Dax steckt Inflationsschock weg
Dax steckt Inflationsschock weg
ck Frankfurt – Nur vorübergehend hat die Bekanntgabe eines über Erwarten starken Inflationsanstiegs in den USA am Mittwoch den Aktienmarkt verschreckt. Allerdings zeigte ein Rutsch des Index um nahezu 200 Punkte innerhalb weniger Minuten auf ein Tagestief von 12 079 Zählern, wie stark die Inflations- und Zinsängste des Marktes sind. Der Schock wurde jedoch weggesteckt, und es folgte eine noch stärkere Gegenbewegung. Vom Tief aus stieg der Index um bis zu 319 Punkte auf ein Tageshoch von 12 394, ehe er mit einem Plus von 1,2 % bei 12 339 Zählern schloss.Mit Enttäuschung wurden die Zahlen von Thyssenkrupp zum ersten Geschäftsquartal (per Ende Dezember) aufgenommen. Zwar hat das Unternehmen vor allem dank der Stahlsparte sein operatives Ergebnis im Vorjahresvergleich um 52 % auf 444 Mill. Euro gesteigert. Für Verstimmung sorgte die Industrial-Solutions-Sparte, deren Ergebnis von 42 Mill. auf 12 Mill. Euro gesunken ist. Die Aktie war vorübergehend Dax-Schlusslicht und sank bis auf 22,53 Euro, was dem niedrigsten Stand seit dem 7. Dezember entspricht, um mit einem Verlust von 0,7 % bei 22,94 Euro zu schließen. Analysten beließen ihre Empfehlungen und Kursziele fast durchweg unverändert. Allerdings fielen die Kommentare sehr unterschiedlich aus. So bestätigte Warburg Research, die ein Ergebnis von 338 Mill. Euro erwartet hatte, ihre Kaufempfehlung samt Kursziel von 31 Euro. Das Research-Haus veranschlagt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tata-Stahlfusion zustande kommt, mit 80 % und glaubt, dass dies im Laufe des Jahres zur seit langem erwarteten Neubewertung der Aktie führen wird. Independent Research, die ein Ergebnis von 415 Mill. Euro erwartet hatte, reduzierte ihr Kursziel bei bestätigter Halteempfehlung von 27 auf 26 Euro.Die Wohnimmobilienaktien wurden von einer Studie der Deutschen Bank getrieben. So legten Vonovia um 1,5 % auf 36,74 Euro zu. Das Institut stufte die Aktie mit einem von 44 auf 47,50 angehobenen Kursziel von “Hold” auf “Buy” hoch. LEG Immobilien, die mit einem von 98 auf 105 Euro erhöhten Kursziel ebenfalls auf “Buy” hochgestuft wurden, legten um 1,1 % auf 84,40 Euro zu. Ado Properties stiegen um 2,9 % auf 43,30 Euro. Für diesen weiter zum Kauf empfohlenen Titel hob die Deutsche ihr Kursziel von 54 auf 54,50 Euro an. Die Deutsche Bank begründete ihre positive Einschätzung u. a. mit der Korrektur der Aktien um bis zu mehr als 10 %. Ferner betonte sie, dass Immobilienaktien dazu neigten, in zyklischen Hochphasen Allzeithochs zu erreichen. Zudem erwartet sie nur eine moderate Inflationsentwicklung sowie aufgrund einer strukturell alternden Bevölkerung, die eher dazu neige, zu sparen als Geld auszugeben, nur moderat anziehende Zinsen. Bilfinger befestigten sich um bis zu 8,1 % und schlossen mit einem Plus von 5,4 %. Der Baudienstleister hat 2017 erstmals seit drei Jahren wieder einen höheren Auftragseingang erzielt. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein organisches Wachstum des Auftragseingangs im mittleren einstelligen Prozentbereich.