Anleger treiben im Kaufrausch Dax auf Rekordhoch
Anleger treiben im Kaufrausch Dax auf Rekordhoch
dm Frankfurt – Auch nach der feiertagsbedingen Pause – am Dienstag war wegen des Reformationsfeiertags kein Handel auf Xetra – hält der Höhenflug des deutschen Aktienmarkts an. Am Markt wurde unter anderem auf gute Zahlen von Samsung und Sony verwiesen, sowie auf die leichte Abschwächung des Euro. Der deutsche Blue-Chip-Index Dax legte vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed gegenüber dem Schlussstand von Montag um 1,8 % auf 13 465,51 Punkte zu. Die Benchmark der Eurozone, der Euro Stoxx 50, gewann 0,8 % auf 3 702,18 Zähler.Auch der Kursindex des Dax erreichte mit einem Anstieg von 1,8 % auf 6 381,93 Punkte ein Allzeithoch. Damit übertraf der Kursindex sein Höchst vom 10. April 2015 von 6 339,56 Punkten. Zugleich zeigt sich, dass der Kursindex nur unwesentlich über dem am 7. März 2000 erreichten damaligen Höchst von 6 266,15 Zählern liegt. Ist vom Dax die Rede, ist üblicherweise nicht der Kursindex (Price Index), sondern der Performance-Index gemeint, in den die Dividenden reinvestiert werden. Weltweit bekannte Benchmarks wie der FTSE 100, S & P 500 oder Nikkei 225 sind reine Kursindizes, haben alle aber bereits ihre vor dem Platzen der Dotcom-Bubble erreichten Höchst übertroffen.Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten Volkswagen-Vorzüge, die um 4,8 % auf 163,35 Euro stiegen. Sie haben damit den Einbruch, den sie im September 2015 durch den Diesel-Skandal erlitten hatten, wieder wettgemacht. Rückenwind erhielten die Papiere durch besser als erwartete Verkaufszahlen auf dem US-Markt. Ein Plus von 4,2 % auf 24,49 Euro verzeichneten Infineon. Die Aktie des Halbleiterherstellers profitierte von zuversichtlichen Analystenkommentaren, unter anderem wurden die Chancen im Automobilmarkt besser eingeschätzt. Zuletzt hatte UBS die Aktie mit einem Kursziel von 26 Euro zum Kauf empfohlen. Aufwärts ging es auch für die Versorgerwerte: Eon stiegen um 2,6 % auf 10,39 Euro und RWE um 2,9 % auf 22,08 Euro. Auch für Lufthansa ging es um 3 % auf 28,22 Euro nach oben. Deutsche Post stiegen erstmals über die Marke von 40 Euro und schlossen um 1,8 % höher auf 40,02 Euro. Berenberg rät zum Kauf des Titels, weil die Express-Sparte DHL zu niedrig bewertet werde.Auf der Verliererseite fand sich am Mittwoch die Aktie der TV-Senderkette ProSiebenSat.1, die 2,6 % auf 29,17 Euro einbüßte. Am Markt wurde zur Erklärung auf die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Werbekonzerns WPP verwiesen, die unter den am Markt gehegten Erwartungen ausgefallen waren. Auch Deutsche Telekom tendierten schwächer und fielen um 1,9 % auf 15,35 Euro. Einem Bericht zufolge sollen die Gespräche über einen Zusammenschluss der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit Sprint in Schwierigkeiten stecken. Laut Reuters sollen die Verhandlungen aber nicht gescheitert sein. Fresenius verloren 1,5 % auf 70,67 Euro.Unter den Nebenwerten gewann die Aktie des Softwareherstellers Nemetschek 8,3 % auf 83 Euro. Dies, obwohl die in der Vorwoche vorgelegten Zahlen die Analysten nicht durchgehend überzeugt hatten. Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien des Biotechunternehmens Evotec, die um 9,3 % auf 16,34 Euro verloren. Ebenfalls unter Druck standen Biotest Stämme, die 11,7 % auf 24,61 Euro verloren. Am Markt wurde auf Spekulationen verwiesen, wonach die geplante Übernahme durch die chinesische Investmentgruppe Creat auf Schwierigkeiten in den USA stößt. Laut Agenturberichten steht der Deal vor einer tiefergehenden Prüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS).RIB Software fielen um 3,4 % auf 20,43 Euro. Händler verwiesen auf eine Verkaufsempfehlung durch die Großbank UBS. Laut Reuters hat der Eigentümer der Warenhausgruppe Karstadt, die österreichische Signa, eine 3 Mrd. Euro schwere Offerte für die Warenhauskette Kaufhof vorgelegt. Bis Mitte November werde eine Antwort von Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay erwartet. Hudson’s Bay zogen in Toronto am Mittwoch um 6,8 % auf 12,04 kan. Dollar an.