Brent-Ölpreis setzt Erholung fort
Brent-Ölpreis setzt Erholung fort
ku Frankfurt – Der Ölpreis ist am Dienstag den vierten Handelstag in Folge gestiegen. Die Notierung der wichtigsten Rohölsorte Brent Crude erholte sich um 1 % auf 46,27 Dollar je Barrel (159 Liter). In der Spitze wurden sogar 46,59 Dollar erreicht. US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kam auf ein Plus von 1 % auf 43,82 Dollar je Barrel.Händler führten die Verteuerung des wichtigsten Energieträgers aber weniger auf ein weiter verbessertes Sentiment der Marktteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt zurück, sondern vor allem auf die kurzfristige Schwäche des Dollar. So büßte der Greenback gegenüber dem Euro am Dienstag rund 0,8 % ein. Mittlerweile notiert der Brent-Ölpreis wieder rund 4 % oberhalb des Tiefs vom Mittwoch vergangener Woche.Nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank erklärt sich die “Robustheit” des Ölpreises wohl auch damit, dass bereits viele spekulative Anleger die Seite gewechselt haben. Sie verweisen auf den hohen Abbau der Netto-Long-Positionen bei der US-Sorte WTI an der New Yorker Terminbörse Nymex. Wie erwartet hätten die kurzfristigen Finanzanleger auch bei Brent an der Intercontinental Exchange ihre Netto-Long-Positionen stark zurückgefahren. Sie seien nicht einmal mehr halb so hoch wie Mitte Februar, als ein Rekordhoch markiert worden war, was aber vor allem auf den Anstieg der Short-Positionen zurückzuführen sei. Mit Blick auf die Zahl der Netto-Long-Positionen, die immer noch deutlich höher sei als in den historischen Tiefs, melden die Analysten aber Zweifel an, dass die aktuelle Bereinigung bereits beendet ist.Unterdessen hat das von den Förderkürzungen der Opec nicht betroffene Libyen einen weiteren Anstieg seiner Ölproduktion bekannt gegeben. Aktuell werden dort 935 000 Barrel pro Tag (bpd) gefördert, verglichen mit 885 000 bpd in der vergangenen Woche.Ian Taylor, Chef des weltgrößten unabhängigen Ölhändlers Vitol, sagte unterdessen, er rechne damit, dass der Brent-Ölpreis über die nächsten Quartale in einer Spanne zwischen 40 und 55 Dollar je Barrel verbleiben werde, da der Anstieg der US-Produktion die Ausbildung eines neuen Gleichgewichts am Ölmarkt verlangsame.