Euro bleibt unter Druck
Euro bleibt unter Druck
sts Frankfurt – Der Euro hat auch die neue Woche mit Kursverlusten gegenüber Dollar und Pfund fortgesetzt. Grund für die seit einigen Wochen anhaltende Abwertung der Gemeinschaftswährung ist die wieder erwachte Erwartung der Marktakteure an steigende US-Leitzinsen und die jüngst sehr zurückhaltenden Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi über den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.Der Euro fiel am Montag daraufhin bis auf 1,1580 Dollar und lag im späten europäischen Handel noch 0,2 % tiefer bei 1,1587 Dollar. Im September war die Gemeinschaftswährung auf über 1,20 Dollar geklettert. Neben den Erwartungen zur Geldpolitik sind allerdings auch Gewinnmitnahmen ein Grund für die jüngste Euro-Schwäche. Aktuell verbucht die Gemeinschaftswährung für das laufende Jahr noch immer eine Aufwertung von gut 10 % gegenüber dem US-Dollar.”Ein anhaltendes Wirtschaftswachstum und wieder nach oben drehende Inflationsraten erfordern nach unserer Auffassung mindestens drei weitere 25-Basispunkte-Schritte”, betont der Vermögensverwalter Bantleon im Hinblick auf die US-Geldpolitik im kommenden Jahr. Die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank fällt im Dezember, auch für diese wird eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte erwartet, nachdem solch ein Schritt im Sommer noch weitgehend ausgepreist wurde, was den Euro steigen ließ.Noch schwächer als zum Dollar war der Euro am Montag im Vergleich zum britischen Pfund, das allerdings auch in der Breite zulegen konnte. Der Euro verbilligte sich bis auf 88,27 Pence und wurde am Abend 0,5 % tiefer mit 88,32 Pence gehandelt. Zugleich verteuerte sich die britische Währung um 0,3 % auf 1,3122 Dollar. Analysten warnten jedoch davor, dass die Pfund-Rally in dieser Woche schnell auch wieder zum Ende kommen kann, falls die Verhandlungen über den britischen EU-Austritt nicht vorankommen sollten.”Die Bank of England hat eine wichtige Unterstützung für das Pfund entfernt”, sagte Georgette Boele, Währungsstrategin bei der ABN Amro Bank in Amsterdam. “Brexit-bezogene Nachrichten geben wahrscheinlich mehr Richtung in den kommenden Wochen vor.” Die BoE hatte jüngst zwar die Zinsen erhöht, sich aber sehr zurückhaltend zu weiteren Zinsschritten geäußert.