DEVISEN

Bitcoin-Kurs bricht ein

Verluste nach Schließung chinesischer Bitcoin-Börse - Zinsfantasie stärkt Pfund

Bitcoin-Kurs bricht ein

dm Frankfurt – Der Preis für die Kryptowährung Bitcoin ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. An der US-Börse Bitstamp wurde die virtuelle Währung am späten Nachmittag zu 3 575 Dollar gehandelt, 7,5 % tiefer als am Vortag. Anfang September hatte der Kurs nach einem fulminanten Preisanstieg noch bei fast 5 000 Dollar gestanden. In China lagen gestern die Notierungen sogar noch deutlich tiefer, etwa auf der Handelsplattform Via BTC mit 21 300 Yuan (umgerechnet 3 259 Dollar).Anlass für den Kursrutsch gab die Nachricht von der Bitcoin-Börse BTC China, den Handel mit virtuellen Währungen auf der chinesischen Online-Plattform per 30. September einzustellen. Die Entscheidung sei auf Grundlage einer Direktive der chinesischen Regierung vom 4. September gefallen, sagte BTC China. Darin waren Sorgen über Anlagerisiken von Kryptowährungen geäußert und Initial Coin Offerings (ICO) verboten worden (vgl. BZ vom 5. September). Nicht betroffen ist aber der internationale Handelsteil von BTC China. In der vergangenen Woche hatten verschiedene Medien und Agenturen gemeldet, China erwäge die Schließung von Bitcoin-Börsen, was zu einem Kursrutsch in den Digitalwährungen geführt hatte. Ein offizielle Mitteilung der Regierung dazu gab es bisher aber nicht.Gegenüber Reuters äußerten sich BTC-China-Rivalen Okcoin und Huobi gestern nicht, ob sie ebenfalls ihr Geschäft aufgeben. Die Kryptowährung ist in die Kritik geraten, weil sie für kriminelle Transaktionen missbraucht werden kann. Jamie Dimon, CEO der US-Investmentbank J.P. Morgan, hatte am Dienstag im Zusammenhang mit Bitcoin von “Betrug” gesprochen. Am Donnerstag sagte Elvira Nabiullina, Chefin der russischen Notenbank, es sei eine große Frage, ob Russland Kryptowährungen legalisieren solle oder nicht. Die britische Finanzmarktaufsicht FCA hatte am Dienstag die Verbraucher vor Bitcoin und ICOs gewarnt.Am Devisenmarkt gab es gestern im britischen Pfund größere Bewegung. Die Bank of England hatte erklärt, die Zinsen würden wahrscheinlich in den kommenden Monaten erstmals seit über einem Jahrzehnt erhöht werden. Die Zinserwartungen sind gemessen an den sechsmonatigen Sonia-Swaps mit 32,20 Basispunkten auf den höchsten Stand seit dem 24. Juni 2016 gestiegen, dem Tag, als der Austritt Großbritanniens aus der EU klar wurde. Der Sterling Overnight Index Average (Sonia) basiert auf tatsächlichen Transaktionen. Zum Euro sprang Sterling um 1,3 % auf 1,1253 und zum Dollar um 1,2 % auf 1,3360 und damit auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr. Der Dollar-Index gab 0,2 % auf 92,34 Punkte ab. Der Euro entwickelte zum Dollar gestern keinen klaren Trend. Zuletzt lag die Gemeinschaftswährung mit 1,1882 Dollar leicht tiefer als am Vortag. Franken schwächerDemgegenüber zog der Euro zum Schweizer Franken an. Die Schweizerische Nationalbank (vgl. Bericht auf Seite 6) hatte erklärt, der Franken sei “hoch” bewertet, und hatte sich Interventionen am Devisenmarkt vorbehalten. Bisher hatte die SNB den Franken als “deutlich überbewertet” bezeichnet. Die Entwicklung am Devisenmarkt sei aber sehr fragil. Die Änderung in der Sprache könne auf eine gewisse Interventionsmüdigkeit hindeuten, sagte die Commerzbank in einer Einschätzung.