Blackrock favorisiert Quality-Aktien

In der aktuellen Einschätzung zu Aktien-Stilfaktoren, die der Börsen-Zeitung exklusiv vorliegt, favorisiert Blackrock den Stil-Faktor Quality, bei dem der Fokus auf Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen liegt.

Blackrock favorisiert Quality-Aktien

Blackrock favorisiert Quality-Aktien

Anleger bevorzugen defensive Stilfaktoren – Minimum Volatility gefragt

wrü Frankfurt

In der aktuellen Einschätzung zu Aktien-Stilfaktoren, die der Börsen-Zeitung exklusiv vorliegt, favorisiert der Vermögensverwalter Blackrock den Stilfaktor Quality, bei dem der Fokus auf Aktien qualitativ hochwertiger Unternehmen mit besonders gesunden Bilanzen liegt. „Quality hat im März aufgrund einer reduzierten Allokation in Banken und einer allgemeinen Flucht in Qualität eine verbesserte Performance erzielt“, erklärt Hamed Mustafa, Leiter Institutional Sales Deutschland im Bereich ETF und Index Investing bei Blackrock. „Quality-Aktien erscheinen weiterhin günstig mit sich verbesserndem Preistrend. “

Nach Ansicht von Blackrock leisten Stilfaktoren einen entscheidenden Mehrwert zur Diversifizierung von Portfolios. Doch wirkten die Aktien-Stilfaktoren abhängig vom Marktzyklus nicht immer in gleichem Maße. Daher sei deren optimale Gewichtung auf Basis regelmäßiger, umfassender Analysen für den Anlageerfolg entscheidend. Um Stilfaktoren möglichst optimal im Portfolio zu berücksichtigen, analysiert Blackrock monatlich seine aktuelle Faktorsicht anhand dreier Signale: Erstens das Konjunkturumfeld, verbunden mit der Frage, ob ein Faktor in einem solchen Konjunkturumfeld in der Vergangenheit gute Renditen geliefert hat. Zweitens die Bewertung eines Faktors, nämlich ob ein Faktor im historischen Vergleich günstig oder hoch bewertet ist. Und drittens die relative Stärke eines Faktors, d.h., ob es einen Trend gibt, der die positive Entwicklung des Faktors unterstützt.

Das Comeback des Faktors Value in den vergangenen Monaten hat sich zuletzt nicht fortgesetzt. „Value-Aktien, also Titel mit niedrigen Kurs-Gewinn- oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen, schnitten im März schlechter ab, da der zyklische Gegenwind inmitten der anhaltenden Bankenkrise wieder an Kraft gewonnen hat “, sagt Mustafa. „Die Übergewichtung von Banken schmälerte die Gesamtrendite im März. “ Gleichwohl erschienen Value-Aktien günstig und würden weiterhin einen starken Preistrend aufweisen.

Defensive Faktoren gefragt

„Minimum-Volatility-Aktien, Werte mit relativ geringen Schwankungsbreiten, erzielten im März eine überdurchschnittliche Performance, da defensive Faktoren wieder in den Vordergrund getreten sind und sich die geringere Allokation in Finanzwerten als additiv erwiesen hat”, erklärt Mustafa. „Es zeigt sich eine Abschwächung des Preistrends und die Bewertungen wurden attraktiver.”

Size-Aktien, also Werte von Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung, hätten auch im März aufgrund der Anfälligkeit von kleineren Unternehmen für makroökonomische Unsicherheiten underperformt, sprich sich schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt. Der Preistrend habe sich abgeschwächt, und die Bewertung bleibe günstig.

Momentum unterdurchschnittlich

Momentum-Aktien, also Titel im Aufwärtstrend, entwickelten sich auch im März weiterhin unterdurchschnittlich, da der Markt schwankte “, erklärt Mustafa. „Die Underperformance ist auf eine Untergewichtung im IT-Sektor und eine Übergewichtung im Energiesektor zurückzuführen.”

Der Trendwert des Stilfaktors Momentum habe sich in letzter Zeit deutlich abgeschwächt. Auf der anderen Seite bleibe die Bewertung dieses Faktors allerdings weiterhin günstig.