Anleger blicken nach Katalonien
Anleger blicken nach Katalonien
Von Kai Johannsen, Frankfurt”Es erscheint verlockend, nach den Fed- und EZB-Meetings bereits einen Schlussstrich unter 2017 zu ziehen”, schreiben die Zinsanalysten der Commerzbank in ihrem Ausblick auf die neue Handelswoche. Und sie machen durchaus noch Aspekte aus, die wohl noch länger im Fokus der Märkte stehen dürften.So sehen sie etwa die in Katalonien anstehende Wahl als einen wichtigen Fingerzeig für die Wahl in Italien an, die Berichten zufolge am 4. März stattfinden soll. Diese Wahl könnte das zentrale Risiko im ersten Quartal des kommenden Jahres sein. Die politischen Risiken würden signifikant bleiben, da in Katalonien die Unabhängigkeitsbefürworter bei den Umfragen einer absoluten Mehrheit nahe sind und in Italien Grillos Partei vorne liegen würde, so die Commerzbank weiter. Ein Grund für dauerhafte Risikoprämien sei dies allerdings nicht, da der Fortbestand des Euro nicht mehr gefährdet sei und die Hoffnungen auf eine tiefere EWU-Integration fortbestehen würden. Investoren schließen BücherAn den Rentenmärkten schließen die Investoren so langsam ihre Bücher. Auch emissionsseitig werden die Aktivitäten nun in den verbleibenden Tagen dieses Jahres immer geringer. Staaten, Banken und Unternehmen haben die Refinanzierung für dieses Jahr nun in trockenen Tüchern, weshalb keine größeren Auftritte mehr zu erwarten sind. In diesem Umfeld wird die Europäische Zentralbank (EZB) aber noch im Rahmen ihres Kaufprogramms weiter Anleihen erwerben. Tendenziell wird dies den Markt weiterhin unterstützen, so die Commerzbank-Experten weiter.In den kommenden Tagen werden die Staaten dann Refinanzierungspläne für das kommende Jahr vorlegen. Erwartet wird am Markt auch die Deutsche Finanzagentur, die traditionell wenige Tage vor Weihnachten ihren Emissionsausblick für den Bund für das neue Jahr präsentiert.Im Datenkalender sind nur noch wenige wichtige Einträge vorhanden. Am Dienstag kommt das Ifo-Geschäftsklima. Hier wird für Dezember mit einem Wert von 117,6 nach 117,5 gerechnet. In den USA stehen am Freitag die Auftragseingänge für langlebige Güter an. Für November rechnen die Experten mit einem Anstieg um 1,7 % nach einem Rückgang von 0,8 % im Monat zuvor.