ANLEIHEN

Euro-Staatsanleihen geraten stärker unter Druck

Renditevorteil von US-Bonds schmilzt dahin

Euro-Staatsanleihen geraten stärker unter Druck

wbr Frankfurt – Bundesanleihen haben ihre Kursverluste am Dienstag fortgesetzt. Der Euro-Bund-Future fiel bis zum Abend um 0,37 % auf 171,76 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen stieg auf -0,43 %. Der Renditevorteil der US-Bonds gegenüber Bundesanleihen schmilzt dahin.Generell gerieten Staatsanleihen der Eurozone unter Druck. Am schwersten betroffen waren die zehnjährigen griechischen Papiere, die mittlerweile bei 3,51 % rentieren. Die Rendite hat sich damit seit Mitte vergangener Woche mehr als verdoppelt. Zehnjährige italienische Anleihen rentierten bei 2,43 % – vor fünf Tagen hatte die Rendite noch 1,25 % betragen. Bei spanischen Staatsanleihen explodierte die Rendite innerhalb von wenigen Tagen von 0,25 % auf 1,05 %. Für die Besitzer von Staatsanleihen bedeuten diese Sprünge massive Kursverluste. Auch bei französischen zehnjährigen Staatstiteln sprang die Rendite seit Donnerstag um rund 60 Basispunkte von -0,34 % auf 0,24 % gestern. Die Bewegungen zeigen, dass die klassischen “sicheren Häfen” nicht von der aktuellen Krise profitieren konnten.Obgleich Regierungen und Notenbanken bemüht sind, die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise mit immer stärkeren Maßnahmen abzufangen, “herrscht an den Finanzmärkten Panik vor, denn trotz der aggressiven Lockerung der US-Geldpolitik sind insbesondere die Aktienmärkte im Crash-Modus”, schreiben die Analysten von Helaba Research. Nachgefragt würden derzeit US-Treasuries, zumal aus dem Anleihekaufprogramm der Fed 500 Mrd. Dollar in Treasuries fließen sollen.