitung.de/finance-award.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Claus Döring, Nummer 79, Seite 11, 180 Wörter

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LARGE CAPS

Ein Gegenpol entsteht


igo - Noch ist das Ziel nicht erreicht, aber Siemens-Finanzvorstand Ralf P. Thomas kennt den Weg: "Wir waren im Reisebüro, haben eine klare Vorstellung, wo die Reise hingehen soll, und warten jetzt nur noch aufs Visa", sagte Thomas am Montagabend in Frankfurt mit Blick auf die im laufenden Jahr erwartete Zustimmung der Wettbewerbshüter zum Zusammenschluss von Siemens und der französischen Alstom in der Bahntechnik. An Siemens Alstom würde der Münchner Konzern 50,7 % halten.
Die Entstehung eines europäischen Gegenpols zum chinesischen Weltmarktführer CRRC wurde nicht nur am Markt und bei Kunden wie der Deutschen Bahn positiv aufgenommen. Die Bundesregierung sieht darin ein Signal für einen zusammenwachsenenden europäischen Binnenmarkt. Die Jury des Corporate Finance Award honorierte die geplante Fusion mit dem Preis in der Kategorie Large Caps. Auch aufgrund des europäischen Aspektes sprach sich Thomas bei der Preisverleihung dagegen aus, die Besetzung des CEO-Postens mit Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge oder die Standortfrage zu hoch zu hängen. "Wie 50,7 % zu runden sind, ist, glaube ich, eindeutig", sagte er. Dies sei auch "ein klares Signal an die Zukunft" mit einem französischen CEO, dem Listing an der Pariser Börse und dem Standort für einen wichtigen Teil des Geschäfts im Großraum Paris. "Das ist keine Unterwerfungsgeste, wie dies an mancher Stelle missverstanden worden ist", so Thomas.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Isabel Gomez, Nummer 79, Seite 10, 212 Wörter

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MID/SMALL CAPS

Das Einstiegsticket


scd - "Abgerechnet wird am Ende. Das war jetzt das Einstiegsticket", beschreibt Cinven-Partner Bruno Schick nüchtern das Resultat monatelangen Werbens um den Generikaanbieter Stada. Mit dem Eintrag ins Handelsregister wurde der Deal im März zum Abschluss gebracht. Erstmals haben Private-Equity-Gesellschaften eine zu 100 % in Streubesitz befindliche Gesellschaft in Deutschland unter ihre Kontrolle gebracht - und einen hohen Preis gezahlt, inklusive Nachschlag für den Hedgefonds Elliott, der sich 15 % gesichert hatte und sich die Zustimmung zum Beherrschungsvertrag teuer abkaufen ließ.
"Wenn die Targets zu groß sind, muss man eben flexibel sein", erklärt Schick. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Michael Siefke von Bain. Typischerweise sei es einfacher, allein zu entscheiden. Wegen des Transaktionsvolumens sei ein gemeinsames Vorgehen aber sinnvoll gewesen, und wenn man sich seit 15 Jahren kenne, helfe das auch.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Sebastian Schmid, Nummer 79, Seite 10, 135 Wörter

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PRIVATE EQUITY

Scheiden tut nicht weh


wb - "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge" hat sich der Finanzinvestor CVC laut Partner Marc Strobel im Sommer 2017 aus dem Energiedienstleister Ista verabschiedet. Rund 5,8 Mrd. Euro spielte der Verkauf nach Hongkong ein - es ist damit der bisher größte Ausstieg eines Private-Equity-Fonds aus einem deutschen Unternehmen gewesen. Die Trennung der üblicherweise sehr kühl kalkulierenden Finanzinvestoren ist nach einer Haltezeit von in Summe 14 Jahren denn doch nicht ganz so leicht, räumt Strobel ein, der für den Deal den Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung in der Kategorie Private Equity entgegengenommen hat. Immerhin hat sich CVC zweimal in das Essener Unternehmen eingekauft und Ista zweimal veräußert. Wie die Chancen stehen, dass der aktuelle Fonds, der 16 Mrd. Euro an Eigenkapital zu investieren hat, auch beim Ista-Rivalen Techem zum Zuge kommt, dazu will sich Strobel in der heißen Phase der Auktion nicht äußern - Sektorexpertise hat CVC mit Ista über die Jahre jedenfalls reichlich gewonnen. Der größte Exit ist für seine institutionellen Anleger "kein Wert an sich". Doch habe es sich bei Ista um ein "sehr positives Investment" gehandelt. CVC habe gezeigt, dass man einen langen Atem habe.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Walther Becker, Nummer 79, Seite 10, 191 Wörter

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DEBT

Im Kapitalmarkt angekommen


igo - Mit der Emission eines grünen Schuldscheins sorgte der auf Filter spezialisierte Familienkonzern Mann + Hummel im vergangenen Jahr für Erstaunen: Erstmals refinanzierte sich damit ein Zulieferkonzern der Autoindustrie über dieses Instrument, das erst 2016 vom Windturbinenhersteller Nordex eingeführt worden war. Statt der geplanten 250 Mill. Euro sammelte Mann + Hummel dank der Nachfrage vor allem asiatischer Investoren letztlich 400 Mill. Euro ein. Nach der Teil-Refinanzierung eines früheren Schuldscheins sollen damit Projekte im Bereich Wasser- und Gebäudefiltration finanziert werden. Mit der unerwartet hohen Nachfrage sei sie "sehr zufrieden" gewesen, sagte Finanzchefin Emese Weissenbacher bei der Preisübergabe in Frankfurt. Gleiches gelte für den Corporate Finance Award in der Kategorie Debt. Er sei Beweis und Anerkennung dafür, dass ihre neu strukturierte Treasury-Abteilung unter der Leitung von Christian Aue gut aufgestellt sei und am Kapitalmarkt "als echter, professioneller Sparringspartner anerkannt wird". Die größte Herausforderung sei es gewesen, "ein interdisziplinäres Team an der Strukturierung eines neuen Refinanzierungsproduktes arbeiten zu lassen", so Weissenbacher.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Isabel Gomez, Nummer 79, Seite 10, 160 Wörter

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DIGITAL

Breites Zukunftsportfolio


igo - Daimler steht vor der Herausforderung, sich vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter wandeln zu müssen. Für Investitionen in Themen wie Elektromobilität oder autonomes Fahren und die Entwicklung künftiger Geschäftsmodelle hat der Konzern kleine und weitgehend unabhängig agierende Einheiten geschaffen, wie den Bereich Tech-M & A unter Christian Herrmann. Sein Team sondiert Start-ups, investiert in weltweit 15 Venture-Capital-Fonds und koordiniert die Investitionen der einzelnen Konzernsparten in neue Ideen und Technologien. Für diese strukturierte Verjüngungskur, die 2017 zu mehr als 15 Übernahmen und Beteiligungen führte und in den vergangenen Jahren gut 1 Mrd. Euro kostete, erhielt Daimler den Corporate Finance Award in der Kategorie Digital. Mit der jüngst bestätigten Fusion der Mobilitätsdienste um Car2go und Moovel mit dem Mobilitätsangebot von BMW beginnt die Phase der Skalierung des Angebots. "Wir werden auch künftig, wo es Sinn macht und wenn es nicht wettbewerbsentscheidend ist, diesen Weg der Zusammenarbeit gehen", sagte Herrmann bei der Preisübergabe.

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Isabel Gomez, Nummer 79, Seite 10, 153 Wörter

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M&A

Auf Augenhöhe


scd - "Drillisch war sicher auch ein defensiver Schritt. Zu dem Zeitpunkt, als wir eingestiegen sind, gab es eine ganze Reihe von Gerüchten, dass jemand aus dem Ausland in den deutschen Telekommunikationsmarkt einsteigen will", erklärt Finanzvorstand Frank Krause den Hintergrund der komplexen Übernahme des Mobilfunkunternehmens. "Der Zugang zu 30 % des Telefónica-Netzes wäre da sicher ein schönes Einfallstor gewesen", glaubt er. Ein Vorteil für United Internet sei bei den Gesprächen mit Drillisch sicher gewesen, dass man eine vergleichbare DNA habe. "Das heißt, dass wir in der ganzen Zeit Verhandlungen auf Augenhöhe geführt haben."
United Internet, die für die liquiditätsschonende Struktur der Übernahme des Rivalen, die zudem Hedgefonds keine Chance auf Störfeuer ließ, den Corporate Finance Award der Kategorie M&A erhielt, sitze bei der Konsolidierung generell "lieber im Fahrersitz", als von außen zuzuschauen. "Auch bei Tele Columbus, wo wir 20 % halten, stehen alle Optionen nach vorne gerichtet offen." Die intensive Teamarbeit in einer Transaktion wie Drillisch schweiße zusammen. Zunächst gelte es, die erworbenen Vorteile zu nutzen. "Durch die Transaktion können wir künftig noch viel besser im Premium- und auch im Discount-Segment agieren."

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Sebastian Schmid, Nummer 79, Seite 10, 185 Wörter

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IPO

Durch die Hölle gegangen


scd - "Man kann nicht genug sagen, dass es anstrengend ist. Das ist es wirklich, und es geht an die Substanz", sagt Finanzchef Emmanuel Thomassin über den Börsengang von Delivery Hero. Der Druck sei immens gewesen; dabei habe er das Team noch mehr zu schätzen gelernt. Binnen sieben Monaten habe das Unternehmen die Töchter Foodpanda und Hungryhouse verkauft, den Investor Naspers gewonnen und den Börsengang vorbereitet. "Wir sind wirklich zusammen durch die Hölle gegangen. Ich glaube nicht, dass ich das noch einmal machen würde", sagte er mit einem Augenzwinkern.
Dass das IPO in Deutschland stattfinden konnte - trotz US-Gesellschaftern - erfreute den gebürtigen Franzosen besonders. "Das ist gut für unsere Firma, gut für Berlin und gut für Deutschland", sagte Thomassin. Der Gewinner des Corporate Finance Award 2017 in der Kategorie IPO verspricht, die Ziele, die er sich gesteckt hat, weiter fest im Blick zu behalten. Ein positives bereinigtes Ebitda bis Ende 2018 sowie komplett schwarze Zahlen im Gesamtjahr 2019 sind vom Unternehmen als Ziel ausgegeben. "Wir werden delivern", verspricht er.

Dabei werde das Unternehmen weiter den Mut haben, aus Märkten auch wieder auszusteigen. "Entweder wir gewinnen einen Markt oder wir steigen aus."

Börsen-Zeitung, 25.04.2018, Autor Sebastian Schmid, Nummer 79, Seite 10, 195 Wörter

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Video von der Verleihung des Corporate Finance Award 2017 und Porträts der Gewinner
 



Impressionen vom Corporate Finance Summit und der Verleihung des Corporate Finance Award 2017



















































































































































Begrüßungsworte von Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung
















































Begrüßungsworte von Martin Scholich, Partner und Vorstand bei PwC
















































Volker Strack, Partner bei PwC

























Panel zu Private Equity (von links nach rechts): Moderator Volker Strack (PwC), Holger Schnoes (Advent), Rolf Scheffels (DBAG), Alexander Dibelius (CVC) und Steven Roberts (PwC).







































































Panel zum M&A-Markt (von links): Moderator Claus Döring (Chefredakteur Börsen-Zeitung), Professor Christoph Schalast, Jurist und Professor für M&A, Wirtschaftsrecht und Europarecht an der Frankfurt School of Finance, Emmanuel Thomassin (CFO Delivery Hero) und Frank Krause (CFO United Internet)

























Laudatio von Sebastian Schmid, Leiter des Unternehmensressorts der Börsen-Zeitung, zu Delivery Hero, Preisträger in der Kategorie IPO

























Claus Döring, Sebastian Schmid, Emmanuel Thomassin, Delivery Hero, Martin Scholich

























Laudatio von Walther Becker, Reporter des Unternehmensressorts der Börsen-Zeitung, zu CVC, Preisträger in der Kategorie Private Equity

























Claus Döring, Walther Becker, Marc Strobel, CVC Capital Partners, Martin Scholich

















































Laudatio von Isabel Gomez, Korrespondentin des Stuttgarter Redaktionsbüros der Börsen-Zeitung, zu Mann + Hummel, Preisträger in der Kategorie Debt

























Claus Döring, Isabel Gomez, Emese Weissenbacher und Christian Aue, Mann + Hummel, Martin Scholich

























Laudatio von Sebastian Schmid zu Bain Capital und Cinven, Preisträger in der Kategorie Mid/Small Caps

























Claus Döring, Sebastian Schmid, Bruno Schick, Cinven, Martin Scholich

























Laudatio von Claus Döring zu United Internet, Preisträger in der Kategorie M&A

























Claus Döring, Frank Krause, United Internet AG, Martin Scholich

























Laudatio von Isabel Gomez zu Daimler, Preisträger in der Kategorie Digital

























Claus Döring, Isabel Gomez, Christian Herrmann, Daimler, Martin Scholich

























Laudatio von Claus Döring zu Siemens, Preisträger in der Kategorie Large Caps

























Claus Döring, Dr. Ralf P. Thomas, Siemens, Martin Scholich

















































































































































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