Angst vor neuer Runde im Handelskrieg setzt Aktien stark zu

Trump droht zusätzliche Strafzölle an - US-Gesetz könnte Schadenersatzklagen gegen China ermöglichen

Angst vor neuer Runde im Handelskrieg setzt Aktien stark zu

ku Frankfurt – Die Angst vor einem Neuaufflammen des Handelskriegs zwischen den USA und China vor dem Hintergrund der nach wie vor grassierenden Coronavirus-Pandemie hat am Montag für deutliche Verluste an den Aktienmärkten gesorgt. Der Dax sackte um 3,6 % auf 10 467 Punkte ab. Der Index steuert damit auf die Marke von 10 300 Punkten zu, ein Unterschreiten würde als ein starkes charttechnisches Verkaufssignal gelten. Der Euro Stoxx 50 gab um 3,9 % auf 2 812 Zähler nach. Auch andere europäische Märkte gerieten unter Druck. So verzeichnete der französische CAC 40 ein Minus von 4,2 %.US-Präsident Donald Trump stellte neue Strafzölle gegen China in Aussicht. Er warf der Regierung in Peking erneut vor, das Ausmaß der Pandemie vor der Welt geheim gehalten zu haben. US-Außenminister Mike Pompeo behauptet zudem, es gebe “enorme Beweise” dafür, dass der Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sei. Er bezeichnete es sogar als wahrscheinlich, dass es sich um einen künstlichen Virus handelt. Der Präsident will zudem durch finanzielle Anreize und Strafzölle die Abhängigkeit der USA von chinesischen Produktionskapazitäten drastisch reduzieren.In Washington gibt es laut Medienberichten ferner Bestrebungen, China durch ein US-Gesetz die Staatenimmunität zu nehmen, womit es möglich würde, Schadenersatz in Billionenhöhe gegenüber China vor US-Gerichten geltend zu machen. Damit würde der Handelskrieg eine völlig neue Dimension erreichen.Dies spielt sich vor dem Hintergrund der weitergehenden Coronakrise mit ihren gravierenden Konsequenzen ab. So hat der berühmte US-Investor Warren Buffett über sein Investmentvehikel Berkshire Hathaway sämtliche Aktien von vier großen US-Airlines verkauft. Diese Nachricht setzte auch in Europa die Titel aus der Branche unter starken Druck. So verzeichnete Dax-Mitglied MTU Aero Engines einen Kurssturz von 9,3 %. Unterdessen nehmen die Sorgen zu, dass es noch einmal zu ähnlichen Verlusten an den Aktienmärkten kommen könnte wie im März, wenn das Ausmaß des globalen Konjunktureinbruchs absehbar wird. Unter dem Eindruck der massiven Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität der Notenbanken haben sich die Aktienmärkte stark erholt und sich dabei auffällig von den trüben realwirtschaftlichen Aussichten entfernt. Deutliche Verluste verzeichneten am Montag auch die Automobilaktien, während der Industriewert Thyssenkrupp einen enormen Kurseinbruch von 14,3 % hinnehmen musste.Zumindest zeitweilig gerieten am Montag die Ölpreise wieder unter Druck. Die US-Sorte West Texas Intermediate ermäßigte sich um bis zu 5 %, während sich Brent Crude um bis zu 2 % verbilligte. Später erholten sich die Notierungen jedoch wieder. Gold verteuerte sich um 0,3 % auf 1 705,26 Dollar je Feinunze. Auf dem Devisenmarkt bevorzugten die Akteure sichere Häfen. Der Euro büßte 0,6 % auf 1,0903 Dollar ein.