An den Finanzmärkten kehrt sommerliche Ruhe ein
An den Finanzmärkten kehrt sommerliche Ruhe ein
Von Kai Johannsen, FrankfurtDas monatliche Daten-Highlight – der US-Arbeitsmarktbericht – dürfte in der neuen Handelswoche keinen Einfluss mehr auf die Kapitalmärkte zeigen. Denn die Daten lagen insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Volkswirte. Der Stellenzuwachs betrug im Juli 209 000. Das war zwar etwas mehr, als Volkswirte mit im Schnitt 183 000 neuen Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft erwartet hatten, aber es war eben auch kein enorm großer Ausreißer nach oben. Die Arbeitslosenquote fiel mit 4,3 % wie erwartet aus. Das Gleiche galt für die Stundenlöhne, die das prognostizierte Plus von 0,3 % erreichten. Die Daten waren somit nicht geeignet, die Erwartungshaltung, die die Märkte in Sachen US-Zinspolitik derzeit haben, völlig durcheinanderzubringen. Ausgedünnter KalenderIn Sachen Konjunkturdaten dürfte es in der neuen Woche ebenfalls schwer werden, die Erwartungen an die Fed abzuändern. Denn der Datenkalender ist in den nächsten Tagen schlichtweg komplett ausgedünnt. Erst am Freitag kommen wieder Daten, denen die Märkte erfahrungsgemäß etwas mehr Beachtung schenken, da sie nicht aus der zweiten oder gar dritten Reihe sind. Es stehen die Verbraucherpreise aus den USA an. Für Juli wird insgesamt mit einem Anstieg um 0,1 % gerechnet. In der Kernrate soll es nach den Prognosen der Volkswirte im Schnitt ein Plus von 0,2 % sein.Ruhe herrscht aber nicht nur bei den Datenveröffentlichungen, sondern auch am europäischen Primärmarkt für Staatsanleihen. Damit macht sich jetzt auch dort das Sommerloch bemerkbar. “Das planmäßige Angebot und die Rückflüsse kommen in den nächsten Wochen fast zum Erliegen – im Gegensatz zu den hohen Cash-flows und dem soliden Angebot der letzten Wochen”, schreiben die Experten der Commerzbank in ihrem Wochenausblick. Am Start ist unter anderem der Bund mit dem bis 2022 laufenden Titel über 4 Mrd. Euro am Mittwoch.Im Blick haben die Anleger weiterhin den Devisenmarkt und hier insbesondere zwei Währungen. Zum einen ist das der Höhenflug des Euro. Zum anderen gehören dazu die Turbulenzen des venezolanischen Bolivar.In Europa läuft derweil die Bilanzsaison, die nach Ansicht der DZ Bank weniger erfreulich ausfällt. Zwar hätten die Gewinne in Europa um fast 20 % gesteigert werden können, allerdings sei die Erwartungshaltung an die Unternehmen auch sehr hoch gewesen. Das positive Überraschungspotenzial in Europa sei unterdurchschnittlich gewesen. Bis auf die Sektoren Energie und Finanzen seien die positiven Überraschungen auf Sektorebene ausgeblieben.