AKTIEN

Dax büßt 3,2 Prozent ein

Pandemie-Sorgen verstärken Talfahrt - Airline-Aktien sacken ab

Dax büßt 3,2 Prozent ein

ck Frankfurt – Die zunehmenden Sorgen und Anzeichen dafür, dass sich die Coronavirus-Epidemie zu einer Pandemie auswächst, haben am Donnerstag die Talfahrt an den Aktienmärkten verschärft. Der Dax fiel bis auf 12 212 und damit auf das niedrigste Niveau seit dem 10. Oktober 2019, ehe er den Handel mit einer Einbuße von 3,2 % bei 12 367 Zählern beendete. Wachstumsprognose gesenktImmer mehr Unternehmen warnen vor den Auswirkungen der Epidemie auf ihr Geschäft; die noch vor wenigen Wochen bestehenden Hoffnungen, dass sich das globale Wachstum im laufenden Jahr etwas erholen könnte, scheinen sich definitiv zu zerschlagen. Bank of America (BoA) reduzierte am Donnerstag ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 % und 2,8 %, was der schwächste Wert seit der großen Finanzkrise wäre. Die weiter erhöhte Nervosität spiegelte sich im Volatilitätsindex VDax New deutlich wider. Er sprang bis auf 34,86, womit er den höchsten Stand seit zwei Jahren erreichte, und lag zuletzt 35,2 % über seinem Vortagsschluss bei 32,70 Zählern.Airline-Aktien litten erneut am stärksten unter der Coronakrise. So sanken Lufthansa bis auf 11,91 und damit auf den niedrigsten Stand seit dem Januar 2017. Lange Zeit Schlusslicht, war der Titel zum Handelsende mit einem Verlust von 6,1 % auf 12,27 Euro der zweitschwächste Dax-Wert hinter Deutsche Bank, die 6,4 % abgaben. Der Stoxx-Index der Reise- und Freizeitaktien war mit einer Einbuße von 5,7 % das schwächste Branchenbarometer des Tages.Zu den vielen Unternehmen, die vor den Folgen der Epidemie warnten, zählte der Brauereiriese AB Inbev, dessen Aktie in Brüssel um 11 % absackte. Das Unternehmen, nach Diageo am Mittwoch der nächste Getränkehersteller, der eine Warnung aussprach, erklärte, dass der Virusausbruch den Absatz während der chinesischen Neujahrsfeiern hart getroffen hat. Zusammen mit einem schwächeren brasilianischen Markt wird dies dem Unternehmen zufolge im ersten Quartal zu einem im Vorjahresvergleich um 10 % niedrigeren Ergebnis führen. Standard Chartered verloren 3,6 %, nachdem das stark in China und Hongkong engagierte Institut ebenfalls vor den Folgen der Epidemie gewarnt hatte.In London sackten außerdem WPP bis auf 751 Pence und damit auf den tiefsten Stand seit dem Juni 2012 ab, ehe sie mit einem Verlust von 16,2 % bei 762 Pence schlossen. Der Werbekonzern prognostizierte für das laufende Jahr ein unverändertes organisches Wachstum und eine ebenfalls auf der Stelle tretende Gewinnmarge. Zalando waren mit einer Einbuße von 8,8 % der schwächste Wert des MDax. Der Online-Modehändler erklärte, dass er für das laufende Jahr eine Verlangsamung seines Erlöswachstums auf 15 % bis 20 % erwartet. Zudem erklärte er, derzeit noch nicht von der Epidemie betroffen zu sein. Jedoch könne sich die Situation in den kommenden Wochen sehr dynamisch entwickeln.