Europäische Zentralbank hilft dem Dax ins Plus
Europäische Zentralbank hilft dem Dax ins Plus
wrü Frankfurt – Nach zwischenzeitlichen Verlusten hat der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag ins Plus gedreht. Insbesondere wurden die Aussagen der EZB positiv bewertet. Denn die Notenbank setze ihre lockere Geldpolitik fort, von einer Ausweitung der Geldflut sei ohnehin niemand ausgegangen. Der Dax, der im Verlauf bis auf 12 177 Zähler zurückgefallen war, schloss auf Xetra mit einem Plus von 0,9 % auf 12 355,6 Punkten. Der Euro Stoxx 50 legte 1,1 % auf 3 415,7 Zähler zu. Deutlich verbessern konnten sich Technologiewerte: Der TecDax gewann 2,4 % auf 2 658,4 Punkte.Nach der Analyse von Commerzbank-Aktienmarktstratege Andreas Hürkamp sind viele Treiber für den Bullenmarkt im Dax, der gerade seinen neunten Geburtstag feierte, intakt: das starke Wachstum der Geldmenge M 1, der Anstieg der Dax-Dividenden um 15 %, eine erwartete Dividendenrendite, die 240 Basispunkte über der von Unternehmensanleihen liegt, sowie ein anhaltendes Gewinnwachstum. Hinzu komme noch ein negatives Sentiment der Dax-Investoren. Technische Analysten stellen hingegen fest, dass die Aufwärtsdynamik im Dax zunächst einmal dahin sei.Die höchsten Gewinne im Dax erzielten Linde, die nach Zahlen um 3,5 % auf 190,65 Euro zulegten. Nach Meinung der DZ Bank liegt die Equity Story weiter auf der Fusion mit Praxair. Das Institut empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 234 Euro je Aktie zum Kauf. Erneut verbessern konnten sich auch Deutsche Post mit einem Plus von 2,5 % auf 37,65 Euro. Continental gewannen nach einer Gewinnsteigerung um 6,5 % 2017 und einer Anhebung der Dividende um 25 Cent auf 4,50 Euro je Aktie 1,6 % auf 223,90 Euro. Hingegen enttäuschten die von Merck KGaA vorgelegten Ertragszahlen, so dass die Aktie 4,2 % auf 77,66 Euro verlor.Im MDax büßten Axel Springer 6,1 % auf 68 Euro ein. Der Medienkonzern konnte zwar 2017 Umsatz und Ergebnis steigern, doch hatte der Analystenkonsensus leicht über dem tatsächlichen Ergebnis gelegen. Darüber hinaus wurde der Ausblick für 2018 einer Steigerung des bereinigten Ergebnisses je Aktie im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich als eher enttäuschend empfunden. Das Bankhaus Lampe stuft die Springer-Aktie mit “Halten” und einem Kursziel von 67 Euro ein. Auch Hugo Boss gaben nach Zahlen, die unter dem Konsens lagen, 6,9 % auf 67,70 Euro ab. Auch hatten Investoren wohl mehr als eine Anhebung der Dividende je Aktie von 2,60 auf 2,65 Euro erwartet. Hochtief profitierten von Gesprächen mit der italienischen Atlantia über die Übernahme des spanischen Autobahnbetreibers Abertis und gewannen, da es jetzt wohl nicht zu einem Bieterkampf um Abertis kommen dürfte, 7,3 % auf 146,30 Euro.Im TecDax überraschten Evotec mit der Meldung von exklusiven Verhandlungen mit dem Pharmakonzern Sanofi über den Aufbau einer von Evotec geführten F+E-Plattform im Bereich Infektionskrankheiten. Die Evotec-Aktie gewann 13,6 % auf 16,08 Euro.