AUSBLICK

Die Euro-Rally gerät in Bedrängnis

Julius Bär erwartet stärkeren Dollar - Wenig Impulse von Notenbankkonferenz in Jackson Hole erwartet

Die Euro-Rally gerät in Bedrängnis

Von Dietegen Müller, FrankfurtNach wie vor ist das Handelsvolumen saisonal bedingt an den Aktienmärkten eher bescheiden. Große Schwankungen zeigten sich dabei nicht. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das Anleihekaufprogramm der EZB vom Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) überprüfen zu lassen, hat an den Märkten kaum Wellen geschlagen. Der Euro schwächte sich etwas ab, dazu trug in der zweiten Wochenhälfte auch das Protokoll der vergangenen Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei, wo Befürchtungen geäußert wurden, wonach die Aufwertung des Euro “überschießen” könnte. Die EZB wird eine Drosselung der Anleihekäufe nur in absoluten Mini-Schritten wagen, schlussfolgert die Bank Julius Bär daraus. Und meint zudem: “Die Fed wirkt zurückhaltender, hält jedoch an ihrem Kurs, dieses Jahr eine weitere Zinserhöhung zu liefern, fest.” Die wachsende Zinsdifferenz und eine mittlerweile “extrem gewordene spekulative Positionierung im Euro” seien substanzielle Argumente für einen stärkeren Dollar in den kommenden Monaten.Dabei stellt sich am Aktienmarkt die Frage, was denn noch als Impuls für eine weitere Höherbewertung dienen könnte. Von der Notenbanktagung in Jackson Hole (24. bis 26.8.) werden kaum Impulse erwartet. In diesem Jahr scheinen größere geldpolitische Ankündigungen wenig wahrscheinlich, insbesondere da die Fed und die EZB derzeit “so planbar und sanft wie möglich aus der expansiven Geldpolitik aussteigen wollen”, meint die BayernLB.Die zurückliegende Berichtssaison in Europa hat gezeigt, dass die Gewinnerwartungen zu Recht wieder gestiegen sind. Damit ist, so Morgan Stanley, der Negativtrend der vorherigen Jahre gebrochen. Auch stimme der robuste Konsum in der Eurozone die Analysten zuversichtlich. Am Freitag zeigte der von der Uni Michigan erhobene US-Konsumentenstimmungsindex ebenfalls einen deutlichen Anstieg und lag damit nur knapp unter dem 13-Jahres-Hoch von Januar. Ob dies aber reicht, die Rally am US-Aktienmarkt aufrechtzuerhalten, ist fraglich. Mit zwei Rückschlägen über 1 % in den vergangenen zehn Tagen zeigt der Aufschwung im S & P 500 Ermüdungserscheinungen. Hinzu kommen die Spannungen in der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die auch nächste Woche die Märkte belasten dürften. ZEW und Ifo-IndexParallel dazu erhalten die Investoren neue Nahrung durch eine Reihe von neuen Makrodaten und Indikatoren. Bereits am Dienstag steht in Deutschland die ZEW-Umfrage auf der Agenda, am Mittwoch der Einkaufsmanagerindex von Markit für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone und in den USA für August, und am Freitag ist der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland auf der Agenda, während in den Vereinigten Staaten der Auftragseingang für langlebige Güter (Juli) berichtet wird.