Dax trotzt deutschen Konjunkturdaten

Wirecard stürzen erneut ab - Britisches Pfund gerät unter Druck

Dax trotzt deutschen Konjunkturdaten

ku Frankfurt – Die Anleger am europäischen Aktienmarkt haben heute schwachen Konjunkturdaten aus Europa und den USA getrotzt. Der Dax legte um 1,2 % auf 10 467 Punkte zu, der Euro Stoxx 50 um 0,3 % auf 2 768 Zähler.Bereits im ersten Quartal, damit also noch vor dem Beginn der heißen Phase der Coronakrise, ist die deutsche Volkswirtschaft in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt gab im ersten Vierteljahr um 2,2 % nach. Es handelt sich damit um den stärksten Rückgang seit der Finanzkrise. In den USA sind die Einzelhandelsumsätze im April im Monatsvergleich um 16 % eingebrochen, ohne den Absatz von Pkw sogar um 17,2 %. Ökonomen hatten gemäß der Konsensschätzung im Durchschnitt der Prognosen nur mit einem Rückgang um 12 % bzw 8,6 % gerechnet. Allerdings gab es positive Nachrichten aus China. So ist die Industrieproduktion im Reich der Mitte im April im Vorjahresvergleich um 3,9 % gestiegen.Stark unter Druck gerieten Wirecard, die mehrere charttechnische Unterstützungszonen nach unten durchbrachen und den Handel mit einem Minus von 7,6 % bei 77 Euro beendeten. Händler verwiesen auch darauf, dass die BaFin kein neues Leerverkaufsverbot erlassen wolle.Von den China-Konjunkturdaten profitierte auch der Ölpreis. Die wichtigste Rohölsorte Brent Crude verteuerte sich um 0,6 % auf 31,75 Dollar je Barrel. US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,4 % auf 28,94 Dollar.Demgegenüber sorgten die wieder zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Peking für einen zeitweise deutlichen Anstieg des Goldpreises. Das gelbe Metall verteuerte sich um 0,7 % auf ein Drei-wochenhoch von 1 744,79 Dollar je Feinunze.Das britische Pfund gab um 0,8 % auf 1,2124 Dollar nach. Gegenüber der Gemeinschaftswährung sackte Sterling um 0,9 % auf 1,1209 Euro ab. Der britische Chefunterhändler David Frost sagte, er bedauere, dass es kaum Fortschritte bei den Verhandlungen über ein Abkommen über die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU gebe. EU-Chefunterhändler Michel Barnier warf den Briten eine Verweigerungshaltung vor. Der Euro befestigte sich leicht um 0,1 % auf 1,0810 Dollar. Im Wochenvergleich ist der Dollar-Index, der die Bewegungen der US-Devise gegenüber den Währungen der sechs wichtigsten Handelspartner misst, um 0,6 % geklettert.