AKTIEN

Dax ignoriert schwache Makrodaten

Wirecard sehr fest - Deutsche Wohnen legen nach Übernahmegerüchten zu

Dax ignoriert schwache Makrodaten

ku Frankfurt – Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Donnerstag negative Frühindikatoren weitgehend ignoriert. Der Dax stieg um 1 % auf einen Schlussstand von 10 514 Punkten. Der Euro Stoxx 50 legte um 0,9 % auf 2 860 Zähler zu.Am Donnerstag ist der kombinierte deutsche Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleistungen, den der Marktforscher IHS Markit berechnet, so schwach ausgefallen wie noch nie in seiner 22-jährigen Geschichte. Er gab im April auf 17,1 Punkte nach. Der Index ist das Ergebnis einer Umfrage unter rund 800 deutschen Unternehmen. Werte unterhalb von 50 zeigen eine Kontraktion in den betrachteten Sektoren an. Im verarbeitenden Gewerbe gab der Index von 45,4 Punkten im Vormonat auf 34,4 nach, im Dienstleistungssektor sogar von 31,7 Zählern im März auf aktuell 15,9. Mit so schlechten Werten hatten die Ökonomen gemäß der Konsensschätzung nicht gerechnet.Außerdem hat es in den USA in der vergangenen Woche wieder eine große Anzahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gegeben. Diesmal waren es 4,4 Millionen Anträge, so dass seit Beginn der Krise etwa 25 Millionen Menschen arbeitslos geworden sind.Sehr fest zeigten sich im Dax Wirecard mit einem Anstieg von 11,4 % auf 140,90 Euro. Das Unternehmen verschiebt zwar die Veröffentlichung einer Sonderprüfung seiner Bilanzen durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ein zweites Mal, diesmal auf den kommenden Montag. Allerdings wird betont, dass in allen vier Bereichen der Sonderprüfung nichts Substanzielles herausgekommen sei, das eine Änderung der Bilanzen der Jahre 2016 bis 2018 notwendig mache.Der Großvermieter Vonovia (-2,5 % auf 43,67 Euro) hat Spekulationen über eine Übernahme des Wettbewerbers Deutsche Wohnen vorerst eine Absage erteilt. Allerdings seien Akquisitionen ein Bestandteil der Strategie. Eine derartige Transaktion sei aber nur dann realistisch, “wenn fundamentale Fragen geklärt wären und sie von einem entsprechenden Willen der Berliner Politik getragen würde”. Gleichwohl legten Deutsche Wohnen um 4,8 % auf 36,97 Euro zu.