Euro-Euphorie schwindet
Euro-Euphorie schwindet
wbr Frankfurt – Der Kurs des Euro ist am Montag zwischenzeitlich unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1,1770 Dollar rund 0,1 % niedriger als am Freitag gehandelt. Der Euro hat damit seit seinem Hoch von 1,1901 Dollar am 5. August deutlich nachgegeben. Als Grund für den Stimmungsumschwung werden unter anderem die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktzahlen genannt. Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump bestehende Hilfsmaßnahmen in der Coronakrise per Erlass verlängert hat. So ist ein abrupter Stopp der fiskalischen Unterstützung verhindert worden. Für eine weitere Verunsicherung zulasten des Euro sorgten gestern die Spannungen zwischen den USA und China. China hat Sanktionen gegen einzelne US-Politiker angekündigt und damit auf US-Sanktionen im Hongkong-Streit reagiert. Exportstarke Euro-Länder wie Deutschland leiden generell unter den Handelsstreitigkeiten.Der Handel mit der türkischen Lira setzte sich am Montag auf dem niedrigen Niveau der Vorwoche fort. Die Lira wurde mit bis zu 7,3045 pro Dollar gehandelt und hat damit im Wochenvergleich 5 % abgegeben. Marktbeobachter erklärten die aktuelle Kursschwäche der türkischen Währung auch mit neuen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland im Erdgas-Streit im Mittelmeer. Die fundamental belastenden Faktoren hat die Commerzbank im Blick: “Egal, welcher Cocktail aus Bankensystemkosmetik oder partiellen Kapitalkontrollen zusammengemixt wird – den Trend der Lira wird er nicht umkehren können.”Am Markt der digitalen Währungen kam es zu erheblichen Schwankungen bei Bitcoin. Die älteste und wichtigste Kryptowährung war am frühen Morgen steil nach oben geschossen auf bis zu 12 096 Dollar. Sie blieb damit knapp unter ihrem Zwölf-Monats-Hoch der vergangenen Woche. Gegen Mittag kam zu einem ebenso abrupten Kursrückgang. Die Intraday-Schwankungen lagen bei mehr als 5 %. Im weiteren Verlauf konnte sich Bitcoin erholen und notierte am Abend mit plus 3,2 % bei 11 950 Dollar.