AUSBLICK

Aktienmärkte im Griff des Handelskonflikts

Dax verliert in der abgelaufenen Woche 4 Prozent

Aktienmärkte im Griff des Handelskonflikts

Von Christopher Kalbhenn,FrankfurtDie Aktienmärkte werden wahrscheinlich auch in der neuen Woche von Verunsicherung und stärkeren Schwankungen geprägt sein. Die Entwicklung vom Freitag könnte ein gutes Abbild dessen sein, was in nächster Zeit zu erwarten ist. Die drohende Ausweitung zu einem Handelskrieg zwischen den USA und China setzte Asiens Börsen unter starken Druck. Hinzu kamen die konjunkturellen Sorgen, die durch rückläufige Frühindikatoren ausgelöst worden waren. Der Dax fiel bis auf 11 819 und lag zuletzt mit einem Wochenminus von 4 % bei 11 886 Zählern.Zwar ist es durchaus möglich, dass eine Eskalation zu einem Handelskrieg mit verheerenden weltwirtschaftlichen Folgen vermieden wird. Schließlich können die USA selbst kein Interesse daran haben. Doch so schnell wird es wohl keine die Märkte beruhigende Lösung geben. Das Thema Handelskrieg werde virulent bleiben, so die Helaba am Freitag. Es bestehe darüber hinaus das Risiko, dass die beiden Großmächte USA und China nun die Muskeln spielen lassen, nicht nur um die wirtschaftliche, sondern auch um die politische Vormachtstellung. “Das krisengeschüttelte Europa könnte dabei zwischen beiden Großmächten zerrieben werden”.Die Nord/LB sieht allerdings Anzeichen einer Übertreibung. Die Marktteilnehmer seien mittlerweile in der Gefahr, die Lage zu negativ einzuschätzen. Positive Nachrichten, die es mit Blick auf die US-Handelspolitik durchaus auch gebe, würden von den Börsen momentan völlig ignoriert. So habe die EU bei den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium zunächst eine Ausnahmeregelung erwirkt. Hier werde es weitere Verhandlungen geben, an deren Ende durchaus eine Art “TTIP Light” stehen könne. Auch andere Länder wie zum Beispiel Südkorea und Brasilien seien von den Zöllen vorerst nicht betroffen. Zudem scheine es konstruktive Fortschritte bei den Verhandlungen um die Zukunft der Nafta zu geben, und China habe sich für eine eher moderate Antwort auf die US-Strafzölle in den Segmenten Stahl und Aluminium entschieden. So werde Peking noch keine handelspolitischen Maßnahmen gegen Soja und Flugzeuge aus den USA ergreifen.Einige Experten glauben, dass die negativen Marktreaktionen letztlich mäßigend auf Donald Trump wirken könnten. “Donald Trump bleibt das größte politische Risiko für die Finanzmärkte”, so etwa Merck Finck. Hoffnung für die Aktienmärkte mache aber, dass er seinen Erfolg bisher auch an der Wall Street gemessen habe.