AKTIEN

Dax schmiert im Verlauf massiv ab

Leitindex verliert 2,6 Prozent - Technologiewerte werden nach unten durchgereicht

Dax schmiert im Verlauf massiv ab

wrü Frankfurt – Es ist noch nicht ausgestanden. Die Aktienmärkte haben sich am Donnerstag in hochgradig nervöser Verfassung präsentiert. Der Dax, der zunächst noch ein Tageshoch von 12 541 Zählern erreicht hatte, rutschte am Nachmittag massiv ab und schloss mit einem Minus von 2,6 % auf 12 260,3 Punkten. Dies entspricht dem größten Tagesverlust in den vergangenen eineinhalb Jahren. Der Euro Stoxx 50 büßte 2,2 % auf 3 377,3 Punkte ein. Zu kräftigen Abgaben kam es vor allem im TecDax, doch hatten Technologietitel in den vergangenen Monaten eben auch die höchsten Gewinne verzeichnet. Da werden bei nervöser Marktstimmung und relativ hoher Bewertung dann schnell einmal aufgelaufene Gewinne gesichert. Der TecDax schloss mit einem Verlust von 4,0 % auf 2 455,8 Punkten.Die hohe Nervosität an den Aktienmärkten trieb auch die Volatilitätsindizes weiter nach oben. So verzeichnete der VDax New (1 Monat) einen Anstieg um 51 % auf 34,29 Punkte. Negative AusgangslageDie Korrektur an den Märkten sei auf jeden Fall noch nicht vorbei, darin sind sich die technisch orientierten Analysten einig. So schreibt die Helaba, dass es von technischer Seite kein ausreichend gutes Fundament gebe, um ein ausreichend gutes Chance-Risiko-Profil zu definieren. Sämtliche Zeitfenster seien für den Dax negativ zu werten. Und die Experten von Index-Radar stufen die Ausgangslage für die kommenden Tage alles andere als positiv ein und meinen: “Für eine sofortige Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends war der jüngste Einbruch ein zu großer Schock, der erfahrungsgemäß erst einmal langfristig verdaut werden muss.”Im Dax wurden die von der Commerzbank vorgelegten Zahlen zunächst positiv bewertet. Zumindest schlossen die Gelben im Gegensatz zur Deutschen Bank 2017 mit Gewinn ab, wurde bemerkt. Die Commerzbank-Aktie verzeichnete nach deutlichen Gewinnen im frühen Geschäft gleichwohl ein Minus von 2,4 % auf 12,46 Euro, während die Deutsche Bank ebenfalls 2,4 % auf 12,80 Euro verlor. Auf Jahresfrist fällt der Vergleich der beiden Institute deutlich aus: Während Commerzbank-Aktionäre, wie der Chart zeigt, satte Kursgewinne vereinnahmen konnten, mussten die Anteilseigner der Deutschen Bank herbe Verluste hinnehmen.Im Dax verzeichneten alle Titel am Ende Kursverluste. Insbesondere zyklische Titel, die in der Aufwärtsbewegung hohe Gewinne erzielt hatten, wurden dabei am Nachmittag nach unten durchgereicht. So verloren Infineon 5,4 % auf 21,26 Euro während Lufthansa 5,2 % auf 26,46 Euro einbüßten. Auch Volkswagen-Vorzüge fuhren im Rückwärtsgang und fielen deutlich um 3,8 % auf 164,80 Euro.Im MDax, der 2,5 % auf 25 234,5 Zähler verlor, wurden Steinhoff weiter nach unten durchgereicht. Der Titel büßte 8,9 % auf 0,40 Euro ein. Trotz einer Steigerung des operativen Ergebnisses im Vorjahr rutschte der Spezialchemiehersteller Wacker Chemie um 5,9 % auf 139,85 Euro ab. Und auch beim Investorenliebling Covestro kam es zu Gewinnmitnahmen; hier betrug das Minus 5,5 % auf 85,06 Euro.Immerhin verzeichneten im MDax Metro sowie Innogy noch ein Plus von 1,8 % auf 17,18 Euro sowie von 1,5 % auf 30,80 Euro.Kräftig durchgeschüttelt wurden im TecDax mehrere Überfliegeraktien der Vormonate. So verloren Medigene 10,6 % auf 15,51 Euro und S & T 8,8 % auf 19,80 Euro. Im TecDax konnte kein einziger Wert Kursgewinne verbuchen. Dies zeigt, wie sehr dieses Marktsegment auf den Verkaufslisten stand.Einen Lichtblick gab es zumindest im SDax. Hier profitierten Heidelberger Druck von einem kräftigen Anstieg des Auftragseingangs im abgelaufenen Quartal nebst einer Kaufempfehlung von Analysten. Die Aktie verzeichnete einen satten Tagesgewinn von 5,4 % auf 2,81 Euro.