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Redaktion

Corporate Finance Awards der Börsen-Zeitung

Corporate Finance Awards 2019 – Aktuell

Highlights von der Verleihung der Corporate Finance Awards 2019 from WM Gruppe on Vimeo.

 

VERLEIHUNG DER CORPORATE FINANCE AWARDS AM 1. JULI 2020
 


Top-Deals gerüstet für die neue Normalität 

scd Frankfurt - Die Coronakrise hat die Aussichten vieler Branchen eingetrübt. Veränderungen, mit denen der Pandemie getrotzt werden soll, können sich derweil dauerhaft etablieren. Die Preisträger der von der Börsen-Zeitung zum zehnten Mal verliehenen Corporate Finance Awards (CFA) sehen sich auch mit ihren "alten" Transaktionen weiterhin gut gerüstet für die neue Normalität. IPO-Sieger Teamviewer, die längst in den MDax aufgestiegen ist, profitiert stark davon, dass Fernwartungs- und Kommunikationssoftware noch öfter nachgefragt werden. CEO Oliver Steil zeigt sich im Panel-Gespräch der CFA-Sieger überzeugt, dass es auch künftig eine Mischung aus Büroarbeit und Homeoffice brauchen wird.
- Schwerpunkt Seiten 10 und 11

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Sebastian Schmid, Frankfurt, Nummer 124, Seite 1, 100 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124005

 



"Alte" Transaktionen stellen sich der neuen Normalität

Preisträger der Corporate Finance Awards sehen Herausforderungen in der Coronakrise gelassen - Teamviewer profitiert - Auch RWE spürt Rückenwind

scd Frankfurt - Die Coronakrise hat die Aussichten vieler Branchen eingetrübt. Veränderungen, mit denen der Pandemie getrotzt werden soll, können sich derweil dauerhaft etablieren. Die Preisträger der von der Börsen-Zeitung zum zehnten Mal verliehenen Corporate Finance Awards (CFA) sehen sich auch mit ihren "alten" Transaktionen weiterhin gut gerüstet für die neue Normalität.

"Die Verunsicherung war in den vergangenen Monaten mit den Händen zu greifen", stellt Martin Scholich fest, der bei PwC das europäische Beratungsgeschäft leitet. Statt Business as usual mussten Menschen und Unternehmen mit Situationen klarkommen, die noch vor wenigen Monaten unvorstellbar erschienen. Milliarden Menschen im Lockdown, billionenschwere Konjunkturprogramme und ganze Branchen im Homeoffice. Diesem Umfeld hat auch der von der Börsen-Zeitung und PwC ausgetragene Corporate Finance Summit Rechnung tragen müssen. Statt der avisierten Preisübergabe am 2. April wurden die Gewinner der Corporate Finance Awards 2019 zu einem virtuellen Roundtable geladen, um sich über die neue Normalität nach der Krise auszutauschen. "Wir wollen dies zum Anlass nehmen, den Blick über die aktuelle Situation hinaus in die Zukunft zu werfen", erklärt Börsen-Zeitung-Chefredakteur Claus Döring das Ziel des Gesprächs, an dem sich sechs der sieben Preisträger beteiligt haben.



Aus Sicht von Merck-Chef Stefan Oschmann zahlt sich derzeit aus, dass man "Work from Home" bereits vor acht Jahren pilotiert habe - "auch wenn es da in der Geschäftsführung zunächst intensive Diskussionen gab von wegen ,währet den Anfängen'", wie er sich erinnert. Außerdem habe man als globaler Konzern in China bereits im Januar reagieren müssen und die Lehren, die man dort gezogen habe, dann auf den Rest der Welt übertragen. Auch die Steuerung eines globalen Konzerns sei zwar anders, funktioniere aber auch in der digitalen Welt. "Normalerweise bin ich einmal im Monat in China und einmal im Monat in den USA. Jetzt bin ich dort - virtuell - täglich präsent." Insofern klappt es auch mit der Integration des US-Halbleitermatrialherstellers Versum, für dessen erfolgreiche, feindliche Übernahme die Darmstädter den Award in der Kategorie M&A holten.

30 Prozent im Büro

Direkter Profiteur des Trends zu mehr "Heimarbeit" ist der Software-Konzern Teamviewer. Seit dem Börsengang 2019, der mit dem Corporate Finance Award (CFA) in der Kategorie IPO ausgezeichnet wurde, läuft es für das schwäbische Software-Unternehmen rund: Aufnahme in den MDax, den Börsenwert auf 9,7 Mrd. Euro nahezu verdoppelt und die Prognose für 2020 angehoben. Während andere Unternehmenslenker mit der Coronakrise zu kämpfen haben, hat sie für Steil und seine Mitarbeiter im positiven Sinne "mehr Arbeit" gebracht. Die Software der Schwaben zur Remote-Arbeit ist gefragter denn je. Allerdings ist selbst Steil überzeugt, dass eine ausschließliche Verlegung der Arbeit ins Homeoffice nicht kommen wird. Teamviewer habe 30 % der Mitarbeiter im Büro. Die Mischung mache es. "Na klar dürfen die Mitarbeiter noch ins Büro kommen", stellt Teamviewer-CEO Oliver Steil mit einem verschmitzten Lächeln klar.

Auch beim Start-up Celonis, das den Digitalpreis erhalten hat, steht "das Thema Automatisierung bei den Kunden weiter hoch auf der Agenda", sagt CEO Bastian Nominacher. Das sei vor der Coronakrise so gewesen, mit der sich der Trend verstärkt habe. Allerdings müsse ein Prozess zur Automatisierung geeignet sein. Ein schlechter Prozess werde auch automatisiert ein schlechter Prozess bleiben. Das in der jüngsten Finanzierungsrunde mit 2,5 Mrd. Dollar bewertete Start-up betreue mittlerweile Kunden aus 20 Branchen und unzähligen Ländern bei der Prozessoptimierung. Dafür brauche es oft enge persönliche Abstimmung mit den Kunden. Allerdings glaubt auch Nominacher, dass sich die Art der Kollaboration mit der Krise nachhaltig verändern dürfte. "Dann trifft man sich künftig eben nicht mehr vier- bis fünfmal im Jahr, sondern vielleicht nur noch ein- bis zweimal und macht den Rest virtuell." Die Kundenmesse sei dieses Jahr etwa eine virtuelle Veranstaltung mit fünfstelliger Teilnehmerzahl gewesen. "Das hat unser Geschäft aber nicht beeinträchtigt." Celonis hat den Umsatz zuletzt jährlich verdoppelt.

Für RWE sieht in der Krise zwar viele Chancen. Unmittelbar war das Aufrechterhalten der Stromversorgung bei gleichzeitigem Schutz der Mitarbeiter vor Ansteckung aber die erste Herausforderung, der man sich gegenübersah, wie Finanzvorstand Markus Krebber betont. Finanziell gebe es indes keine Auswirkungen auf den Stromkonzern. "Solange wir von einer Krise von maximal zwei bis drei Jahren sprechen - und wir hoffen natürlich, dass sie nicht so lange dauert -, wird es uns wirtschaftlich nicht treffen - weder auf der Ergebnisseite noch in Bezug auf unsere Investitionsprogramme oder die Dividende." Und dass sich Investitionen für RWE weiter lohnen, zeichne sich ab. Die Förderthemen erneuerbare Energien, Stromspeicher und neuerdings auch Wasserstoff seien Bereiche, in die der Konzern investiere, so Krebber. "Ich würde nicht sagen, dass wir Profiteur der Krise sind, aber wir spüren Rückenwind."

Aus einer anderen Richtung bläst der Wind derzeit für AMS. Die mit dem Corporate Finance Award ausgezeichnete Übernahme von Osram würden die Österreicher dennoch wieder so durchziehen. "Eine solche strategische und transformatorische Transaktion kann man nicht an Marktzyklen ausrichten", befindet AMS-Chef Alexander Everke. Die Coronakrise sei nicht vorherzusehen gewesen und mache die Sache schwieriger. "Aber oft ist der richtige Weg nicht der einfachste. Ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich durch diese Krise gehen werden." Technologisch sei der Zusammenschluss der einzig richtige Schritt. Bestimmte Technologien für autonomes Fahren könne man etwa nur mit Osram zusammen anbieten. Krisen böten auch Chancen, und die wolle AMS mit Osram nutzen.

Nicht alles kontrollierbar

Ein wenig Wasser in den Wein der Unternehmenslenker schenkte KKR-Deutschlandchef Christian Ollig. "Am Ende des Tages gibt es Dinge, die kann ich kontrollieren, und Dinge, die kann ich nicht kontrollieren." Wie die Coronakrise am Ende ausgehe - ob es eine zweite Infektionswelle geben werde, wie tief die Rezession ausfalle -, das lasse sich kaum beurteilen. Was man beeinflussen könne, sei etwa die Zusammensetzung des eigenen Portfolios. "Ich glaube, es ergeben sich aus dieser Dislokation heraus auch einfach Chancen."

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Sebastian Schmid, Frankfurt, Nummer 124, Seite 11, 919 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124063
 



CORPORATE FINANCE AWARD - IPO
 

Auf Anhieb im MDax

scd - "Die Gespräche mit Investoren waren schon zum Börsengang sehr gut. Mit dem Aufstieg in den MDax ist es dann noch besser geworden", rekapituliert Teamviewer-CEO Oliver Steil die Zeit seit dem IPO im vergangenen Jahr. "Dann kam mit Covid-19 auf der einen Seite sehr viel Arbeit auf uns zu. Aber das hat auf der anderen Seite die Trends, auf die wir setzen, noch beschleunigt." Das ohnehin schon kräftige Wachstum des Anbieters von Software für Homeoffice und Fernwartung bzw. -steuerung von Maschinen ist mit der Coronakrise noch einmal angezogen. Insofern seien die Aktionäre mit Teamviewer sicher zufrieden, resümiert Steil.

Der Preisträger in der Kategorie IPO hat mit einem Emissionsvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro nicht nur den größten Börsengang an der Frankfurter Börse 2019 hingelegt, sondern auch das größte deutsche Software-IPO bislang überhaupt. Für die Mutter Permira war es zudem wohl die lukrativste Private-Equity-Transaktion ihrer Geschichte. 2013 wurde das Göppinger Software-Haus für lediglich 870 Mill. Euro übernommen.

Allein durch den Börsengang und zwei Anteilsverkäufe hat Teamviewer Permira mittlerweile gut 4 Mrd. Euro eingebracht. Und die Beteiligungsgesellschaft hält über ihre Tochter Tiger Lux One noch immer 39 % an der mittlerweile 9,9 Mrd. Euro schweren Gesellschaft.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Sebastian Schmid, Nummer 124, Seite 10, 196 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124060 

 



CORPORATE FINANCE AWARD - DIGITAL
 

Stark wachsendes Einhorn

jh - Selbstbewusst sind die drei Gründer und Vorstände von Celonis allemal. Auf die Frage, warum sich eine Investition in das Münchner Software-Unternehmen lohnt, fällt Bastian Nominacher gleich eine ganze Reihe von Gründen ein: "ein unglaublich großer Markt, ein hoher Mehrwert für die Technologie, Marktführerschaft und extrem hohe Erfolge bei Kunden". Nominacher ist einer der drei Unternehmenschefs, die vor neun Jahren Celonis gegründet haben. Seitdem ging es stetig und stark aufwärts. Nominacher vergleicht die Geschäftsentwicklung mit einem Raketenstart.

Zu den Einhörnern - Start-ups mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd. Dollar - gehört Celonis schon seit zwei Jahren. Die dritte und bisher letzte Finanzierungsrunde hatte im vergangenen Herbst 290 Mill. Dollar eingebracht. Grundlage war eine Bewertung des Unternehmens von 2,5 Mrd. Dollar.

Celonis ist nach Erkenntnissen des Marktforschungsinstituts Gartner klarer Marktführer auf dem noch relativ jungen Gebiet des Process Mining. Damit lässt sich eine Vielzahl von Daten in Unternehmen analysieren, um Schlüsse zu ziehen, wie Betriebsabläufe schnell verbessert werden können.

Angefangen haben Nominacher und seine Kompagnons Martin Klenk und Alexander Rinke, heute alle im Alter von Anfang bis Mitte 30, in einer Unternehmensberatung von Studenten der Technischen Universität München. Da entstand ihre Geschäftsidee. Heute gehören zu ihren Kunden große deutsche und internationale Unternehmen wie Siemens, BMW, Lufthansa, ABB, Airbus, Vodafone, Citigroup und ING.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Joachim Herr, Nummer 124, Seite 11, 212 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124065
 



CORPORATE FINANCE AWARD - DEBT
 

Der erste Eindruck zählt

hek - Die Premiere am Aktienmarkt steht noch aus, doch am Anleihemarkt ist Wintershall Dea bereits ein glänzendes Debüt gelungen. Der Gas- und Ölkonzern platzierte im September vergangenen Jahres vier Bond-Tranchen über zusammen 4 Mrd. Euro. Nie zuvor hatte ein Debütant am Kapitalmarkt ein solch hohes Anleihevolumen untergebracht. Zudem wurde mit zwölf Jahren die längste Laufzeit einer Tranche bei einer Erstemission platziert.

Das damals erst wenige Monate alte Unternehmen, das aus dem Zusammenschluss der Öl- und Gasaktivitäten von BASF (Wintershall) mit denen von Letter One (Dea) entstand, konnte sich nicht nur attraktive Konditionen sichern. Für noch wichtiger hält es CFO Paul Smith, dass das Unternehmen einen guten ersten Eindruck an den Kapitalmärkten hinterlassen hat. Noch heute schwärmt Smith vom rapiden Anschwellen des Orderbuchs, das von zunehmendem Appetit der Investoren auf die Anleihe zeugt. Am Ende war die Emission um das 2,7-Fache überzeichnet.

Smith, erklärter Fan des englischen Fußballclubs Tottenham Hotspur, vergleicht dieses Erfolgsgefühl mit dem Champions-League-Finale vom Sommer 2019 in Madrid - vorausgesetzt, sein Herzensteam hätte das Match gegen den FC Liverpool gewonnen (tatsächlich ging das Endspiel 0:2 verloren).

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Helmut Kipp, Nummer 124, Seite 10, 178 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124062
 


 
 CORPORATE FINANCE AWARD - M&A
 

"Das war wirklich Adrenalin pur"

swa - Der Manager hat in seiner Karriere schon viele Deals begleitet, aber ein feindlicher Übernahmeversuch in den USA war für Merck-Chef Stefan Oschmann eine gänzlich neue Erfahrung. "Da lernt man sehr, sehr viel, das war wirklich Adrenalin pur", sagt er rückblickend. An der Märkten hat es für große Aufmerksamkeit gesorgt, als das Darmstädter Familienunternehmen im Frühjahr 2019 in die Fusion zweier US-Wettbewerber hineingrätschte und am Ende als Sieger vom Platz ging. Versum, der Hersteller von Halbleitermaterialien, war offensichtlich für Merck ein so interessantes Übernahmeziel, dass sich der Konzern auf das Kräftemessen in Arizona einließ. Für die 5,8 Mrd. Euro schwere Transaktion wird Merck mit dem Corporate Finance Award der Börsen-Zeitung als M&A-Deal des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Mit der Akquisition verfolgte Merck das Ziel, ein führender Spieler im Elektronikmarkt zu werden, erläutert Oschmann. Dabei wolle das Unternehmen alle Schritte der Chipherstellung abdecken. Versum sei mit ihrem Zuschnitt die passende Ergänzung zum bestehenden Geschäft gewesen. Das Merck-Management hatte die US-Gesellschaft schon 2018 oben auf der M&A-Liste, für einen Zugriff fehlte nach dem Kauf des Laborausrüsters Sigma-Aldrich für 13,1 Mrd. Euro damals aber noch der finanzielle Spielraum.

Merck hat das Portfolio in den vergangenen Jahren konsequent umgestaltet, um alle drei Säulen systematisch zu stärken. Dabei soll keines der Kernsegmente dominieren, weil die Familiengesellschafter einen Risikoausgleich über die Diversifizierung des Portfolios anstreben. Die breite Aufstellung hilft dem Konzern derzeit auch, ohne größere Blessuren durch die Coronakrise zu kommen.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Sabine Wadewitz, Nummer 124, Seite 11, 235 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124064
 


 
 CORPORATE FINANCE AWARD - LARGE CAPS
 

Vom Kohlekonzern zum Ökostromerzeuger

cru - RWE wandelt sich vom Kohleriesen zum Ökostromerzeuger. Der Energiekonzern schließt die mehr als 20 Mrd. Euro schwere Transaktion mit dem Rivalen Eon ab. RWE erhält die Ökostromsparten von Eon und der ehemaligen RWE-Tochter Innogy sowie Atomkraftwerksbeteiligungen und den österreichischen Wasserkraftkonzern Kelag. Hinzu kommt noch ein Anteil von 15 % an Eon, der mit einem Sitz im Eon-Aufsichtsrat für den scheidenden RWE-Chef Rolf Martin Schmitz verbunden ist. Im Gegenzug erhält Eon das Stromverteilnetzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy.

Mit dem Innogy-Ökostromgeschäft und der Kelag wechseln 2 700 Mitarbeiter in die RWE-Gruppe. Der Konzern baut die globale Präsenz aus - mit Standorten auf vier Kontinenten und in 40 Ländern. Damit setzen Eon und RWE den Schlusspunkt unter eine der größten Transaktionen der deutschen Industriegeschichte. Der weitreichende Tausch von Vermögenswerten und Geschäftsbereichen zwischen RWE und Eon ist mit der Übernahme der Innogy-Geschäfte final vollzogen.

"Auf diesen Tag haben wir zwei Jahre hingearbeitet", sagte der scheidende RWE-Chef Schmitz. Sein designierter Nachfolger, Finanzvorstand Markus Krebber, der das Integrationsprojekt federführend geleitet hat, beurteilt die Ausgangsbasis als "hervorragend": "Ein weltweites, großes Erneuerbaren-Portfolio, zwei sich perfekt ergänzende Teams mit langjähriger Expertise und ein starkes Investitionsprogramm." Allerdings hat RWE auch die sicheren Dividenden aus dem Netzgeschäft gegen das riskantere Ökostromgeschäft eingetauscht - und Eon hat einen hohen Schuldenberg aufgetürmt.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Christoph Ruhkamp, Nummer 124, Seite 11, 212 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124067
 



 CORPORATE FINANCE AWARD - MID/SMALL CAPS

 

Hartnäckiges Ringen um Osram

jh - Es ist jetzt wohl nur noch eine Frage von Tagen. Alexander Everke, der Vorstandsvorsitzende von AMS, hatte die Übernahme der Mehrheit von Osram bis Ende Juni angestrebt. Doch als einzige Kartellbehörde gab die Europäische Kommission ihre Entscheidung noch nicht bekannt. Die Frist endet am 6. Juli, mit einer Zustimmung in Brüssel ist zu rechnen, da sich das Geschäft des österreichischen Chip- und Sensorenherstellers AMS und des Münchner Lichttechnikkonzerns Osram nicht überschneidet.

Auf die paar Tage wird es Everke nicht ankommen, hat er doch seit dem ersten Buhlen um Osram Geduld und Hartnäckigkeit bewiesen und musste mit manchen Schwierigkeiten klarkommen. "Es war kein einfacher Weg, aber wir haben es geschafft, weil wir nicht aufgegeben haben", sagt Everke, der als Manager zuvor für Siemens und Infineon tätig war. Eine Alternative zur Übernahme von Osram habe es für ihn nicht gegeben: "Es gab keinen Plan B, es gab nur den Plan, Osram zu übernehmen."

Im ersten Schritt musste sich AMS vor einem Jahr in einem Bieterwettkampf gegen Private-Equity-Gesellschaften behaupten. Dann wurde die Mindestannahmeschwelle verfehlt. Im zweiten Anlauf gelang es AMS schließlich Anfang Dezember, die auf 55 % gesenkte Mindestannahmeschwelle zu erreichen.

Dass das Unternehmen für den zweiten Versuch eine Lücke im deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz nutzte, brachte Betriebsräte und die IG Metall gegen AMS auf. Die Kapitalerhöhung im April war angesichts der Coronakrise ebenfalls kein Selbstläufer. Sie gelang - auch weil sich AMS die Transaktion von Banken garantieren ließ.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Joachim Herr, Nummer 124, Seite 11, 237 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124066
 



 CORPORATE FINANCE AWARD - PRIVATE EQUITY
 

Springer findet starken Partner

sp - "2019 war für Axel Springer ein besonderes Jahr", sagte Mathias Döpfner, der Vorstandschef des Berliner Medienkonzerns, vor einigen Wochen bei der Vorstellung der Jahreszahlen für den zurückliegenden Turnus. Ein besonders Jahr, das kann man wohl sagen. Und das liegt vor allem am US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), der im vergangenen Sommer für die Anteile des traditionsreichen Medienhauses eine Offerte zu einer Bewertung von rund 8 Mrd. Dollar lancierte und mittlerweile knapp 48 % der Anteile hält.

"Am Ende des Tages gibt es Dinge, die kann ich kontrollieren, und Dinge, die kann ich nicht kontrollieren", sagte KKR-Deutschlandchef Christian Ollig im Rahmen des Corporate Finance Summit. Den Deal mit Springer am Ende des Tages eingefädelt haben Johannes Huth, Europa-Chef von KKR, und Philipp Freise, Co-Chef Private Equity des Finanzinvestors in Europa. Ihnen gegenüber standen Döpfner und Verlegerwitwe Friede Springer, die gut 45 % kontrollieren.

"Jetzt starten wir mit unserem Partner KKR eine neue Phase", sagte Döpfner vor ein paar Monaten. Denn nach dem Rückzug vom Börsenparkett Anfang April soll der Umbau von Springer zum Digitalkonzern mit KKR schneller vorankommen.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Stefan Paravicini, Nummer 124, Seite 10, 180 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124058

 



CORPORATE FINANCE AWARD - DER PREIS
 

Strategie und Finanzierung


scd - Die Börsen-Zeitung verleiht in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal die Corporate Finance Awards. Ausgezeichnet werden stets unternehmensstrategisch wie auch finanzierungstechnisch herausragende Transaktionen des Jahres 2019. Dabei spielen unter anderem die Größe, die Komplexität und die Originalität der Transaktion eine Rolle, außerdem der hinter der Transaktion stehende unternehmerische Ansatz.

Der Preis wird wie im Vorjahr in sieben Kategorien verliehen. Die Gewinner sind: Teamviewer (IPO), Merck (M&A), RWE (Large Caps), AMS (Mid/Small Caps), Celonis (Digital), Dea Wintershall (Debt) und KKR (Private Equity). Die von der Jury aus der Vielzahl von Transaktionen des vergangenen Jahres ausgewählten Sieger und Transaktionen sind in der Börsen-Zeitung im Rahmen einer Serie bereits im Frühjahr vorgestellt worden.

Die ursprünglich für den 2. April vorgesehene Preisübergabe im Rahmen des Corporate Finance Summits in Frankfurt in der Sky-Lobby des Tower 185 unseres Veranstaltungspartners PwC ist aufgrund der zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie beschlossenen Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und aufgrund unserer Sorgfaltspflicht als Veranstalter gegenüber Mitarbeitern, Gästen und der Gesellschaft zunächst auf den 30. Juni 2020 verschoben worden.

Im Rahmen eines virtuellen Roundtables der Sieger wurden diese ausgezeichnet und erläuterten dabei die strategischen Implikationen der aktuellen Coronakrise für die jeweilige Transaktion und ihr Geschäft im Allgemeinen.
Weitere Informationen zum Corporate Finance Award, eine Übersicht aller bis zur Award-Verleihung erschienenen Porträts sowie kurze Filme mit den Stimmen der Sieger finden Sie im Internet unter www.boersen-zeitung.de/finance-award.

► Börsen-Zeitung, 02.07.2020, Autor Sebastian Schmid, Nummer 124, Seite 11, 222 Wörter
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2020124068
 



Videoporträts der Gewinner der Corporate Finance Awards 2019:

Teamviewer - Kategorie IPO



Celonis - Kategorie Digital



Wintershall Dea - Kategorie Debt



Merck - Kategorie M&A



RWE - Kategorie Large Caps



AMS - Kategorie Mid/Small Caps


 












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